St. Georgen Shakespeare wird vom Rollmopstheater aus Villingen mal ganz anders interpretiert

Das Rollmopstheater aus Villingen macht im Theater im Deutschen Haus aus der Tragödie Romeo und Julia eine Beziehungskomödie.

Sie sind das berühmteste Liebespaar der Weltgeschichte und starben so jung. Doch was wäre gewesen, wenn Romeo und Julia aus Shakespeares Tragödie damals überlebt hätten? Genau damit befasst sich das Theaterstück "Es war die Lerche", das das Villinger Rollmopstheater im Theater im Deutschen Haus zeigte.

29 Jahre, nachdem Romeo Montague und seine Frau Julia Capulet ihren geistigen Schöpfer getäuscht haben und heimlich von Pater Lorenzo getraut wurden, ist von der einst so großen Liebe nicht mehr viel übrig. Da erscheint William Shakespeare den beiden höchstpersönlich als Geist, was das zeternde Paar zum Anlass nimmt, sich bei ihrem geistigen Schöpfer zu beschweren. Als dieser Zeuge wird, wie die beiden darüber streiten, ob da einst nun die Nachtigall oder die Lerche gesungen hat, wird es dem Dichter zu bunt und er beschließt, die beiden erneut in den Selbstmord zu treiben.

Romeo (Olaf Jungmann, rechts) und Julia (Petra Talazko) haben sich nichts mehr zu sagen. Ihr geistiger Schöpfer William Shakespeare (Götz Knieß, links) beschließt, die Geschichte so enden zu lassen, wie er es einst vorgesehen hat – durch den Tod der Protagonisten.
Romeo (Olaf Jungmann, rechts) und Julia (Petra Talazko) haben sich nichts mehr zu sagen. Ihr geistiger Schöpfer William Shakespeare (Götz Knieß, links) beschließt, die Geschichte so enden zu lassen, wie er es einst vorgesehen hat – durch den Tod der Protagonisten. | Bild: Roland Sprich

Der israelische Satiriker Ephraim Kishon hat Shakespeares Tragikomödie quasi weitererzählt. Rolf Jungmann verkörperte den mäßig erfolgreichen Balletlehrer Romeo, Petra Talazko die von der Ehe ernüchterte Julia, die sich nichts sehnlicher wünscht als eine Haushaltshilfe zu bekommen. Peter Horn war Pater Lorenzo, der das Paar einst heimlich traute und jetzt, obwohl schon sichtlich gealtert, sich noch immer an Zitate aus dem Stück erinnerte.

Götz Knieß erschien als aus der Gruft auferstandener William Shakespeare höchstselbst. Und musste hilflos mit ansehen, wie sich das von ihm erschaffene Liebespaar zerfleischt. Er versuchte, mit Zitaten aus seinen Stücken die Situation zu entschärfen. Dass er sich dabei auch Zitaten aus anderen seiner Stücke wie Macbeth oder Hamlet bemühte, verlieh dem ohnehin amüsanten Stück noch mehr Komik. Etwa, als Julia dies bemerkte und sich darüber echauffierte und Romeo nur schulterzuckend meinte: "Was willst du, er hat das Copyright."

"Es war die Lerche" war ein amüsanter und etwas anderer Blick auf die größte Liebesgeschichte der Welt, der zeigte, weshalb es wohl gut war, dass Shakespeare seine Protagonisten am Ende sterben ließ.

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