St. Georgen Grässlin: Verlagerung der Produktion nach Mexiko läuft nach Plan

Mitte 2017 kündigte die Grässlin GmbH an, 63 Mitarbeiter zu entlassen und die Produktion nach Mexiko zu verlagern. Ein halbes Jahr vor der Schließung des Peterzeller Werks läuft die Neustrukturierung nach Plan.

Die Nachricht schlug im Frühsommer letzten Jahres ein wie eine Bombe: Das St.Georgener Traditionsunternehmen Grässlin streicht 63 seiner knapp 150 Arbeitsplätze und schließt das Werk in Peterzell zur Mitte des Folgejahres 2018. Das Unternehmen könne sich aus eigenen Mitteln nicht mehr tragen und habe die letzten zehn Jahre lang rote Zahlen geschrieben, hieß es damals aus der Geschäftsführung. Der Betrieb sei nur durch den amerikanischen Mutterkonzert Intermatic aus Illionis am Leben gehalten worden. Grässlin hatte in den besten Zeiten mehr als 500 Mitarbeiter. Die Ursache für die wirtschaftliche Schieflage sei die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit, begründet durch frühere Fehlentscheidungen des Managements, hieß es weiter.

Deshalb sieht sich das 1956 von Dieter Grässlin gegründete Unternehmen zu einer "strategischen Neuausrichtung" gezwungen. Die Zukunft Grässlins liege dann ausschließlich am Stammsitz in St. Georgen. Dort soll die Entwicklung ausgebaut werden, sodass der Standort zum Taktgeber für Innovationen werden soll, während die Produktion nach Mexiko verlagert wird. Für das Werk in Peterzell bedeutet die Produktionsverlagerung nach Übersee indes das Aus. Ein halbes Jahr vor der Schließung des Werks an der B33 ist die Neuausrichtung in vollem Gang. „Die Verlagerungen laufen nach Plan“, erklärt Dorothea Fichter-Fechner vom Marketing der Grässlin GmbH. „Das Werk in Peterzell soll planmäßig Ende Juni leergeräumt sein.“

Dann treten auch die Kündigungen der 63 Mitarbeiter in Kraft, um deren Weitervermittlung sich auch Bürgermeister Michael Rieger bemüht hat. Die Stadt habe Firmen, die Arbeitskräfte suchen, mit Grässlin verknüpft, heißt es auf Anfrage aus dem Rathaus. Details zu den einzelnen Arbeitsplätzen seien jedoch nicht bekannt. Seit August verhandelt Grässlin zudem über den Verkauf der Gewerbeflächen an der Schorenkreuzung. Die Flächen sind auch für die Pläne, an der Kreuzung eine Ampelanlage zu errichten, von Interesse. Allerdings sind die Flächen der Firma Grässlin trotz mehrerer Anfragen bisher nicht verkauft worden. Genau wie das Werk selbst, so Unternehmenssprecherin Fichter-Fechner: „Ob sich bis Juni ein Käufer findet, wird sich zeigen.“

Die Firma Grässlin wurde 1956 von Dieter Grässlin in St.Georgen gegründet. In der Hochzeit beschäftigte die Firma mehr als 500 Mitarbeiter. Nach dem Tod des Gründers wurde die Firma im Jahr 2000 an General Electric verkauft. 2007 ging die Firma dann an den nächsten amerikanischen Konzern: Intermatic mit Sitz in Illinois, das als weltweit führender Hersteller von Zeitschaltuhren gilt. Grässlin produziert Haustechnikanlagen von Zeitschaltuhren über Bewegungsmelder und Temperaturregler bis zum Energiezähler.

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