Triberg Stadtjugendpfleger gibt dem Kochprojekt eine zweite Chance – jetzt sind die Jüngeren dran

Jens Trapp hat seinen ersten Sachstandsbericht in der Triberger Gemeinderatssitzung vorgelegt. Seit November 2016 ist der Jugend- und Heimerzieher mit einer 50-Prozent-Stelle als städtischer Jugendpfleger angestellt.

Aktuell sei der Jugendraum 17,5 Stunden pro Woche geöffnet, montags und donnerstags von 14 bis 21.45 Uhr sowie am Mittwoch von 14 bis 16 Uhr, so Trapp in seinem Sachstandsbericht. Die Besucher würden überwiegend aus Triberg, aber auch aus den Umlandgemeinden Schonach und Schönwald kommen. Der Jugendraum biete den Jugendlichen und Kindern in erster Linie einen sicheren und betreuten Raum, in dem sie sich ausleben können.

Der Anregung von Ratsmitglied Friedhelm Weber (SPD) hinsichtlich des Sportangebots in der Sporthalle des Gymnasiums, den Sport mit Vereinen zu verbinden, konnte Trapp zwei Entgegnungen bringen. Zum einen seien die meisten teilnehmenden Jugendlichen bereits in Vereinen integriert, zum zweiten sei der Platz in der Halle doch sehr begrenzt. Ute Meier (SPD) wollte wissen, ob es Sinn mache, wenn sich Vereine vorstellen würden, was Trapp verneinte. Wie erwähnt, seien viele Kinder und Jugendliche bereits in Vereinen tätig, daher wolle er lieber ein niederschwelliges Angebot machen.

Eine erste Zwischenbilanz seiner Arbeit stellt der Stadtjugendpfleger Jens Trapp jetzt im Triberger Gemeinderat vor.
Eine erste Zwischenbilanz seiner Arbeit stellt der Stadtjugendpfleger Jens Trapp jetzt im Triberger Gemeinderat vor. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Das Angebot, gemeinsam mit einem Koch leckere Mahlzeiten zuzubereiten, habe er ausgesetzt, wie er Susanne Muschal (SPD) auf deren Anfrage mitteilte. „Ich konnte nie sagen, wie viele kommen, wer teilnimmt – zudem machten viele Jugendliche zwar nicht mit, wollten aber gerne mitessen. „Und ich bediene nicht“, stellte er klar. Zudem wolle er das Angebot nicht ganz kostenlos machen. Er habe einen kleinen Obolus verlangt, was offensichtlich viele überforderte. In diesem Jahr wolle er mit nun deutlich jüngeren Jungen und Mädchen einen erneuten Versuch starten.

Jeden Donnerstag sei Obsttag, an dem die Jugendlichen kostenlos Obst bekommen, das die Tafel Schwenningen spende: entweder zum „pur essen“ oder es wird zu Saft, Obstsalat oder zu Schokofrüchten verarbeitet.

Mittwochs finde zudem in gemütlicher Atmosphäre des Jugendraums ein offenes Lernen statt. Die Jugendlichen hätten hier die Möglichkeit, sich in aller Ruhe, um ihre Hausaufgaben zu kümmern. Soweit möglich, würden sie hierbei unterstützt, informierte Trapp. Mit dem Familientreff „Ku-Guck“ werde gut zusammengearbeitet. Der Treff biete im Jugendraum die Soziale Gruppenarbeit an. So würden die Kinder den Jugendraum schon früh kennenlernen. Auch mit dem Polizeiposten Triberg gebe es eine „fruchtbare Zusammenarbeit“. Vergangenes Jahr sei das Theater „Mensch Kalle“, ein Stück zur Suchtprävention, aufgeführt worden.

Auf die Frage nach Mobbing in der Schule gab Trapp an, dass er derzeit eine intensive Schulung besuche. Dazu soll nochmals ein Theaterstück angeboten werden. Auch finde mit den Schulen im Rahmen des Arbeitskreises Jugend ein ständiger Austausch statt.

Mit der Ausstattung des Jugendraums sei er recht zufrieden, da er eher weniger als mehr haben wolle. „Spielekonsolen haben die Jugendlichen daheim, die biete ich nicht an“, betonte er. Das einzige Manko sei der zu kleine Raum.

Mittlerweile gebe es jedoch einen Stamm jüngerer Besucher, die sich rege in die aktive Arbeit im Jugendraum miteinbringen, sagte Trapp. Diese würden beispielsweise Billard- und Tischkicker-Turniere veranstalten oder eine Saftbar für die weiteren jungen Besucher organisieren.

Bürgermeister Gallus Strobel sah die Stadt mit dem Stadtjugendpfleger in Sachen Jugendarbeit auf einem guten Weg. Mittlerweile habe er erkannt, welche Arbeit an einer solchen Entwicklung und der Umsetzung hänge.

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