St. Georgen Rotauge statt Forelle: Kreisvorsitzender der Fischer sieht durch Biber Biotop Schwarzwaldbach bedroht

Klaus Lachner, der Kreisvorsitzende Schwarzwald-Baar des Landesfischereiverbandes, sieht durch den Biber und seine Dämme den typischen Schwarzwaldbach bedroht. Er fordert Gespräche zwischen allen Interessensgruppen und ein klares Ziel, wie die Natur aussehen soll.

Der Biber sorgt weiterhin dafür, dass sich nicht nur das Wasser der Brigach staut, sondern auch der Ärger bei Betroffenen. Klaus Lachner, der Kreisvorsitzende des Landesfischereiverbandes, fordert eine klare Abstimmung verschiedener Interessengruppen, wie man mit dem Biotop Schwarzwaldbach zukünftig umgehen will: „Denn dass der Biber die Fischan-zahl und Artenvielfalt steigert, stimmt zwar – nur geht das zu Lasten von schwarzwaldtypischen Arten wie der Bachforelle.“

Lachner entgegnet damit einer Aussage der Biberbeauftragten Bettina Sättele im SÜDKURIER, die eingestand, dass der Biber die Durchlässigkeit von Gewässern verringert, dafür aber einer größeren Anzahl und mehr verschiedenen Fischen Lebensraum schafft. „Faktisch ist das korrekt“, betont Lachner, „aber wir müssen uns überlegen, wo wir hin wollen.“ Denn der charakteristische Lebensraum Schwarzwaldbach sei gekennzeichnet durch einen hohen Sauerstoffgehalt und niedrige Temperaturen, was ihm zum perfekten Lebensraum für die typischen Arten Bachforelle und Mühlkoppe mache. Staut der Biber die Bäche auf, steigen Temperatur und Nährstoffgehalt.

Die Staudämme des Bibers sind teilweise erstaunlich hoch und dicht.
Die Staudämme des Bibers sind teilweise erstaunlich hoch und dicht. | Bild: Fritz Anton



„Wenn wir dann ein System von Tümpeln haben, wird es da mehr weißfleischige Fische geben, etwa Rotaugen oder Barsche“, so Lachner. Und sein Fischereiverband hätte eben die Aufgabe, angepasste Arten zu schützen, wozu die genannten Weißfleischigen im Schwarzwald nicht gehören. „Ich bin aber emotionslos, wenn die Politik das Biotop aufgeben will, muss sie da halt ein klares Aus verkünden, daran können wir uns dann halten“, sagt Lachner. Den Bibereinfluss beschreibt er mit einem bildlichen Vergleich: „Wenn jemand Orchideen auf einer Wiese züchtet und man diese dann düngt, hat man am Ende auch mehr Arten – nur das Biotop Magerwiese ist dann halt verloren.

“ Auch dass der Biber die Durchlässigkeit von Fließgewässern verringern darf, die europäische Wasserrahmenrichtlinie aber genau auf diese Fischaufstiegsmöglichkeiten viel Wert legt, stößt Lachner sauer auf. „Wenn ein Biber einen Damm baut, stört das keinen, aber jeder Bauer, der ein kleines Wasserkraftwerk anlegt, muss gleich eine Fischaufstiegstreppe für tausende Euro errichten“, klagt Lachner. Es müsse gleiches, klares Recht für jeden gelten, „sonst versucht jeder nur, seine Ziele durchzusetzen.“ Für ihn gibt es nur einen Weg: Eine Abstimmung aller Interessensgruppen, den Naturschutzgruppen, Kommunen, Grundstücksbesitzern: „Wir brauchen ein politisches Ziel, an dem man sich orientieren kann.“

Die St. Georgener Biber sind scheu, das Bild zeigt ein Exemplar aus Nordrhein-Westfalen.
Die St. Georgener Biber sind scheu, das Bild zeigt ein Exemplar aus Nordrhein-Westfalen. | Bild: Felix Heyder

Biber klärt Klosterweiher

Ein Lob hat der studierte Chemiker Lachner für den Biber in Sachen Klosterweiher parat: „Sein großer Hauptdamm am Brigachzufluss ist eine natürliche Kläranlage, hält Schlamm und Düngereste aus der Landwirtschaft zurück und sorgt für eine bessere Badequalität des Wassers im Weiher.“ (dod)

Ihre Meinung ist uns wichtig
Zum Valentinstag ❤ Geschenke mit Herz ❤
Neu aus diesem Ressort
St. Georgen
St. Georgen
Tennnebronn
St.. Georgen
St. Georgen
St. Georgen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren