St. Georgen Gemeindereise führt St. Georgener nach Israel

Elf Tage auf den Spuren biblischer Personen und Ort, aber auch viele Eindrücke aus 2000 Jahren wechselhafter Geschichte machen die Reise unvergesslich.

Die wechselhafte Geschichte der Region spiegelte sich in der Gemeindereise der Seelsorgeeinheit St. Georgen–Tennenbronn wider. Das Heilige Land sah viele Machthaber. Zur Zeit Jesu wurde das Land von Rom aus beherrscht. Ausgedehnte römische Siedlungen wurden in Caesarea und Bet She´an freigelegt, wo die Teilnehmer zwischen Palästen, Tempelbauten, Amphitheatern und Badeanlagen umhergehen konnten. Die rund ein Jahrtausend später gegen die Moslems siegreichen Kreuzritter konnten sich nur etwa 100 Jahre halten. Aus dieser Epoche im 13. Jahrhundert gab es die riesigen Ritterhallen des Johanniter-Hauptsitzes in Akko und in Jerusalem die Basilika St. Anna zu besichtigen.

Von einem Quartier direkt am See Genezareth aus wurden die mutmaßlichen Orte der Bergpredigt, der Brotvermehrung und das Wohnhaus von Petrus, die durch moderne Kirchenbauten markiert sind, besucht. Eine Bootsfahrt und ein Besuch der Golanhöhen vervollständigten den Eindruck. Eine Tagesfahrt führte zum Berg Tabor und den Ausgrabungen der Jahrtausende zurückreichenden Siedlung Megido. Weiter ging es auf palästinensischem Gebiet nach Bethlehem mit dem Hirtenfeld und der riesigen byzantinischen Geburtskirche. In der Geburtsgrotte und in einer Andacht wurde an die Geburt Christi erinnert. Nahebei liegt das „Herodion“, die gigantische Bergfestung und Grablege von Herodes dem Großen mit Rundblick bis nach Jerusalem, in die judäische Halbwüste und zum Toten Meer.

Zu dessen Besuch von Jerusalem aus waren zunächst 1200 Höhenmeter nach unten zurückzulegen. Der enorme Auftrieb im Salzwasser wurde bei einem Badeaufenthalt getestet. Ein Seilbahnfahrt zur Bergfestung Masada brachte die Teilnehmer wieder auf „Normal Null“ Meereshöhe und zu einem fantastischen Ausblick auf Totes Meer und die jordanischen Berge. In nahen Qumran wurden versteckte Schriftrollen mit Texten des Alten Testamentes aus etwa einem Jahrhundert vor bis ein Jahrhundert nach Christus gefunden. Man konnte die ausgegrabene Siedlung und später in Jerusalem im „Schrein des Buches“ sogar Abschnitte der kostbaren Originale begutachten.

Baureste von Synagogen der ersten nachchristlichen Jahrhunderte waren in Magdala, und Kapernaum und Beth Alpha zu bestaunen. Moderne Glaskunst von Marc Chagall begeisterte in der Synagoge des Hassadah-Krankenhauses. Eine Einführung in die jüdische Glaubenspraxis in den verschiedenen Ausprägungen bot ein abendlicher Vortrag.

Die letzten Reisetage waren Jerusalem gewidmet, das vor allem mit der Leidensgeschichte Jesu verbunden. Sie beginnt im Garten Gethsemane mit der modernen Kirche der Nationen und endet in der Grabeskirche, die die letzten Stationen des Kreuzwegs umschließt. Im Kern aus dem 6. Jahrhundert stammend und vielfach umgestaltet birgt das monumentale Bauwerk den Golgotha-Felsen und das leere Grab Jesu.

Die Vielfalt der christlichen Konfessionen verdeutlichte die Besuche in der Kathedrale St. Jakob der Armenier aus dem 11. Jahrhundert und der griechisch-orthodoxe Mariengrabkirche aus byzantinischer Zeit. Die sogenannte Klagemauer aus der Zeit des zweiten Tempels ist für die Juden der wichtigste Ort zum Gebet. Der Tempelberg selbst wird heute von zwei Moscheen eingenommen.

Die neuere Geschichte des jüdischen Volkes wurde in Yad Vashem erfahrbar, wo der Holocaust bestürzend dokumentiert und in den Gedenkstätten in anrührender Weise künstlerisch verarbeitet wurde. Der Besuch des Herzl-Berges mit den Gräbern politischer Persönlichkeiten und den Soldatengräbern, die im Umland sichtbare Grenzmauer zum Palästinensergebiet sowie Militär- und Polizeipräsenz verdeutlichten die auch noch heute schwierige Situation Israels. Voller faszinierender Eindrücke kehrten die Teilnehmer in ihre Heimat zurück.

Schicksalsschlag

Der Auftakt der Gemeindereise stand unter einem dunklen Stern. Der Tod des Mitorganisators Ralf de Vries am Abreisetag hielt Pfarrer Paul-Dieter Auer und weitere Angehörige in St. Georgen zurück. In dankenswerter Weise übernahm Thomas Eisele organisatorische Aufgaben und Pastoralreferent Benedikt Müller die Gestaltung der vorgesehenen Messen und Gebetszeiten, ohne die eine wesentliche Dimension der Reise gefehlt hätte.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Herbstliche Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
St. Georgen
St. Georgen
St. Georgen
St. Georgen
St. Georgen
St. Georgen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren