Tuttlingen Proteste bei AfD-Wahlkampfveranstaltung in Tuttlingen mit Björn Höcke

Der umstrittene AfD-Politiker Björn Höcke sprach am Freitagabend bei einer Wahlkampfveranstaltung seiner Partei in Tuttlingen. Gegen den Auftritt in der Angerhalle formierte sich großer Protest. Der SÜDKURIER berichtet von vor Ort.

21:10 Uhr: Björn Höcke sprach insgesamt 35 Minuten lang und beendete seine Rede um 21:10 Uhr. Er wurde mit stehendem Applaus von der Bühne verabschiedet. Vor der Halle waren immer noch zahlreiche Polizeikräfte im Einsatz. Die Demonstranten hatten sich bereits ab 20:30 Uhr zurückgezogen und hielten sich in umliegenden Lokalen auf. 

20:51 Uhr: Höcke geißelt die Politik der offenen Grenzen in Deutschland. Hierfür sei Kanzlerin Merkel vornehmlich verantwortlich. Er beschreibt Deutschland als ein Land in dem sich immer mehr Bürger unsicher fühlten. Viele machten mittlerweile einen weiten Bogen um "Jungwähler-Zusammenrottungen". Es gebe in Baden-Württemberg "nachprüfbar einen Kriminalitätsanstieg von 20 Prozent". Besonders massiv gestiegen seien Straftaten von "sogenannten Flüchtlingen". Nach wie vor wird fast jeder seiner Sätze frenetisch bejubelt.

20:35 Uhr:  Björn Höcke hat mit seiner Rede begonnen. Er bezeichnet die AfD als die erfolgreichste Parteineugründung in Deutschland. Zuletzt waren zahlreiche Landtage bei den Wahlen in diesem Jahr "erobert worden". Höcke erntet für fast jeden seiner Sätze stürmischen Beifall im Saal. Der Mann aus Thüringen genießt seine eigene Wirkung sichtlich und hebt seine Stimme immer mehr an um die Anwesenden weiter zu pushen. 

19:25 Uhr: Björn Höcke ist an der Halle angekommen. Er wurde von Polizei und privaten Security über den Hintereingang in die Versammlungsstätte geführt. Dies sei aus Sicherheitsgründen erforderlich gewesen, so ein Polizeisprecher.
In der Halle beim AfD-Wahlkampftermin
In der Halle beim AfD-Wahlkampftermin


19:03 Uhr: Die Demonstranten skandieren "Rassismus raus" und "Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda". Ein Polizeisprecher sagte zunm SÜDKURIER dass das starke Aufgebot an Polizei "vollauf gerechtfertigt" sei. Die Kräfte der Landespolizei hätten mittlerweile von einem Mitglied der linken Szene vor der Halle eine Reisetasche beschlagnahmt, "in der sich mehrerer Schlagstöcke aus Holz" befänden. Höcke wird für etwa 19.20 Uhr erwartet. Dann wird die Sicherheitslage an der Halle besonders brisant. Erwartet wird auch, dass nach Ende der Veranstaltung in Möhringen eine besonders gefährliche Sicherhetislage besteht, wenn die Demonstranten abreisen.
Vor der Angerhalle beziehen Demonstranten Stellung. Mit ihren Schildern protestieren sie gegen die AfD.
Vor der Angerhalle beziehen Demonstranten Stellung. Mit ihren Schildern protestieren sie gegen die AfD. | Bild: Norbert Trippl


18:49 Uhr: Nach neuesten unbestätigten Angaben befinden sich rund 200 Polizisten vor Ort, auch berittene Polizei, die die Halle absichert. Der normale Zugang zur Halle ist geblockt. Die Polizei führt Besucher über eine Seitengasse in Möhringen an den Halleneingang wo ein privates Securityunternehmen weitere Sicherheitsmaßnahmen durchführt.

18:10 Uhr: Vor der Veranstaltungshalle gehen laut Schätzungen eines Polizeisprechers an die 200 Gegendemonstranten in Position. Sie halten Fahnen und Transparente hoch und skandieren Parolen gegen Rasssismus und werden dabei von mehreren Asylbewerbern unterstützt. Offenkunding sind viele der Gegendemonstranten aus Villingen-Schwenningen vom dortigen antifaschichstischen Zentrum angereist. Zur Gegendemonstration hatte im Vorfeld der AfD-Veranstaltung das regionale Büro des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) aufgerufen. Nach Angaben eines Polizeisprechers reist der Hauptredner der Veranstaltung, Björn Höcke, per Auto in Möhringen an. 

Zuletzt hatte es geheißen, er käme mit dem Zug. Seine Wahl für die Anreise per Auto war vermutlich keine gute Idee: Wie der Polizeisprecher weiter im Gespräch mit dem SÜDKURIER um 18 Uhr erklärte, käme Höcke wohl verspätet am Versanstaltungsort an. Ein Unwetter, so der Sprecher, würde die Anreise erheblich verzögern. Die Halle ist seit 18 Uhr geöffnet. Diese wid momentan von allen Seiten von der Polizei unmstellt. Die Gegendemonstranten werden auf Distanz gehalten und müssen auf einem Vorplatz in etwa 50 Meter Entfernung in leichtem Nieselregen ausharren.

17.40 Uhr: Sämtliche Ortseingänge sind von der Polizei abgeriegelt und bewacht, die Bundesstraßenabfahrt an die Angerhalle ist gesperrt, es ist Bundespolizei und regionale Polizei da. Ein Sprecher der Bundespolizei erklärt den massiven Polizeieinsatz mit rund hundert Polizisten damit, dass die Bahnanlagen geschützt und die Veranstaltung abgesichert werden müsse. Die Halle ist im Moment noch zu, ab 18 Uhr werden die Gäste hereingelassen. Erste Demonstranten gingen bei leichtem Nieselregen und Temperaturen um die 10 Grad in Position.

18 Uhr: Ein Sprecher der Demonstranten sagte im Gespräch mit dem SK kurz vor 18 Uhr: „Der Protest richtet sich ganz bewusst weniger gegen die AfD als vielmehr gegen den Sprecher des Abends, Björn Höcke.“ Der junge Mann organisiert den Protest und tritt jetzt an der Spitze von vielen vor allem jungen Leuten mit einer Gitarre an.

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