Unterkirnach Bürgermeister äußert sich zu Gerüchten um die Firma Wahl

Andreas Braun bestätigt: Es hat ein weiteres Gespräch gegeben. Die Einwohnerversammlung findet im Herbst statt.

Seit Ende April wird vor allem ein Thema in Unterkirnach heiß diskutiert: der angekündigte Weggang der Firma Wahl. Die Firmenleitung kündigte an, die Produktion Ende 2019 oder Anfang 2020 vollständig nach St. Georgen zu verlegen und für viele in Unterkirnach schien der Verlust des größten Arbeitgebers bereits beschlossene Sache. Doch nun kommen Zweifel auf, ob der angekündigte Umzug tatsächlich so verlaufen kann, wie es sich die Leitung der Firma vorgestellt hat, und Gerüchte machen die Runde, dass über einen Verbleib in Unterkirnach verhandelt wird. Bürgermeister Andreas Braun hielt sich dazu bislang bedeckt, brach in der gestrigen Gemeinderatssitzung aber sein Schweigen.

Ein Gerücht hat der Bürgermeister bestätigt: Es habe ein "weiteres konstruktives Gespräch" zwischen ihm und Stephen Gunson von der Firma Wahl gegeben und man sei im weiteren Austausch. Um was es in diesem Gespräch allerdings konkret ging, darüber äußerte sich Andreas Braun nicht. Er wolle aber trotz der Situation positiv bleiben und weiterhin nach Möglichkeiten für einen Verbleib der Firma in Unterkirnach suchen. "Noch ist die Firma Wahl nicht weg", sagte der Bürgermeister.

Sollte die Firma Wahl Unterkirnach tatsächlich verlassen, bedeute das für die Gemeinde einen immensen finanziellen Verlust. Denn mit 240 Mitarbeitern ist Wahl nicht nur der größte Arbeitgeber. Die Firma ist zugleich der mit Abstand größte Gewerbesteuerzahler. Bürgermeister Braun hatte deshalb angekündigt, dass man intern die voraussichtlichen Auswirkungen auf die Gemeinde und Einsparmöglichkeiten ermitteln und diese dann in einer Einwohnerversammlung bekanntgeben werde. Diese wird im September oder Oktober 2018 stattfinden. Der Sommerempfang fällt dafür aus.

Durch bereits erfolgte Maßnahmen, beispielsweise indem die Spielscheune weiterhin bis 18 Uhr statt wie sonst im Sommer bis 19 Uhr geöffnet wird, oder indem auf neue Beschriftungen am Rathaus und der Tourist-Info verzichtet wird, werde die Gemeinde im laufenden Jahr rund 302 000 Euro einsparen. "Das sind alles Dinge, die tun der Bevölkerung nicht weh", sagte Bürgermeister Braun. Die befürchtete Schließung des Hallenbads stehe derzeit nicht zur Diskussion, versicherte er. Dies sei eines der letzten Dinge, bei denen er sparen werde.

Firma Wahl

Das Unternehmen Wahl stellt Haarschneidemaschinen für Mensch und Tier her. Die Wurzeln in Unterkirnach liegen in der 1946 gegründeten Firma Kuno Moser. 1996 wurde die damalige Moser Elektrogeräte GmbH vom US-amerikanischen Unternehmen Wahl Clipper Corporation übernommen. (tol)

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