St. Georgen So viel Fingerspitzengefühl braucht der Nikolaus

Thomas Hummel erzählt von seiner schönen Mission als Nikolaus. Die Kolpingsfamilie schickt Ehrenamtliche in Familien, Kindergärten und Altenheime. Die Besuche haben oft eine überraschende Wirkung.

Nikolaus von Myra ist einer der bekanntesten Heiligen der Ostkirchen und der lateinischen Kirche. Jede, jeder und fast jedes Kind kennt seinen Gedenktag, der am 6. Dezember begangen wird. Dieser Tag hat etwas Magisches an sich. Das äußert sich auch darin, dass an diesem Tag der Nikolaus mit Knecht Ruprecht unterwegs ist. So manches Kind steht erwartungsvoll da, andere zögen sich viel lieber ganz unsichtbar zurück.

Auch in St. Georgen hat der Nikolaus Tradition. Derzeit nimmt der himmlische Geselle noch Bestellungen entgegen, um noch möglichst viele Kinder kurz vor dem Weihnachtsfest zu besuchen. Diese Aufgabe übernehmen Mitglieder der Kolpingsfamilie.

Einer der Nikoläuse ist Thomas Hummel. Und das schon über 30 Jahre. Gefragt, weshalb er den Nikolaus macht, sagt er, dass damit auch ein Stück Erinnerung an die eigene Jugend verbunden ist. Mit der Nikolausdarstellung bringt sich Hummel aktiv in die christlich orientierte Gesellschaft ein.

"Es ist schön, zu sehen, welche Wirkung der Nikolaus mit seinen Besuchen haben kann." Allein schon die Bekleidung des Nikolaus hat etwas Festliches an sich. Mit der Bischofsmütze, der Mitra, dem Bischofsstab und dem weißen Bart, stellt er etwas Besonderes dar. Dazu hält Nikolaus noch das große Buch in seiner freien Hand. Darin stehen dann die Verfehlungen aus dem zurückliegenden Jahr. Auch sein Begleiter, der Knecht Ruprecht ist in St. Georgen in Rot gehaltener Bekleidung unterwegs, um mehr Freundlichkeit zu signalisieren.

Natürlich ist die Erwartungshaltung der Kinder recht groß. Auch dann, wenn vom Nikolaus mahnende Worte gesprochen werden. Wenn alles überstanden ist, ist vor der Geschenkübergabe mindestens noch eine Fleißaufgabe zu erledigen, denn es steht die Forderung nach einem Gedicht oder Lied im Raum. Wenn dann alles soweit erledigt ist, überreichen Knecht Ruprecht oder Nikolaus ein Geschenk. Und schon verabschieden sich der Heilige und sein Gehilfe wieder in die dunkle Nacht.

Für Thomas Hummel ist die Aufgabe des Nikolaus mit Fingerspitzengefühl verbunden. Von den Eltern werden Tipps gegeben, was so alles geschehen ist. Das in die richtigen Worte zu fassen, ist das Kunststück, das innerhalb weniger Augenblicke zu meistern ist.

Dass der Nikolaus derzeit so richtig ins Schwitzen kommt, hängt auch mit den zahlreichen Besuchen in den Altenheimen und den St. Georgener Schulen zusammen. Häufig besuchte Orte sind vor allem die Kindergärten auf der Seebauernhöhe, St. Benedikt auf der Halde, in Langenschiltach oder Peterzell und Brigach.

An allen Orten werden die himmlischen Boten erwartet. "Es gibt nichts Schöneres, als zu erleben, wie sich alte Menschen über den Nikolaus-Besuch freuen", schildert Thomas Hummel. Auch die Schüler lieben den Besuch, "weil während dieser Zeit der Unterricht eine Pause einlegt." In der Grundschule Peterzell gibt es den Brauch des Treppensingens. Thomas Hummel weiß auch, dass sich heute Familien zusammentun, um mit den Kindern den Nikolausbesuch zu verwirklichen.

Der Brauch

Am 5. und 6. Dezember sind Nikolaus und Knecht Ruprecht ab 16 Uhr wieder in ehrenamtlicher Mission unterwegs. Früher waren sechs bis sieben Paare im Einsatz. Heute sind es weniger. Es gibt mindestens einen Nikolaus, der während dieser Woche Urlaub nimmt, alle anderen nehmen zwei Tage frei. Die Aktion beruht auf Spendenbasis. Mit dem Erlös werden soziale Projekte in verschiedenen Ländern unterstützt. Noch bis Dienstag, 28. November, kann der Nikolausbesuch unter der Tlefonnummer 07724/1096 angemeldet werden.

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