Triberg Muslime fasten bis die Sonne untergeht

Die Türkische Gemeinde Triberg feiert gemeinsam mit Pfarrer Ockert nach Sonnenuntergang mit feinen Speisen und Gesprächen über den Glauben.

Keine leichte Zeit haben derzeit die Muslime, denn seit mehr als drei Wochen befinden sie sich im Ramadan, dem Fastenmonat. Im islamischen Glauben ist der Monat Ramadan derjenige, in dem der Koran erstmals von Gott für die Menschen herab gesandt wurde.

Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang wird in diesem Monat gefastet. Da sich die islamische Kalenderrechnung an den Mondkalender hält, „wandert“ der Fastenmonat. Es gibt nur wenige Ausnahmen des Fastengebots, denn „Wer nun von euch während des Monats anwesend ist, soll in ihm fasten“. Was aber auch bedeutet, dass derjenige, der auf Reisen ist, vom Fasten befreit ist. Ein gläubiger Moslem wird bis zum letzten Sonntag im Monat Ramadan ab etwa fünf Uhr morgens fasten – bis die Sonne untergeht, also etwa gegen 21.30 Uhr. „In dieser Zeit wird weder gegessen noch getrunken, nicht einmal Wasser“, erläuterte der Vorsitzende der Islamischen Gemeinde Triberg, Erdal Daglar, gegenüber unserer Zeitung. In diesem Jahr begann der Ramadan am 26. Mai – der letzte Tag der Fastenzeit ist der 25. Juni. Dann beginnt einer der höchsten Feiertage, das Zuckerfest, Ramazan Bayrami, (Bayrami heißt Feiertag).

Gespräche über den Glauben

Auch in diesem Jahr hatte die Islamische Gemeinde zum gemeinsamen Fastenbrechen Bürgermeister Gallus Strobel sowie den evangelischen Pfarrer Markus Ockert und seinen katholischen Amtsbruder Andreas Treuer geladen, dabei war letztendlich Pfarrer Ockert. Gespräche über den Glauben führten die beiden Geistlichen mit mehreren Gemeindemitgliedern. Dabei gab es durchaus auch Gespräche über den jeweiligen Glauben. Dann aber begann das Fastenbrechen. Nach einem Gebet, das der Imam anstimmt, wird zunächst Wasser getrunken und eine Dattel gegessen.

Doch im Vorfeld wurden an einem großen Buffet die Teller gefüllt. Auffallend ist dabei die strikte Trennung der Geschlechter – ausschließlich Männer waren beim Fastenbrechen anwesend, die Frauen waren in separaten Räumen, nachdem sie das Buffet aufgebaut hatten. Da es am Wochenende recht warm war, hatten die Männer im Freien Festgarnituren aufgestellt. Während und nach dem Essen wurde mehrfach gebetet und es gab weitere interessante Gespräche, bei denen festgestellt wurde, dass Islam und Christentum gar nicht so weit auseinander lägen und zumindest gemeinsame Wurzeln im Alten Testament besitzen. Gegen 22.30 Uhr zogen sich die Gemeindemitglieder in die Gebetsräume der Moschee zurück.

Am Wochenende werden die Muslime einen ihrer wenigen Feiertage begehen: Das Fastenbrechen, das den Fastenmonat beendet. Nach dem Opferfest, an dem vier Tage lang Abrahams gedacht wird, der bereit war, seinen Sohn zu opfern, ist dies der zweithöchste Feiertag.

Am 22. und 23. Juli lädt die Islamische Gemeinde alle Interessierten zur „Kermes“ ein, einem Wohltätigkeitsfest, bei dem es wieder leckere Speisen der türkischen Küche geben wird, die so viel mehr bietet als nur Döner Kebab und Pide.

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