St. Georgen Paten für den Lesespaß

21 Interessierte Ehrenamtliche machten Schulung zum Lesepaten an der Robert-Gerwig-Schule. Ihr erster Einsatz ist schon am Mittwoch, wenn das Projekt „Leseoase“ startet.

Spielerisch erarbeiten die Teilnehmer der Lesepatenschulung, was sich Kinder vom Vorlesen erwarten. Referentin Barbara Knieling (hinten rechts) notiert alles auf einem Flipchart.
Spielerisch erarbeiten die Teilnehmer der Lesepatenschulung, was sich Kinder vom Vorlesen erwarten. Referentin Barbara Knieling (hinten rechts) notiert alles auf einem Flipchart. | Bild: Bild: Löffler

St. Georgen – Dass eine Orange eine Apfelsine ist, verstehen viele Leute beim Lesen. Sagen würden sie aber nur Orange. An diesem Beispiel erklärte Barbara Knieling, Fortbildungsreferentin für Leseförderung, 21 zukünftigen Lesepaten, was es mit dem passiven und aktiven Wortschatz auf sich hat. Und warum es wichtig ist, dass Kinder ihren Wortschatz durch Lesen ausbauen.

„Es ist toll, dass sie sich auf das Abenteuer Vorlesen einlassen wollen und dass sie da sind, um Kindern bessere Chancen zu geben“, begrüßte die Referentin, die selbst dreifache Mutter ist. „Toll, dass Sie Zeit für fremde Kinder zur Verfügung stellen wollen.“ Da es in Deutschland 7,5 Millionen Analphabeten gebe und viele, die lesen können, nicht richtig verstünden, was sie lesen, freue sie sich über das Interesse an der Lesepatenschaft. Die Lesepatenschaft sei für „ein Kind eine tolle Chance“. Denn jemand beschäftige sich eine Stunde mit ihm, ohne nebenher zu Kochen oder zu bügeln.

Gemeinsam mit den zukünftigen Ehrenamtlichen erarbeitete Barbara Knieling in einem Spiel die Beweggründe, warum sie Lesepaten werden wollen und was sich ein Kind von jemandem erwartet, der ihm vorliest. „Wichtig ist es, die Kinder aktiv miteinzubeziehen“, erklärte Barbara Knieling den Interessierten. Das Vorlesen selbst solle nur einen Teil der Lesestunde einnehmen. Im Rest der Stunde gebe es Sprachspiele oder Ähnliches. Mit dem Buch „Der Wechstabenverbuchsler“ von Matthias Jeschke und Karsten Teich zum Beispiel lasse sich beides miteinander verbinden.

„Mit den Kindern kann man dann Worte suchen, die sich verdrehen lassen“, erklärte sie. Ebenso empfahl sie den angehenden Lesepaten Paul Fleischmanns Buch „Die Dummköpfe“, das bei Kindern sehr beliebt sei.

Silke Ohnmacht, die an der Robert-Gerwig-Schule Ansprechpartnerin für das Lese-Projekt ist, machte die Lesepaten-Schulung mit und erklärte den Freiwilligen, wie die Lesestunden, die ab dem 9. November jeden Mittwochmittag stattfinden, organisiert sind. „Bisher haben sich 15 Kinder angemeldet. Es stehen zwei Räume mit verschiedenen Ecken zur Verfügung, in die sich die Gruppen zurückziehen können.“ Eine Partnerschaft mit der Bücherei ermögliche es den Lesepaten, den Kindern die Einrichtung zu zeigen und gemeinsam mit ihnen Bücher auszusuchen. Außerdem gebe es für das Projekt ein Bücherregal, aus dem die Vorleser und Zuhörer Werke aussuchen könnten. Barbara Knieling erklärte dazu, dass es wichtig sei, Geschichten auszuwählen, die in 20 Minuten vorgelesen werden können. „Zwischen dem Vorlesen vergeht eine Woche oder mehr mal mehr Zeit.“

Antonia Musacchio Torzilli von der Wirkstatt freut sich über die Resonanz am Projekt „Leseoase“. Sie kann sich bereits jetzt vorstellen, dass es als Ergänzung auch Lesefeste und Ähnliches gebe. Am Ende des Schulungsnachmittags hatte Barbara Knieling ein Paket mit Spiel- und Buchtipps sowie Literaturthemen für die angehenden Lesepaten. Eine Teilnehmerbescheinigung gab es ebenfalls für jeden.

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