Triberg Luchs und Wildschwein halten die Jäger auf Trab

Jäger sehen auch wandernde Wildkatzen kritisch. Schwarzkittel vor allem in Schonach und Schönwald aktiv. Idee einer Hegegemeinschaft kommt bei Waidmännern an.

Der Luchs Friedel, der im Frühjahr auf dem Rohrhardsberg einen Sender bekam, ist seit dem 26. August im Donautal unterwegs. Darüber informierte bei der Herbstversammlung des Hegerings Micha Herdtfelder von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg die Jäger. Ehe sich das männliche Tier, das aus dem Schweizer Jura stammt, in Richtung Ulm auf den Weg machte, war es mehrfach und gesichert im Raum Rohrhardsberg, Rensberg und Niederwasser unterwegs.

Die letzte gesicherte Spur des zweiten Luchses in Oberprechtal datierte Micha Herdtfelder auf den August 2015. Er bat die Jäger um Meldungen, damit auch dieses Tier mit einem Sender versehen werden kann. „Es ist unwahrscheinlich, dass es im Schwarzwald eine stabile Population gibt“, erklärte er. Bisher sei man mit durchziehenden, männlichen Einzeltieren konfrontiert. Wenn eine stabile Population innerhalb der nächsten 50 Jahre angestrebt werde, müsste man Tiere aussetzen, prognostizierte er.

Er appellierte an eine gute Zusammenarbeit mit den Jägern. Die interessierten sich für die Auswirkungen der Luchsanwesenheit auf das Auerwild und den Pachtwert der Jagdflächen. Sie machten deutlich, dass auch durchziehende Luchse Schäden durch Wildrisse verursachten. Herdtfelder räumte ein, dass über vieles noch gar nicht gesprochen worden sei und Erfahrungen fehlten.

„Ich bitte euch, kümmert euch drum“, sprach der Hegeringvorsitzende Hans Reiner die Wildschweinplage an. Derzeit sind diese in Schonach und Schönwald sehr aktiv und verursachen im Grünland erhebliche Schäden.

Reiner machte die Hegeringkollegen darauf aufmerksam, dass die Hubertusmesse nicht wie üblich in der Pfarrkirche Schonach stattfinden wird. Vielmehr rundet sie den Hubertustag am 7. November um 18.30 Uhr in der Hornberger Kirche ab. Außerdem wies er auf die Fuchswoche vom 17. bis zum 24. Januar 2016 hin. Sie soll auch dem Schutz des Auerwildes dienen, erklärte er.

Der stellvertretende Hegeringvorsitzende Reinhold Mayer regte auf Vorschlag des Landesjagdverbandes die Gründung einer Hegegemeinschaft an. Dieser flächenhafte Zusammenschluss würde eine erweiterte Fuchsbejagung ermöglichen und die gemeinsame Wildschweinjagd effektiver gestalten. Außerdem könnte sie eine Fütterungskonzeption erarbeiten und, sofern diese genehmigt wird, den interessierten Jägern auch künftig eine Wildfütterung erlauben.

Biotophegemaßnahmen, Artenschutz und Sammelbestellungen wären weitere Gebiete, in denen eine Hegegemeinschaft aktiv werden könnte. Bedingung dafür wäre ein Zusammenschluss mit einer Jagdgesamtfläche von über 2500 Hektar. Mehrheitlich bekundeten die Jäger ihr Interesse an der Einrichtung, die Reinhold Mayer nun weiter vorantreiben wird. Abschließend informierte Kreisjägermeister Knut Wälde die Jagdkollegen über die Verbandsarbeit.

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