Tennenbronn Einblicke in Tennenbronner Geschichte

Fulminanter Auftakt zur Vortragsreihe der Projektgruppe „Heimathaus Tennenbronn“

Tief in die Historie von Tennenbronn eingetaucht ist Alfred Kunz mit dem Vortrag „Im Tennenbronn um die Jahrhundertwende 1900“. Die Projektgruppe „Heimathaus Tennenbronn“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Jahr in mehreren Vorträgen das Dorf in den Mittelpunkt zu stellen. Den Reigen eröffnete Alfred Kunz mit seinem kurzweiligen, stark gefragten Vortrag.

Es zeigte sich, dass Alfred Kunz weit zurück ins Mittelalter gegangen ist, um erste erkenntnisreiche Quellen zu erschließen. Erwähnt wird Tennenbronn 1179 in einer Urkunde von Papst Alexander III, der bestätigte, dass „Tennebrunne cum eclesia“ zum Kloster St. Georgen gehört. Und um diese Kirche herum entwickelte sich „das Dörfle“ als eigentlicher Ortskern. Es handelt sich um den Bereich um die heutige evangelische Kirche.

Aus Urkunden über Schenkungen von Adeligen auf der Baar und aus dem Schwarzwald an das Kloster St. Georgen wird der Ramstein genannt. Die Urkunde datiert von 1135. Die Personen, die auf der Burg wohnten und die Urkunden beglaubigt haben, sind Marquard von Ramstein und dessen Sohn Ruom. Immer wieder hielten sie sich im Kloster St. Georgen auf. Als in den 1970er Jahren das alte Pfarrhaus abgerissen wurde, fand man vergilbte Dokumente, die in groben Umrissen die Geschichte Tennenbronns wiedergeben. Dabei ist die Rede von Mönchen, die am Ort des heutigen Gasthaus Löwen einen Edelmann antrafen, der die Mönche darum bat, eine Kirche zu errichten. So berichtet Alfred Kunz, dass bis ins 19. Jahrhundert der „Löwen“ als einziger Hof im Stab Tennenbronn den Titel „Freihof“ trug. Dessen Wirte waren evangelisch.

In der Zeit der Reformation und des 30-jährigen Kriegs hatten es die Bewohner Tennenbronns nicht leicht. Häufiger Glaubenswechsel, dazu die in drei verschiedene Ämter aufgeteilte Gemeinde wurde zu einem „Fleckenteppich“. Besitzrechte gingen an Württemberg mit dem Amt Hornberg, an Schramberg durch Hans von Rechberg und an das Kloster St. Georgen. Mit dem Gasthaus „Krone“ öffnete Joseph Ferdinand Graf von Bissingen eine neue Stabswirtschaft, was bedeutete, dass die Angehörigen des Schramberger Stabs ihre Feste in der „Krone“ zu feiern hatten. Sebastian Schuler wird 1774 als erster katholischer Schramberger Stabswirt genannt. Erst mit dem Auslöschen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, nach dem Tennenbronn württembergisch und später badisch wurde, fiel die unsichtbare Mauer, die mitten durch das Dörfle, zwischen dem Gasthaus Krone und der Gassenwirtschaft Adler verlief. Auf der einen Seite war Österreich, auf der anderen Württemberg. Im Kriegsfall sind die Tennenbronner je nach politischer Zugehörigkeit zu Kriegsgegnern geworden.

Auch eine Hochzeit mit einem Partner auf der anderen Straßenseite war undenkbar. Zu unterschiedlich war der Alltag. Dazwischen standen der unterschiedliche Glauben, unterschiedliche Maßeinheiten und Währungen. Nach Jahrhunderten unnatürlicher Trennung erfolgte die Wiedervereinigung unter badischer Regie. Das Zusammenleben in einer Gemeinschaft lies alte Feindbilder aufkommen. Schließlich standen sie sich noch bis vor kurzem als Kriegsgegner gegenüber. Die Söhne der einen kämpften mit Österreich gegen Napoleon, die der anderen kämpften mit Württemberg als Napoleons Verbündete. Es entstanden die beiden Gemeinden evangelisch- und katholisch Tennenbronn. 1848 erhielten die Katholiken die eigene Kirche. Es wurde möglich, dass ein evangelischer Bauer sein Eigentum an einen katholischen Tennenbronner verkaufen konnte und umgekehrt.

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