Titisee-Neustadt Schanzenlauf in Titisee-Neustadt: Ahmet Arslan ist Weltmeister

Skibergsteiger Anton Palzer muss sich nur Vorjahressieger Ahmet Arslan knapp geschlagen geben.

Erstmals wurden an der Hochfirstschanze in Titisee-Neustadt die Weltmeister im Schanzenlauf Red Bull 400 gekürt. Ahmet Arslan aus der Türkei war bei den Rennen der schnellste Starter unter den rund 1000 Teilnehmern. Insgesamt wurde der WM-Titel in fünf verschiedenen Kategorien vergeben. Kunstflugpilot und Weltmeister Matthias Dolderer lieferte im Rahmenprogramm eine eindrucksvolle Flugshow. Rund 7000 Zuschauer verfolgten die Premiere im Hochschwarzwald.

Bereits 13 Red Bull 400 Rennen konnte Ahmet Arslan für sich entscheiden, den wichtigsten Sieg holte er sich am Samstag in Titisee-Neustadt. In einem packenden Finale setzte sich der Vorjahressieger Arslan bei der Red Bull 400 Weltmeisterschaft durch: Er bezwang die 140 Höhenmeter auf nur 400 Meter Streckenlänge mit 3:31.1 Minuten in einem neu aufgestellten Streckenrekord und kürt sich zum Red Bull 400 Weltmeister 2017. Nur wenige Sekunden nach ihm, sicherte sich Skibergsteiger Anton Palzer die Silber-Medaille. Und es gab harte Konkurrenz: über 1000 Teilnehmer aus 40 Nationenaus von fünf Kontinenten traten die 400 härtesten Meter der Welt an. Als schnellste Frau erreichte Yukari Tanaka aus Japan nach 4:54.2 Minuten das Ziel. Beeindruckende Zeiten gab es auch bei den Staffelläufen: Die Gewinnerstaffel überquerte die Ziellinie nach 2:04.9 Minuten und stellte damit einen neuen Staffelrekord auf. Bei bis zu 35 Grad Steigung gingen alle Teilnehmer ans äußerste Limit. Darunter auch Stars aus Musik und Sport, wie Andreas Bourani und Ultrarunner Florian Neuschwander, die sich dieser für sie ungewöhnlichen Herausforderung stellten.

Um 13 Uhr fiel der Startschuss für den ersten von insgesamt 21 Vorläufen der Red Bull 400 Weltmeisterschaft. Wo sonst die besten Skispringer der Welt an Deutschlands größter Naturschanze hinabfliegen, traten über 1000 Teilnehmer die Gegenrichtung an. Vor der beeindruckenden Kulisse des Hochschwarzwaldes erklommen die Läufer die Hochfirstschanze in Titisee-Neustadt und lieferten sich kompromisslose Kämpfe an der bis zu 35 Grad steilen Schanze. Nach harten Runden und einem Kopf-an-Kopf Finallauf, stand der glückliche Gewinner fest. Für den Vorjahressieger Ahmet Arslan aus der Türkei war der 14. Red Bull 400-Sieg ein ganz Besonderer: „Die Schanze in Titisee-Neustadt ist besonders hart – unglaublich, dass ich das knappe Finale noch für mich entscheiden konnte“.

Für eine Überraschung sorgte der amtierende Vize-Weltmeister im Skibergsteigen Anton „Toni“ Palzer. Er kam nach 3:32.9 Minuten als glücklicher Zweiter im Ziel an: „Im ersten Vorlauf hatte ich noch keine Vorstellung, was auf den nächsten 400 Metern auf mich zukommt und bin einfach losgelaufen. Im Halbfinale musste ich dann doch einige Körner lassen, diese Kraft hat mir dann auf den letzten Metern gefehlt. Ich bin trotzdem happy, mit dem zweiten Platz habe ich nicht gerechnet, vielleicht greife ich ja nächstes Jahr nochmal an. Red Bull 400 ist ein super Event mit einer großartigen Stimmung.“

Die Bestzeit bei der Full Distance-Wertung der Frauen erreichte Yukari Tanaka aus Japan mit 4:54.2 Minuten: „Nach meinem Sieg in Japan, war ich sehr motiviert auch bei der Weltmeisterschaft ganz oben zu stehen. Diesen Traum konnte ich mir heute erfüllen, ich bin überwältigt“.

Auf der Suche nach der ultimativen Herausforderung traten die Teilnehmer, vom Hobbyläufer bis zum Profiathleten, das Rennen an. Darunter auch der Musiker Andreas Bourani, der derzeit an seinem neuen Album arbeitet. Mit einem fordernden Sportprogramm schafft er einen Gegenpol zur Musik – Red Bull 400 kam für ihn gerade richtig: „Das tägliche Training ist Herausforderung und Inspiration zugleich. Ich war heute mit meinen zwei Trainingskollegen am Start. Jetzt nach dem Rennen kann ich bestätigen, dass Red Bull 400 den Ruf als der härteste 400-Meterlauf der Welt definitiv verdient hat“, so Andreas Bourani. Auch Florian Neuschwander wagte sich an die härtesten 400 Meter der Welt. Für den Ultrarunner stellt die kurze Distanz eine besondere Challenge dar: „Eigentlich fühle ich mich auf der Langstrecke daheim, die kurze Distanz und die vielen Höhenmeter sind aber eine spannende Herausforderung für mich. Bis in die Finalläufe zu kommen, war ein harter Kampf. Mit meinem 15. Platz bin ich mehr als zufrieden, nächstes Jahr komme ich noch vorbereiteter“.

Neben der Einzelwertung traten auch Staffeln in den Disziplinen Männer, Mixed und Firefighters an. Eine mehr als beeindruckende Leistung lieferten dabei die vier Läufer des Teams „Ask Slavia Praha“. In nur 2:04.9 Minuten sprinteten sie förmlich die Strecke hinauf und bewiesen dabei Ausdauer, Disziplin und vor allem Teamgeist. Die schnellste Feuerwehr-Staffel waren Feuerwehrmänner aus Rutzenmoos, Österreich – sie benötigten 2:15.4 Minuten.

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