St. Georgen Siebtklässler erhalten Einblicke in das Leben in Kolumbien

Zwei Studentinnen berichten am Thomas-Strittmatter-Gymnasium über die Welt in Südamerika. Die Situation von Familien und Straßenkindern interessiert die Siebtklässler in St. Georgen.

Viel Mühe machten sich die zwei kolumbianischen Pädagogik-Studentinnen Estefania Cordoba und Carolina Echeverri Todo für den Besuch im Bildungszentrum. Für die siebte Klasse des Thomas-Strittmatter-Gymnasiums hatten die Studentinnen eine Powerpoint-Präsentation vorbereitet, in der sie die vielfältigen Facetten ihrer Heimat auf Deutsch präsentierten. Bei der Präsentation erfuhren die Schüler beispielsweise, dass Kolumbien etwa vier Mal so groß ist wie Deutschland und weshalb das Projekt „Patio 13“, das sich für die Bildung schulferner Kinder einsetzt, so bedeutsam ist.

In Gruppen betrachteten die Siebtklässler Bilder zu alltäglichen Situationen der Straßenkinder. Die Schüler sollten sich dabei Gedanken machen, wie es den Straßenkindern ergeht, warum sie auf der Straße leben und was es bedeutet, täglich ums Überleben kämpfen zu müssen. Zu Besuch im Bildungszentrum war auch Johanna Menzinger, Referentin des Dachverbands Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (DEAB). Auf die Frage der Referentin, ob ein Leben auf der Straße für die Schüler vorstellbar sei, bekam sie ein klares Kopfschütteln als Antwort.

Für Bewegung und Spaß sorgte ein Tanz-, Bewegungs- und Singspiel, bei dem die Schüler das von den Studentinnen auf spanisch Gesungene wiederholen mussten und dabei Bewegungen nachmachen sollten. Die Kombination aus Singen, Klatschen und Drehen erforderte höchste Konzentration und zauberte dem ein oder anderem gleichzeitig ein Lächeln ins Gesicht. Die südamerikanischen Studentinnen hatten zudem ein Video in die Powerpoint-Präsentation integriert, in dem unter anderem der massive Alkohol- und Drogenkonsum veranschaulicht wurde. Auf die Frage eines Schülers, warum der Drogenkonsum in Kolumbien so üblich sei, antwortete Studentin Estefania Cordoba: „Der Drogenkonsum wird in Kolumbien keineswegs als normal angesehen. Allerdings stellen Drogen für viele eine kurzzeitige Lösung von Problemen dar“. Oft würden Straßenkinder an Klebstoff schnüffeln, der dafür sorge, dass man keinen Hunger mehr verspüre.

Auf die Problematik der Straßenkinder in Deutschland machte Bildungsreferentin Johanna Menzinger auch aufmerksam. Zwar sei die Zahl der Straßenkinder in Deutschland nicht vergleichbar mit der Zahl der kolumbianischen Straßenkinder, leider sei dieses Problem aber auch in Deutschland bekannt.

Im Gespräch interessierten sich die Gymnasiasten unter anderem für die ärztliche Versorgung in Kolumbien. Die Studentinnen erklärten, dass man ohne Krankenversicherung in den meisten Krankenhäusern nicht behandelt werde. Viele Menschen, wie beispielsweise auch die Familien der beiden Studentinnen, seien privat versichert. Zudem erfuhren die Schüler bei der Beantwortung der Fragen, dass der Fußball in Kolumbien eine wichtige Rolle spielt und zudem sehr ernst genommen werde. Da die Zeit nicht ausreichte, um alle vorbereiteten Fragen zu beantworten, erklärten die Studentinnen sich dazu bereit, die restlichen Fragen schriftlich zu beantworten. Bildungsreferentin Johanna Menzinger, Lehrerin Michaela Conzelmann und die Klasse 7 des TSG zeigten sich dafür dankbar und freuen sich auf die Antworten der südamerikanischen Gäste. Als Dankeschön für das aufmerksame Zuhören bekam jeder Schüler von den beiden Studentinnen kolumbianische Süßigkeiten.

Der Kontakt

Estefania Cordoba und Carolina Echeverri Todo absolvieren ein Auslandssemesters in Heidelberg. Der Kontakt nach Kolumbien entstand im Rahmen des Programms „Chat der Welten“, den Lehrerin Michaela Conzelmann zu Beginn des Schuljahres mit ihrer evangelischen Religionsklasse des Thomas-Strittmatter-Gymnasiums (TSG) initiiert hatte. (esp)

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