St. Georgen Projekt Kompass der Robert-Gerwig-Schule sichert auffälligen Schülern den Schulerfolg

Für Schüler, die verhaltensauffällig sind oder andere soziale Probleme haben, gibt es jetzt schnellere und kompetentere Hilfe. Fachleute von Schulen und Träger der Jugendhilfearbeit haben sich in einem Modellprojekt zusammengeschlossen.

Kompass steht für Kompetenzstelle Schule-Jugendhilfe und ist unter dem Dach der Robert-Gerwig-Schule (RGS) angesiedelt. Aufs Gleis gesetzt haben Kompass Klaus Idler vom Jugendhilfeträger Switch und der RGS-Rektor Jörg Westermann vor dem Hintergrund, dass das Schulleben mit Anforderungen wie Inklusion, Migration und Ganztagsschule vor großen Herausforderungen steht. Gleichzeitig befinden sich die vom Kreis getragenen Jugendhilfeeinrichtungen außerhalb der Einflussmöglichkeiten der Schule. Kompass bringt beide Bereiche an einen Tisch. „Die Jugendhilfe hilft, Probleme am Lebensort Schule zu lösen“, sagte die Leiterin des Kreisjugendamtes, Silke Zube. Und das, bevor „das Kind in den Brunnen gefallen ist“, das heißt Schulbegleitung oder Heimerziehung angeordnet werden.

Die Umsetzung dessen stützt sich auf Praktiker. Im Fallteam arbeiten die Sonderpädagogen Tobias Heggenberger und Tobias Rädler vom Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ, ehemals Förderschule) die Beratungslehrerin Lena Ummenhofer (RGS) sowie die Sozialpädagogin Petra Kroh zusammen. Sie sprechen über Kinder oder Jugendliche, die von Lehrern, Eltern oder Schülern genannt wurden. Kompetenz gewinnt das Team, wo sich sonder- und sozialpädagogische Ansätze vereinen und Ansprechpartner der Jugendhilfe schnell errreichbar sind. Wo Gespräche und disziplinarische Maßnahmen ausgereizt sind, sollen schnelle Lösungen stehen, die kleine Schritte beinhalten. „Uns geht es ums Wohl des Kindes und darum, seine Entwicklungsperspektiven offen zu halten“, so Klaus Idler. Im Zweifelsfall ist schon der Schulabschluss ein Erfolg.

Kompass endet nicht beim Einzelfall. Es geht auch darum, Schulstrukturen zu verbessern. Drei Felder skizzierte Westermann an der RGS: So sollen Angebote für Mädchen geschaffen werden, das von Migranten getragene Elterncafé im Kindergarten Weidenbächle wird in die RGS ausgedehnt und die große, inhomogene Gruppe der Nachmittagsbetreuung braucht zusätzliche Angebote.

Kompass ist auf drei Jahre angelegt und wird als Modellprojekt vom Landesjugendamt gefördert. Pro Jahr werden 25 000 Euro ausgeschüttet, der Kreis steuert 4000 Euro bei, das Bildungsbüro des Landkreises 1000 Euro. Die beiden Schulen unter dem Dach des SBBZ und die RGS bringen je 3600 Euro ein, entsprechend den je zwei Lehrer-Wochenstunden, welche die drei Schulen via Falltean ins Projekt einbringen. Das Projekt soll im zweiten Jahr auf ganz St. Georgen ausgedehnt werden und im dritten Jahr auf Kreiskommunen ähnlicher Struktur. Dass Problemlage und Hilfsbedarf nicht anders seien, betonte Andreas Meßmer vom Bildungsbüro. Für ein kostenloses und vertrauliches Beratungsgespräch für Eltern gilt: Je früher desto besser. „Gerne schon für Grundschuleltern“, sagte Petra Kroh.

Kontakt: Petra Kroh, mittwochs von 7.30 bis 9 Uhr und freitags unter 11 bis 12.30 Uhr unter der Nummer 01 76/52 16 13 83 oder per Mail anp.kroh@switch-vs.de

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