Tuttlingen Junge Syrer präsentieren ihre Kunst

In einem Film und einer Ausstellung in Tuttlingen erzählen Geflüchtete von ihren Erfahrungen und Perspektiven

Vor mehr 150 Zuschauern hat das Film- und Kunstprojekt "Drei Tausend plus X" seine Premiere gefeiert. Im Tuttlinger Rathausfoyer präsentierten junge syrische Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren ihre Kunst. Das Projekt beinhaltet zwei Komponenten: Die jungen Flüchtlinge erzählen ihre Geschichten und individuellen Perspektiven – sowohl filmisch als auch in Form von Kunstexponaten.

Der Film "Der Weg" ist angereichert mit eigenen Erfahrungen von Flucht und Vertreibung. Unterstützt und angeleitet durch Ines Fiegert und Jeremias Heppeler, Dozenten an der Kunstschule in Tuttlingen, haben sich die Künstler das vergangene halbe Jahr der Arbeit am Projekt gewidmet.

Während der Dreharbeiten entstand zudem das Kunstprojekt "Drei Tausend plus X", das Projektionen, Fotoserien und Installationen zeigt. Dabei liegt der Fokus auf der individuellen Sicht der jungen Künstler. Dadurch zeigt sich eine Momentaufnahme gegenwärtigen Lebenssituation.

Die jungen Künstler zeigen sich glücklich über die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Es wird klar, aus welcher Situation heraus die Menschen geflohen sind. "Wir sind nicht hier wegen Geld, sondern weil in unserer Heimat Krieg herrscht", stellt der 19-jährige Gaad klar. Der 19-jährige Maik ist sehr stolz. "Wir wollen nicht nur rumsitzen, sondern etwas Gutes machen", sagt er. Das Projekt habe ihm großen Spaß gemacht und er hofft, dass es damit "nicht aufhört". Der Film zeigt eindrücklich die Herkunft, geprägt von Hass, Angst, Gewalt und Tod.

Auch Jeremias Heppeler ist zufrieden über den Verlauf: "Je länger das Projekt ging, umso mehr haben wir den Jungs Freiräume gegeben und losgelassen", sagt Heppeler. Denn im Vordergrund stehe das Erzählen und die Ideen der jungen Syrer. Von der Leistung ist der Künstler begeistert: "Die Ernsthaftigkeit, mit der die Jungs das schwierige Thema umgesetzt haben, ist eine große Leistung." Die große Besonderheit sieht Heppeler im Prozess: "Die Geflüchteten befinden sich in einer schwierigen Phase. Wie sie sich mit ihrer Herkunft und Situation künstlerisch auseinandersetzen und sich somit auch wieder ins Leben zurückkämpfen, das macht das Projekt aus." Das Projekt wird auch beim Singener Kunstfestival Arte Romeias vom 20. bis 23. Juli zu sehen sein. Zudem ist es Ziel, den Film künftig an Schulen zu zeigen. Das Projekt entstand aus der Kooperation der Jugendkunstschule Zebra und Mutpol Tuttlingen.

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