St. Georgen Ob Schüler oder Staatssekretär: Viele machen bei Start der Weltfairänderer-Woche mit

Die Weltfairänderer-Woche in St. Georgen hat ihr vielfältiges Programm gestartet.

Mit handfesten politischen Fragerunden, aber auch ganz lockeren Aktionen hat die Weltfairänderer-Woche in der Stadt begonnen.

  • Der Auftakt: Rund 70 Jugendliche und Kinder sowie 20 Erwachsene kamen am Sonntagabend zum Auftakt der Weltfairänderer-Woche in den Schulhof der Robert-Gerwig-Schule. Dort hat der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) der Erzdiözese Freiburg eine kleine Zeltstadt aufgebaut. Im farbenfrohen Veranstaltungszelt fand die dreiteilige Eröffnung der fairen Woche statt. "Wir beginnen mit einem ökumenischen Gottesdienst", kündigte Hausherr Jörg Westermann an. Die Feier wurde geleitet von Pfarrerin Lisa Interschick und Pastoralreferent Benedikt Müller. Mehrere Jugendliche und Kinder gestalteten den Gottesdienst mit Aktionen und Texten. Ein Projektchor mit Band von der Kirchengemeinde St. Georg bereicherte den Auftakt musikalisch. "Mit Gottes Hilfe können wir die Welt verändern", hieß das Thema. Anschließend stellte Rektor Westermann gemeinsam mit Sandra Uhlich, der Projektleiterin vom BDKJ Freiburg, die Aktionen der Woche vor. Den dritten Teil der Eröffnung bildete der gemütliche Saft- und Sektempfang, bei dem man auch die sechs Studierenden aus Freiburg kennen lernen konnte, die mit Sandra Uhlich die Woche organisieren.
  • Jugendgemeinderat trifft Staatssekretär: Von der G8-Debatte bis zur politischen Situation in Katar reichten die Fragen, mit denen zehn Jugendgemeinderäte am Montagmittag den Bundestagsabgeordneten Thorsten Frei, Volker Schebesta, Staatssekretär im Landes-Kultusministerium, und Bürgermeister Michael Rieger löcherten. Vorgetragen von Julian Pfaff, dem stellvertretenden Sprecher des Rates, konfrontierten die Jugendlichen Schebesta auch mit unangenehmen Themen, etwa dem Abwärtstrend Baden-Württembergs bei der Pisa-Studie. Schebesta nannte die zuletzt schlechten Ergebnisse "einen Schock", die Landesregierung würde jedoch sukzessive gegensteuern: "Allerdings in aller Ruhe, mit Konzepten die nach und nach Erfolg bringen werden", erklärte er. Zur G8/G9-Situation vermied er eine eigene Positionierung und verwies auf den Koalitionsvertrag: "Es bleibt, wie es ist – Gymnasien, die G9 anbieten, dürfen das weiterhin, andere nicht." Dennoch würde das G8 weiterentwickelt, etwa solle das Schulfach Informatik eingeführt werden. Doch auch die große Politik spielte eine Rolle, etwa die Isolation von Katar und ihre Auswirkungen auf die Region: "Die gibt es, das muss man ganz ehrlich sehen", sagte Thorsten Frei mit Blick auf die hiesigen exportstarken Firmen. In Sachen Brexit warnte er davor, zu viel Energie auf das Thema zu verwenden: "Für Großbritannien selbst geht es um viel mehr". Schebesta machte auf Nachfrage der Schüler klar: "EU-geförderte Austauschprogramme wie Erasmus für Studenten wird es mit Großbritannien in Zukunft nicht mehr geben". Man hoffe jedoch, nach dem Austritt neue Möglichkeiten schaffen zu können.
  • Politiker im Weltfairänderer-Dorf: Schebesta stattete auch dem Team der Weltfairänderer im Schulhof der Robert-Gerwig-Schule einen Besuch ab. Bürgermeister Rieger nutzte die Gelegenheit, den Landespolitiker darüber zu informieren, wie die Stadt den Fairtradegedanken unter anderem umsetzt. "In diesem Jahr stellen wir auf die Nutzung fairen Papiers um." Die Stadt geht als gutes Beispiel voran, "um das in das Bewusstsein der Bürger zu bringen." Sandra Uhlich vom Organisationsteam der Weltfairänderer, bescheinigt der Stadt; "dass hier schon sehr viel mitgedacht wird." Schulleiter Jörg Westermann erläuterte dem Politiker zudem das Schulnetzwerk.
  • Die Umfrage: Im Rahmen der Weltfairänderer-Woche machten sich Schüler verschiedener Schulen und Altersklassen am Montag auf zu einer Umfrage in die Innenstadt. Von den Bürgern wollten sie wissen, ob sie Fairtradeprodukte kaufen, ob sie beim Kauf von Kleidung auf den Preis achten und ob das Einkommen zur Sparsamkeit zwingt.

Programm am Dienstag

Ab 14 Uhr gibt es am Dienstag das Lernbuffet "Patschnass" im Weltfairänderer-Dorf. Die Aktion der Stadtbibliothek richtet sich an Grundschüler ab der dritten Klasse, die bis 17 Uhr an Stationen viel zum Thema Wasser lernen können. Die Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich. Zudem gibt es auf dem Schulhof einen Infostand des Reparatur-Cafés. Abends gibt es einen "Weltfairänderer-Hock" auf dem Schulhof. (dod)

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