St. Georgen Zu Besuch in der Werkstatt: So wird die Schwarzwälder Naturseife aus St. Georgen hergestellt

Seit vier Jahren verkauft Heidi König Seifen in ihrem Laden an der Bahnhofstraße. In der Werkstatt im Hinterzimmer stellt sie diese sogar selbst her. Der SÜDKURIER war bei der Produktion dabei. Ein multimedialer Einblick hinter die Kulissen der Seifenherstellung.

Schon beim Betreten des Ladens steigen viele verschiedene Düfte in die Nase - von Zitronenmelisse über Holunderblüte bis hin zu Lavendel. Die Auswahl in den Regalen von Heidi König ist vielfältig: Rund 30 verschiedene Seifen hat sie im Sortiment ihres Ladens an der Bahnhofstraße mit dem Namen "Schwarzwälder Naturseifen". 

Und die 60-Jährige stellt die Seifen auch alle selbst her. Durch eine Hintertür geht es in ihre Seifen-Werkstatt. Auf dem Tisch stehen bereits alle Arbeitsutensilien bereit. "Das ist wie beim Backen, man muss alles genau abwiegen, damit es gelingt", sagt König. Heute stellt die Seifensiederin eine Melissen-Seife her. Dafür braucht sie: Kokosfett, Kakaobutter, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Natronlauge, Wasser, Zitronenmelissenblätter und Melissenöl. 

Der erste Schritt beginnt mit der Natronlauge: "Natronlauge ist hochätzend", erklärt König. "Vom Prinzip her ist es aber das Gleiche, was auch auf einer herkömmlichen Laugenbrezel drauf ist." Die abgewogene Natronlauge schüttet sie in ein Gefäß mit Wasser. 

Nachdem das Wasser mit der Natronlauge verrührt wurde, muss die Mischung erst einmal ruhen. Währenddessen bereitet König in einem zweiten Topf die pflegende Komponente der Seife vor: Zunächst gibt sie Kokosfett in den Topf. "Durch das Kokosfett werden die Seifen hart", sagt König. Außerdem sei es pflegend für die Haut.

Im Anschluss daran kommt Kakaobutter in den Topf. Dann heißt es erstmal warten. Das Gemisch aus Natronlauge und Wasser muss abkühlen. Währenddessen werden die Fette auf dem Herd geschmolzen.

In einem anderen Topf werden Oliven- und Sonnenblumenöl eingefüllt. "Je nach Farbwunsch nehme ich helleres oder dunkleres Olivenöl", erklärt König. Gemeinsam mit den ausgewählten Fetten sorgen die Öle dafür, dass die Seife am Ende hart ist, gleichzeitig haben sie eine pflegende Wirkung, so König. 

 

 

Im nächsten Schritt vermischt König die mit Wasser angereicherte Natronlauge mit den Ölen. Dabei muss sie kontinuierlich rühren. 

 

 

Nun kommt der Duft ins Spiel: "Abgesehen vom Duft ist das Grundrezept bei vielen Seifen das gleiche", erklärt König. Für die Zitronenmelissenseife braucht es Melissenöl und Zitronenmelissenblätter als Duftverstärker. Die beiden Zutaten holt König aus ihrem Duftschrank.

Die Zusätze braucht es, damit die Seife auch wirklich riecht, so König. Etwas ist ihr dabei allerdings wichtig: "Ich achte darauf, nicht zu viel Verschiedenes zu mischen", betont König. Deshalb gibt sie für die Zitronenmelissenseife nur die zwei Zutaten dem Öl hinzu.

 

 

Damit sind nun alle Zutaten in einem Topf: König vermischt alle Zutaten mit dem Pürierstab, bis sie alle ordentlich verrührt sind.

 

 

Dann wird das Gemisch aus allen Zutaten, die es für die Schwarzwälder Zitronenmelissenseife braucht, in einem letzten Arbeitsschritt in die Seifenform gegeben. 

 

Die Seife wird mit einem Deckel und Handtüchern abgedeckt, damit die Masse auskühlen kann. "Im Winter geht es bei kühlen Temperaturen ganz schnell", erläutert König. Im Sommer hingegen braucht die Masse länger, um vollständig abzukühlen. 

Nach einem Tag wird sie in Einzelteile geschnitten und kommt dann noch für vier bis sechs Wochen ins Seifenlager zu den anderen Sorten. Frische Seife hat mit neun einen hohen PH-Wert, der während der Lagerung sinkt. "Dann ist die Seife besser verträglich", erklärt König. Jede Kiste der Seife ist mit dem Datum und der Seifenart beschriftet - so behält die Inhaberin den Überblick. 

Ist die Seife reif, kommt sie in den Laden: Dort wartet die eigens hergestellt Seife im Regal umrahmt von anderen Produkten wie einer Holunderseife und einer Rosenseife auf ihren Einkauf. 

 

Fotos und Videos: Wiebke Wetschera

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