St. Georgen Nachwuchssuche: Gastromobil macht Station an Robert-Gerwig-Schule

Die Gastronomie- und Hotelbranche leidet an Nachwuchsmangel. Deswegen rollt das sogenannte Gastromobil durch Baden-Württemberg. Es soll Schülern Lust auf die Branche machen, gestern war es an der Robert-Gerwig-Schule in St. Georgen.

 Es raucht, rumpelt und rüttelt in und rund um den blau beklebten Bus. Das sogenannte Gastromobil soll Schülern mit verschiedenen Spielen und Stationen Lust auf eine Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe machen. Gestern gastierte es im Schulhof der Robert-Gerwig-Schule.

Tatsächlich kochen oder servieren durfte die Neuntklässler dabei zwar nicht, aktiv sein mussten sie an verschiedenen Stationen trotzdem. „Das ist gut, ein schöner Einblick in eine Berufswelt“, waren sich die Schüler Hendrik Herfurth und Florian Kieninger einig, auch wenn sie beide künftig eher in Richtung technischer Berufe tendieren. „Es ist ja kein Geheimnis, dass es bei vielen Berufen schwer ist, Nachwuchs zu finden“, erklärt Verena Tordasi, die mit Kollege Siggi Lechler das Mobil betreut, den Sinn der Aktion. Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga lässt den umgebauten Bus mit Unterstützung des Landes und der Europäischen Union seit September durch ganz Baden-Württemberg fahren, angelegt ist das Projekt bis 2019.

Auch die Grundschüler der Robert-Gerwig-Schule wurden von den Aktionen rund um das Gastromobil angezogen. Sie bestaunen den Einsatz eines Neuntklässler beim "Gastrosurfen" durch ein virtuelles Hotel.
Auch die Grundschüler der Robert-Gerwig-Schule wurden von den Aktionen rund um das Gastromobil angezogen. Sie bestaunen den Einsatz eines Neuntklässler beim "Gastrosurfen" durch ein virtuelles Hotel. | Bild: Dominik Dose

„Wir geben allen, die wollen, die Chance ein Praktikum zu machen“, verspricht Siggi Lechler mit Verweis auf die Internetseite www.wir-gastfreunde.de. Er zeigt den Schülern kurze Vorstellungsfilme der sechs Ausbildungsberufe im Gastgewerbe und umreißt für sie in lockerem Ton sein eigenes Leben als Koch: „Hawaii, Kreuzfahrtschiff in der Karibik, Formel 1“. Eine, die solche Perspektiven interessieren, ist Aleksa Wahl. Die Schülerin hat schon erste Gastronomie-Erfahrung in der „Stadt Frankfurt“ gesammelt. „Um mehr Einblicke zu bekommen, will ich als nächstes ein Praktikum in einem größeren Betrieb machen“, sagt sie.

Das Gastromobil habe sie in dieser Entscheidung noch einmal bestärkt. Als ihr Klassenlehrer den Besuch des Mobils angekündigt habe, hätten sich auch noch andere Schüler gemeldet, die sich einen Beruf in diesem Gewerbe vorstellen können. „Wir wollen und müssen gerade in dieser Phase gegen Ende der Schulzeit, wenn die Schüler sich orientieren müssen, präsent sein“, sagt Verena Tordasi dazu.

Gastgewerbe-Ausbildung

Im Gastgewerbe gibt es sechs Ausbildungsberufe mit teils völlig verschiedenen Aufgaben: Koch/Köchin, Restaurantfachmann/-frau, Fachmann/-frau für Systemgastronomie, Fachkraft im Gastgewerbe und Hotelfachfrau/-mann. Die schulischen Voraussetzungen dafür unterscheiden sich. Viele Ausbildungen sind mit einem Werkrealschulabschluss möglich, für andere ist mindestens die Mittlere Reife gefordert

Weitere Informationen und einen Überblick über Ausbildungsbetriebe gibt die Dehoga im Internet unter: www.wir-gastfreunde.de

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