St. Georgen Wie Kinder das Lernen lernen

Vortrag von Michael Kary im Deutschen Haus. Verein Gerwigschule freut sich über Resonanz.

Das Lernen lernen, wie das funktionieren kann, das erklärte Referent Michael Kary vom gemeinnützigen Verein LVB Lernen auf sehr unterhaltsame und anschauliche Weise. Auf Einladung des Fördervereines der Robert-Gerwig-Schule referierte er im Theater im Deutschen Haus.

„Wir haben einen neutralen Ort gewählt“, erklärte Rektor Jörg Westermann bei der Begrüßung. Er verwies auf die Zusammenarbeit mit dem Theaterverein und die ungezwungene, gute Stimmung bestätigte diese Wahl. Rainer Hummel, Vorsitzender des Fördervereins, freute sich sehr, dass sich die Themenauswahl als richtig erwies und weitere Stühle aufgestellt werden mussten. Michael Kary studierte Linguistik, Anglistik und Psychologie, ist Kommunikationstrainer, Mediator und Moderator und all seine Talente setzte er bei seinem lebendigen Vortrag ein.

Mit viel Verständnis für Elternsorgen und Schülernöte, erläuterte er den Lernprozess und deckte Fallen auf, die ihn behindern könnten. Entscheidend für den Lernerfolg wäre der richtige Umgang mit dem Lerntyp, so Michael Kary. Visuelle Typen lernen über Sehen, Lesen und Anschauen, Gehörtes erfassen sie schlechter. Der auditive Lerner ist das Gegenteil. Er merkt sich am besten das Gehörte und reagiert anfällig auf Störgeräusche. Der Motoriker ist der Begreifer. Bewegung und Fühlbares unterstützen seinen Lernerfolg. Der kommunikative Lerntyp braucht die Diskussion und das Gespräch, um sich den Lernstoff zu merken.

Ausführlich erklärte Michael Kary, wie das Gehirn funktioniert. Anhand von zwei praktischen Übungen demonstrierte er, wie das Ultrakurzzeitgedächtnis filtert und mit welchen strukturierten Methoden der Merkerfolg deutlich gesteigert werden kann. Dabei brach er eine Lanze für die Heftführung und den kreativen Umgang mit Farben und Hervorhebungen. Alles, was mit Tabellen und Kategorien abgespeichert wird, ist besser und schneller zu merken.

Während das Ultrakurzzeitgedächtnis wichtig von unwichtig sortiert, bezeichnete er das Kurzzeitgedächtnis als Arbeitsspeicher, das Langzeitgedächtnis als Lagerhalle. Wenn es gelingt, den Lernstoff mit emotionalen Erlebnissen zu verbinden, dann funktioniert das Lernen fast mühelos und automatisch. In diesem Fall, so Michael Kary beteiligen sich beide Gehirnhälften und das fördert den Merkeffekt enorm. Bereits eingangs seines Referates wies er die Eltern auf das lebenslange Lernen hin. „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Wer aufhört zu rudern, der fällt zurück“, nannte er ein eindrückliches Beispiel. Bei regelmäßigem Lernen wächst das Gehirn und bleibt leistungsfähig. Wer damit aufhört, dessen Gehirn schrumpft und Verbindungen werden gekappt. Wie Kinder rhetorisch ermutigt und bestärkt werden können, auch dafür hatte er verschiedene Formulierungen parat. Er demonstrierte wie schwierig es ist, vor einer Angst-Arbeit den Kindern glaubhaft Mut zu machen. „Das braucht Übung“, ermutigte er die Eltern. Damit sich das Gelernte zu Hause verfestigt, auch dazu hatte er Tipps parat. Schon 20 Minuten Bewegung, Sport aber auch Lesen unterstützt den Merkprozess. Gift dagegen seien Computerspiele oder Fernsehen.


Zum Verein

Der gemeinnützige Verein LVB Lernen wurde 2015 gegründet und hat sich der Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit verschrieben. Um das zu erreichen, sollen Eltern beim Lernen mit den Kindern unterstützt werden und Informationen zur geeigneten Methode erhalten. Praktische Tipps dazu sind Inhalte der Vorträge. Weitere Infos unter: www.lvb-lernen.de.

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