St. Georgen Schulsozialarbeiterin Tanja Link hilft Schülern wenn es mal klemmt

Ab April arbeitet Tanja Link bereits zwei Jahre als Schulsozialarbeiterin an der Robert-Gerwig-Schule. Egal ob bei Konflikten Zuhause oder Problemen in der Schule, die 41-Jährige ist die richtige Ansprechpartnerin. Und das mehr denn je. Die Zahl der Schüler die das Gespräch suchen, hat sich innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt

Tanja Link hat alle Hände voll zu tun. Die 41-jährige Sozialpädagogin arbeitet seit knapp zwei Jahren an der Robert-Gerwig-Schule. Immer wenn es Konflikte gibt, Probleme zuhause oder der Druck der anstehenden Prüfungen zu groß wird, steht sie für ein Gespräch bereit.

„Die Schüler kommen zu mir aus ganz unterschiedlichen Gründen“, weiß Link. „Oftmals geht es um Angelegenheiten, die bei einer Tasse Tee schon wieder erledigt sein können.“ Doch gibt es auch andere Fälle, in denen es mehr Zeit braucht, bis eine Lösung gefunden werden kann. Innerhalb eines Jahres habe sich, so Link, die Anzahl ihrer Fälle verdoppelt. „Inzwischen liegen die Fallzahlen im oberen zweistelligen Bereich.“ Dazu zählen Konflikte innerhalb der Klassen, aber auch Einzelfälle. „Immer wieder gibt es Probleme im Elternhaus, sei es wenn die Kinder ihre Eltern kaum zu Gesicht bekommen oder sie schlicht nicht ihren Erziehungsaufgaben hinterherkommen“, berichtet Link. In solchen Fällen gehe sie auch selbst auf Eltern zu und biete das Gespräch an. Dazu gehörten auch Hausbesuche. Doch auch Essstörungen oder finanzielle Probleme beschäftige Link bei ihren Sitzungen. Jedes Kind, das neu auf die Schule kommt, hat zudem einen Termin bei der Schulsozialarbeiterin.

„Über den Inhalt der Gespräche herrscht Schweigepflicht“, erklärt Link. In Ernstfällen müsse sie jedoch das Jugendamt oder die Polizei hinzuziehen. Beispielsweise wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist oder der Verdacht auf kriminelle Handlungen besteht. „Das kam glücklicherweise bislang noch nicht vor“, so Link.

Träger und somit Arbeitgeber von Tanja Link ist die Caritas. Finanziert wird die Stelle zu einem Drittel vom Land Baden-Württemberg, zu zwei Drittel von der Gemeinde. Nicht zufrieden ist Westermann darüber, dass die Schulsozialarbeit nur Werkrealschulen zugute kommen. „Wenn die Schulsozialarbeiterin von der Grundschule aus angefragt wird, ist es schwierig zu erklären, dass das Angebot nur für Werkrealschüler gilt.“ Allerdings bräuchte es zusätzlich sechs Stellen, damit je 200 Schülern in St. Georgen eine Schulsozialarbeiterin zur Verfügung stehen könnte, verdeutlicht Westermann.

Zum Aufgabenbereich von Tanja Link gehört ebenso die Präventions- und Projektarbeit. „Leider fällt dieser Bereich etwas hinten runter“, beklagt Link. Bei der Präventionsarbeit geht es vor allem um den Erwerb sozialer Kompetenzen und der Vermittlung einer Konfliktkultur. Dafür geht Link in einzelne Klassen und führt mit den Schülern Projekte durch. Hierzu zählt das Koko-Projekt (Kooperation und Kommunikation) in der 7. Klasse, das den Klassenzusammenhalt stärken soll. Für die 8. Klasse gibt es die Tage der Orientierung.

Bei einem dreitägigen Ausflug auf eine Hütte stehen Freundschaft und Zukunft im Mittelpunkt. Ermöglicht werden die Präventionsarbeit und die Projekte auch durch die finanzielle Unterstützung des Schulfördervereins.


Zur Person

Tanja Link arbeitet seit April 2014 als Schulsozialarbeiterin an der Robert-Gerwig-Schule. Sie trat die Stelle als Nachfolgerin von Margitta Euler an, die elf Jahre an der Schule beschäftigt war. Die 41-Jährige hat an der dualen Hochschule in VS-Schwenningen Sozialpädagogik studiert und wohnt zusammen mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Königsfeld-Neuhausen. (dba)

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