St. Georgen Vortrag über digitale Klangwelt: Das Handy macht den Musiker

Manfred Schnell erklärt bei seinem Vortrag, was in der digitalen Klangwelt möglich ist.

Unter dem sperrigen Vortragstitel "Zusammen (mit) Musik spielen mit Webtechnologie auf mobilen Geräten", eröffnete Professor Manfred Schnell seinen Zuhörern eine neue Dimension im Bereich Klang und Musik. Im Rahmen der monatlichen Klangmatineen in der Global Forest Künstlerresidenz zeigte er anhand von verschiedenen Projekten, was in der digitalen Klangwelt mit mobilen Geräten, die untereinander auf dieselbe Internetseite als Impulsgeber zurückgreifen, möglich ist.

Die Grundlagen dazu präsentierte er anhand seines Projekts "We will rock you". Auf sechs Handys waren die einzelnen Tracks der Stimme, der Gitarre oder der Percussion installiert und wurden durch Bewegung ausgelöst. In einem weiteren Projekt "88 Fingers" führte er vor, was passiert, wenn 88 Mobilgeräte auf jeweils eine Klaviertaste Zugriff haben. "Mozart kam natürlich nicht heraus", kommentierte er.

Bei den Möglichkeiten der digitalen Technologien verschwimmen die Grenzen zwischen Musik hören und gestalten. Egal, ob das Handy als Fernsteuerung funktioniert oder eigene Aufnahmen von Geräuschen oder Tönen montiert und improvisiert werden, das Potenzial ist schier endlos. Eigene Handyverstärker können Klang ins Konzert bringen und bieten, sofern gewünscht, die Möglichkeit, phasenweise mit aktiv zu werden. Erlaubt ist alles, was passt oder gefällt.

Sascha Brosamer und Viktoria Tiedeke stimmen ihre Mobilgeräte zum gemeinsamen digitalen Musizieren im Rahmen der Klangmatinee in der Global Forest Künstlerresidenz ab.
Sascha Brosamer und Viktoria Tiedeke stimmen ihre Mobilgeräte zum gemeinsamen digitalen Musizieren im Rahmen der Klangmatinee in der Global Forest Künstlerresidenz ab. | Bild: Rita Bolkart

Um am digitalen Musikspaß teilzuhaben, seien keine Noten- oder Instrumentenkenntnisse erforderlich, so Manfred Schnell. Und gemeinsames Agieren erfordere Kommunikation und erfülle durchaus pädagogische Aufgaben, so seine Einschätzung.

Im zweiten Teil der Klangmatinee konnten die Besucher endlich ausprobieren, was bei entsprechender Vernetzung in ihren Mobilgeräten steckt.

Für die Mai-Klangmatinee ist das Gegenteil zur digitalen Musikwelt geplant. Dann geht es am 6. Mai ganz früh am Morgen hinaus in den Wald, um Vogelstimmen zu lauschen. Im Rahmen des Dawn Chorus Day werden diese aufgenommen und weltweit live gestreamt. Die Veranstaltung wird von einem Ornithologen begleitet, erklärte der künstlerische Leiter Sascha Brosamer.

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