St. Georgen Tanzkunstakademie in St. Georgen: Die Herausforderung kleiner Bühnen

Der Workshop in der Tanzkunstakademie in St. Georgen hat Künstler aus ganz Deutschland in den Schwarzwald gelockt. Darum haben sie sich dazu entschieden...

Eine Woche lang haben angehende Akteure der darstellenden Künste an der Tanzkunstakademie in St. Georgen bei einer Projektwoche Texte geschrieben, Gedichte auswendig gelernt, Choreografien einstudiert. Das daraus entstandene Showprogramm haben sie nun aufgeführt.

Erika Schullerer, die die Tanzkunstakademie gemeinsam mit ihrer Tochter Ramona leitet, zeigte sich sehr zufrieden, angesichts der Leistung der gut ein Dutzend angehenden Künstler. Aus ganz Deutschland sind diese zu dem Workshop angereist. "Die Studierenden haben ein sehr hohes Niveau gezeigt", sagte sie. Arbeiteten die Workshopteilnehmer in den Vorjahren eine Woche lang auf eine große Abschlussaufführung hin, die in der Stadthalle stattfand, so setzte Schullerer den Schwerpunkt in diesem Jahr bewusst anders: Sozusagen häppchenweise servierten die Akteure jeden Abend ein anderes Programm. Dass anstatt der großen Bühne dabei kleine Aufführungsorte wie der Tanzsaal der Akademie im Rosenweg oder der Nebenraum des Hotel Adler gewählt wurde, sei ebenfalls Teil des Konzepts gewesen. "Eine große Bühne arbeitet nach anderen Gesetzen. Aber die Künstler werden immer mehr auf kleineren Events auftreten, ohne große Lichtshow, ohne aufwendige Kostüme und ohne Distanz zum Publikum", machte Schullerer deutlich. In St. Georgen lernten die Studierenden diese Bedingungen unter anderem bei einem klassischen Abend mit Musik und Texten und verschiedenen Shows kennen.

Vivien Ziska aus Hamburg (rechts) zeigt ihr Können bei "Ein Schlückchen zu viel" im Hotel Adler. Bild: Roland Sprich
Vivien Ziska aus Hamburg (rechts) zeigt ihr Können bei "Ein Schlückchen zu viel" im Hotel Adler. Bild: Roland Sprich

Vivien Ziska aus der Musicalstadt Hamburg, die bereits zum dritten Mal an der Projektwoche teilnahm, konnte bestätigen, dass die gesetzten Rahmenbedingungen die Teilnehmer vor ganz neue Herausforderungen stellten. "Das war eine Erfahrung, die wir in dieser Art und Weise in unserer Ausbildung noch nicht gehabt haben." Gerade die Nähe zum Publikum sei zunächst ungewohnt gewesen. "Da haben wir eine Wand durchbrochen", sagte sie. Ist das Publikum bei großen Aufführungen wie Musicals üblicherweise nur stummer Zuschauer, so haben die Schauspieler, Tänzer und Sänger hier in ihren Stücken immer wieder mit dem Publikum interagiert. Auch, dass die Teilnehmer praktisch alles selbstständig erarbeiten mussten – von Text- und Musikauswahl bis zum Beschaffen der Requisiten – habe ihnen einen anderen Blick auf das Gesamte gegeben. "Wir haben sehr diszipliniert gearbeitet, hatten insgesamt wenig Schlaf und sind in manchen Bereichen über uns hinausgewachsen", zieht die Hamburgerin ihr Resümee aus der Projektwoche.

Mit einem Klassikabend im Foyer des Hotel Adler geht die Projektwoche zu ende. Am Flügel: Felicitas Amann (links) und Josefine Schullerer. Bild: Roland Sprich
Mit einem Klassikabend im Foyer des Hotel Adler geht die Projektwoche zu ende. Am Flügel: Felicitas Amann (links) und Josefine Schullerer. Bild: Roland Sprich


Die Akademie

Die Tanzkunstakademie (TKA) im Rosenweg bietet sowohl berufsbegleitende als auch Vollzeitausbildungen für Bühnen- und pädagogische Berufe wie Tänzer, Sänger und Musicaldarsteller sowie Tanzpädagogen mit unterschiedlichen Fachrichtungen. Die TKA-Grundschule hat einen musischen Schwerpunkt mit verstärktem Englischunterricht. (spr)

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