St. Georgen Den Übergang zwischen den Schulen erleichtern

Innerhalb des Schulnetzwerks soll die Durchlässigkeit zwischen den Schulen erleichtert werden. Ein erster Schritt sind dafür die schulübergreifenden Arbeitsgruppen. Auch durch gemeinsamen Unterricht könnten Schüler die Gegebenheiten an anderen Schulen besser kennen lernen

Durch das Schulnetzwerk sollen die Bildungseinrichtungen in St. Georgen zusammenwachsen. Das heißt auch, dass Übergänge leichter zu bewältigen sind.

Eine große Rolle innerhalb des Netzwerks spielt die Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Schularten. Der Begriff soll auf ganz unterschiedliche Bereiche zutreffen. In der Steuergruppe, in der die Fäden für die Entwicklung, Koordinierung und Planung des Schulnetzwerkes zusammenlaufen, ist auch Jörg Westermann aktiv, Rektor der Robert-Gerwig-Schule.

Der Schulleiter erklärt, dem Durchlässigkeitsgedanken liege auch der kommende gemeinsame Bildungsplan 2016/17 zu Grunde. Dieser gilt für alle weiterführenden Schulen innerhalb der Sekundarstufe I. Er sieht vor, dass an der Realschule auch der Hauptschulabschluss erreicht werden kann. An der Werkrealschule soll der Hauptschul- und Werkrealschulabschluss jedoch weiterhin möglich sein.

Der neue Bildungsplan weist durchgängig drei Niveaustufen aus. Hierbei führt das grundlegende Niveau zum Hauptschul- beziehungsweise Werkrealschulabschluss, das mittlere Niveau zum Realschulabschluss. Das erweiterte Niveau bildet schließlich das gymnasiale Niveau, das einen neunjährigen Bildungsweg zum Abitur eröffnet, ab.

So wird neben dem Grundniveau auch das mittlere Niveau angeboten werden. „In der Orientierungsstufe, Klassen 5 und 6, werden damit Schulwechsel wahrscheinlicher“, so Westermann. Beispielsweise wenn sich ein Schüler über- oder unterfordert fühle, sei ein Schulwechsel oftmals empfehlenswert. „Wir wollen den Übergang zwischen allen drei weiterführenden Schulen leichter gestalten“, fasst Westermann zusammen. Um die Gegebenheiten an den anderen Schulen kennen zu lernen, bieten sich demnach Schülerarbeitsgruppen an, an denen alle Schüler über die Schulgrenzen hinweg teilnehmen können. „Eine gemeinsame Sport-AG am Thomas-Strittmatter-Gymnasium wäre beispielsweise eine vorstellbare Idee“, schlägt Westermann vor. Eine schulübergreifende Arbeitsgruppe unter Leitung von Sportlehrerin Michaela Conzelmann zum Thema Fairtrade gibt es bereits. Durch diese gemeinsamen Lernformen können Schüler vor einem eventuellen Wechsel die Gegebenheiten an der neuen Schule kennen lernen. „Durchlässigkeit bedeutet nicht, dass sich die Schulen gegenseitig Konkurrenz machen. Im Vordergrund steht das Wohl der Schüler“, betont der Schulleiter.

Der neue Bildungsplan sieht in den 5. Klassen einen Basiskurs Medienbildung mit 35 Unterrichtsstunden vor. Hier könnte sich Westermann auch vorstellen, das Fach schulübergreifend zu unterrichten, womit die Durchlässigkeit auch im Unterricht ihre Entsprechung fände.

Angedacht ist die Einführung von so genannten Orientierungsstufenberatern an den Schulen. Diese kennen die Arbeitsweisen und Anforderungen aller Schularten und können so Eltern und Schüler bei einem Schulwechsel beraten.

Die Durchlässigkeit betrifft nicht nur die weiterführenden Schulen, sondern auch Grundschulen und Kindergärten. Die Zusammenarbeit zwischen den Kooperationslehrerinnen der Grundschulen mit den Kindergärten soll dafür intensiviert werden.


Die Serie

Der SÜDKURIER beleuchtet in einer fünfteiligen Serie den Prozess Schulnetzwerk. Nach der Elternbeteiligung und schulübergreifenden Kooperation bei der beruflichen Orientierung steht heute die Durchlässigkeit im Fokus. Wie das Leitprinzip Gesundheit und Prävention ins das Schulnetzwerk integriert wird, ist Thema im nächsten Serien-Teil. (dba)

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