Triberg Dekan Fischer: Fehlende Bindung zur Kirche stellt ein Problem dar

Dekan Josef Fischer spricht bei der Visitation der Kirchengemeinde „Maria in der Tanne über den Ist-Zustand der Seelsorgeeinheit. Dabei gab es viel Lob, aber auch Anregungen für Veränderung.

Die Visitation der Kirchengemeinde „Maria in der Tanne“ bedeutete viel Arbeit für alle Beteiligten, die sich jedoch gelohnt hat. Dekan Josef Fischer und die Dekanatsreferentin Dorothea Hofmann suchten das Gespräch mit den Verantwortlichen in den Gremien und Gruppen.

Die Pfarrgemeinderäte, das Seelsorgeteam und das Vorbereitungsteam reflektierten den derzeitigen Stand in den fünf Pfarreien und äußerten ihre Wünsche und Anliegen. Aber auch die drei Pfarrsekretärinnen, Susanne Wehrle, Renate Hummel-Braun und Susanne Neuenhofer-Reetz, wurden in die Visitation einbezogen, ebenso die Sozialstation St. Marien, die für die ganze Raumschaft zuständig ist.

Metin Sünnetci (links), Leiter der Triberger Moschee, bedankt sich für die Einladung, während sein Mitarbeiter Özgür Kiliclioglu (rechts) die türkische Rede ins Deutsche übersetzt.
Metin Sünnetci (links), Leiter der Triberger Moschee, bedankt sich für die Einladung, während sein Mitarbeiter Özgür Kiliclioglu (rechts) die türkische Rede ins Deutsche übersetzt.

Am Samstag gab es im Schonacher Pfarrzentrum St. Urban eine ausführliche Stellungnahme für alle Interessierten. Dazu waren nicht nur die Katholiken eingeladen, sondern auch die Vertreter der Kommunen, die Pfarrer der evangelischen und neuapostolischen Christen, sowie die Verantwortlichen der islamischen Gemeinde.

Zunächst listete der Dekan den Ist-Zustand der Seelsorgeeinheit auf. „Die Arbeitsbereiche der Hauptamtlichen sind gut aufgeteilt“, sagte Josef Fischer, um dann in erster Linie die „aktiven und rührigen Sekretärinnen“ zu erwähnen. Spontaner Applaus folgte den Worten des Dekans. Das Seelsorgeteam sei gut vernetzt und der Pfarrgemeinderat ein gesprächsfreudiges Gremium, mit dem man harmonisch zusammenarbeiten könne.

Beim Empfang herrscht ein fröhliche Stimmung, wie hier bei Jürgen Kammerer (von links), Bernhard Dold, Claudia Waldvogel, Josef Fischer, Dorothea Hofmann und Johannes Schuler (vorne).
Beim Empfang herrscht ein fröhliche Stimmung, wie hier bei Jürgen Kammerer (von links), Bernhard Dold, Claudia Waldvogel, Josef Fischer, Dorothea Hofmann und Johannes Schuler (vorne).

Auch die Sozialstation fand die ungeteilte Zustimmung des Dekans, ebenso äußerte er seine Freude über die gut geführten Kindergärten. „Das Immobilienkonzept, das der Pfarrgemeinderat für die Seelsorgeeinheit aufgestellt hat, ist eine große Leistung“, so Fischer.

Die anderen Seelsorgeeinheiten im Dekanat Schwarzwald-Baar seien noch nicht soweit, obwohl sich alle Gedanken machen müssten über die Pfarrhäuser und Gemeindehäuser, die nicht mehr benutzt werden. Die Einführung eines zeitgemäßen Totengebetes für die Verstorbenen wurde ebenfalls gerühmt. „Falls die Angehörigen den klassischen Rosenkranz wünschen, wird das natürlich ermöglicht“, ergänzte er.

Ein besonderes Lob gab es nicht nur für die gute ökumenische Zusammenarbeit mit den anderen Christen in der Stadt, sondern auch für die interreligiösen Kontakte zu den Muslimen. Dies sei eine gute Voraussetzung, um den Islam kennenzulernen. „Aber nicht alles ist wunderbar in dieser Seelsorgeeinheit", stellte Fischer klar. „Durch die große Einheit entfernt sich die Kirche vom Dorf.“ Es gebe nur einen Pfarrer und keinen Pensionär, der ihn unterstützen könnte.

Ein großes Problem sei die abnehmende Kirchenbindung. Sorgenvolle Blicke müsste man in die Richtung von Kindern und Jugendlichen werfen, die in kirchenfernen Familien aufwachsen. Neben einer Ursachenforschung plädierte er für Familiengottesdienste, Oberministrantentreffen auf Ebene der Seelsorgeeinheit, Jugendgottesdienste und Wortgottesfeiern. Aber auch Ferienlager für junge Leute und vor allem Angebote für die Zeit nach der Erstkommunion seien wichtig. „Zu empfehlen sind auch Glaubenskurse für Gemeindemitglieder, die ihre Gottesbeziehung vertiefen wollen und außerdem können engagierte Christen Wort-Gottesdienst-Kurse besuchen“, betonte der Dekan.

Die Adventsandachten und Erntedankfeiern in Gremmelsbach unter der Leitung des Gemeindeteams wurden dabei ebenso lobend erwähnt wie die Feierabendgottesdienste, die von der katholischen Frauengemeinschaft in Schönwald angeboten werden. Zum Abschluss mahnte der Dekan das verpflichtende Pastoralkonzept an, das in jeder Seelsorgeeinheit erstellt werden muss.

Pfarrer Andreas Treuer bedankte sich beim Visitator für die „ermutigenden Worte“. Der Schonacher Bürgermeister Jörg Frey überbrachte Grüße von seinen Kollegen Gallus Strobel und Christian Wörpel. Die Nußbacher Kindergartenleiterin und Triberger Stadträtin Ute Meier bilanzierte die finanzielle Unterstützung des Gemeinderates für die Kindergärten. Die Worte des türkischen Iman Metin Sünnetci wurden von Özgür Kiliclioglu übersetzt. „Toleranz und Respekt zwischen den Religionen sind nötig, damit sich die Völker verstehen“, signalisierte der Iman.

Der evangelische Pfarrer Markus Ockert erinnerte an das Bibelwort: Jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt ist die Zeit des Heiles. „Nach dem Vorbild Jesu müssen sich die Kirchen zusammenfinden“, sagte er. Ins gleiche Horn blies der neuapostolische Pfarrer Dieter Hartl: „Wenn wir handeln wie Jesus, kommen wir ins Gespräch mit allen Generationen.“

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