St. Georgen Nichts aus Klosterzeit gefunden: Abriss des Torwartshäusles wird bald vorbereitet

Die Schadstoff-Untersuchung findet in etwa acht Wochen statt. Weil bei der Begehung nichts aus der Klosterzeit gefunden wurde, starten die Arbeiten nach Plan in diesem Jahr.

Zu Beginn des Jahres wurde bekannt, dass das Torwartshäusle abgerissen wird. Mauerreste aus der Klosterzeit sollten dann möglicherweise unter einem Glasdach erhalten bleiben. Nun wurde bei einer Begehung festgestellt, dass in dem Gebäude offenbar nichts mehr aus der Klosterzeit übrig ist. Auch Vertreter des Gemeinderats und des Heimat- und Geschichtsvereins waren bei dem Termin dabei.

Vor dem Abriss des Hauses steht eine Schadstoffuntersuchung, die, so schätzt Stadtbaumeister Alexander Tröndle, in den nächsten acht Wochen stattfinden soll. Unter anderem davon ist auch abhängig, wie teuer der Abriss für die Stadt letztlich wird. Momentan liegt die Schätzung bei 40 000 Euro.

Einige Ideen für Gestaltung

Bei der Begehung sei festgestellt worden, dass sich unterhalb des Kellers keine Reste aus der Klosterzeit befinden. Sollte sich beim Abbruch selbst etwas anderes herausstellen, so betont Alexander Tröndle, werde man die Arbeiten sofort stoppen. "Wenn wir auf Fragmente stoßen, dann werden wir den Abriss einstellen", so Alexander Tröndle. Das sei bei derlei Arbeiten immer denkbar. Ist dies nicht der Fall, so gebe es einige Überlegungen, was an der Stelle des Torwartshauses später mal sein könnte. Dafür gebe es zwar einige Ideen, aber noch nichts Konkretes. Eine der Möglichkeiten wäre ein Brunnen.

Als im Januar bekannt wurde, dass das Torwartshäusle abgerissen wird, hatte es auch Stimmen gegeben, die den Abriss bedauerten. Der Bauamtsleiter kann verstehen, dass viele St. Georgener einen besonderen Bezug zu dem Gebäude haben. Auch, weil sich in den 1960er- und 1970er-Jahren viel in der Stadtmitte verändert habe. Trotzdem passe es nicht mehr zum städtebaulichen Charakter der Stadt. "Das Gebäude wirkt wie ein Fremdkörper", sagt Tröndle.

Informationsveranstaltung im Herbst

Durch den Abriss lege man auch die Sichtachse zwischen Stadtterrasse und Marktplatz frei, was ein wichtiger Aspekt sei. Eine Bürgerinformationsveranstaltung, die für Ende April geplant war, musste die Stadtverwaltung aufgrund einiger ungeklärter Dinge verschieben. Sie ist nun für den Herbst vorgesehen.

 

Torwartshäusle

Als ehemaliger Dienstsitz des Tor- und Nachtwächters diente das Torwartshäusle bis zum Jahre 1830 als dessen Wohnung und stellte über Jahrhunderte den Haupteingang zur Klosteranlage dar. In seinem ältesten Teilen stammt das heutige Haus aus dem Jahr 1754 und hat somit mit dem eigentlichen Kloster nichts mehr zu tun. Das Torwartshäusle gehörte neben dem alten Pfarrhaus, dem Klosteramtshaus und der Klosteramtsschreiberei der staatlichen Verwaltung als Rechtsnachfolger des ehemaligen St. Georgener Klosters. Am 29. Oktober 1790 wurde das Gebäude durch einen Brand zerstört und im Folgejahr wieder aufgebaut. Bis in die jüngere Zeit diente das Torwartshäusle als Wohn- und Geschäftshaus. Dieses Jahr wird es abgerissen. (wur)

 

 

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