Schwarzwald-Baar-Kreis Wie der Nahverkehr im Schwarzwald-Baar-Kreis besser werden soll

Vom Taktverkehr für Buslinien bis hin zu Mobilitätszentralen: Der Kreistag setzt das große Zukunftsprogramm für Busse und Bahnen auf die Gleise – doch die Umsetzung erstreckt sich voraussichtlich von 2020 bis 2024.

Der große Rahmen für die Zukunft des Bus- und Bahnangebotes im Schwarzwald-Baar-Kreis ist jetzt abgesteckt. Der Kreistag hat den Nahverkehrsplan einstimmig vom Kreistag abgesegnet. Die Umsetzung der Maßnahmen wird sich über die Jahre 2020 bis 2024 erstrecken – wobei die Einzelprojekte dafür jeweils noch im Detail ausgearbeitet werden müssen. Konkrete Kosten könnten deshalb noch nicht gemacht werden, so der Bericht, da keine detaillierten Angaben zum exakten Fahrzeug- und Personalbedarf vorliegen. Nach Schätzungen geht die Kreisverwaltung von etwa 2,24 Millionen Euro Kostenbelastung aus.

Wichtigste Ziele und Eckpunkte sind verlässlich vertaktete Busfahrpläne, ein Ausbau des Fahrplanangebotes, eine klare Einteilung der Buslinien in Haupt- und Nebenachsen sowie Erschließungslinien mit unterschiedlich großem Fahrtenangebot und eine Anpassung der Linienführungen an absehbare Änderungen im Schienenverkehr (Start der Breisgau-S-Bahn im Dezember 2019 oder die angestrebte Erweiterung des Ringzuges bis nach St. Georgen). Ferner sollen Mobilitätspunkte geschaffen werden für die Verknüpfung des öffentlichen Nahverkehrs mit anderen Verkehrsmitteln (beispielsweise mit Ausleihmöglichkeiten für Fahrräder und Elektroautos) an den wichtigsten Knotenpunkten im Kreis (Villingen-Schwenningen, Donaueschingen, Bad Dürrheim). Außerdem umfasst der Nahverkehrsplan Vorgaben zum Fahrzeugeinsatz und deren Ausstattung sowie Vorschläge zur Gestaltung der Haltestellen.

„Im Rahmen der Anhörung gingen Rückmeldungen aus sieben Städten und sechs Gemeinden des Kreises ein, von 29 Bürgern, Trägern öffentlicher Belange und Ämtern, privaten Busunternehmen sowie aus einigen Nachbarlandkreisen“, berichtete Kerstin Beier. Insgesamt seien 249 Aspekte thematisiert, von der Verwaltung geprüft und zum Teil umgesetzt worden.

Kreisrat Jürgen Roth (CDU) lobte das „sehr gute Verfahren“. Er halte diese Entwicklung für eine sehr gute Entwicklung. Zugleich stellte Tuninger Bürgermeister das im Planentwurf enthaltene Werbeverbot auf den Nahverkehrsfahrzeugen zur Diskussion. Er verwies unter anderem darauf, dass Werbeeinnahmen die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr reduzierten.

Freie-Wähler-Kreisrat und Bürgermeister Walter Klumpp, Bad Dürrheim, lobte die vorbildliche Vorgehensweise und forderte auf, das Thema Elektromobilität konsequent weiterzuverfolgen. Sehr positiv fänden die Freien Wähler die Mobilitätszentren, die konsequent ausgebaut und auch noch an anderen Stellen eingerichtet werden sollten. Er bitte darum, das Thema Ringzug im westlichen Landkreis jetzt konkret anzugehen, so Klumpp weiter.

Auch Edgar Schurr (SPD) signalisierte das Einverständnis seiner Fraktion. „Der ÖPNV muss seine Attraktivität für breite Bevölkerungskreise erhöhen.“ Es sei wichtig, die Änderungen konsequent umzusetzen.

Christian Kaiser (Bündnis 90/Die Grünen) sah mit der Elektrifizierung der Bahnstrecke Villingen-Schwenningen-Rottweil und der Ablösung der jetzigen Ringzuggeneration in sieben Jahren noch Bewährungsproben kommen. Noch mehr Mobilitätspunkte seien für ihn durchaus vorstellbar. Werbung auf den Nahverkehrsfahrzeugen lehne seine Fraktion aber grundsätzlich ab, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu gewährleisten. Und er wollte sicherstellen, dass der Nahverkehrsplan ein „dynamischer“ Plan sei, also anpassbar an künftige Entwicklungen. „Der Nahverkehrsplan ist ein atmender Plan“, sagte der Landrat. Sollte es neue Entwicklungen geben, werde der Plan angepasst.

Kreisrat Ernst Reiser (Freie Wähler) ging es um die Haltestellenausstattung allgemein. „Der Nahverkehrsplan stellt die Unternehmen vor Herausforderungen, bietet ihnen aber auch die Möglichkeit, sich einzubringen“, erklärte Thomas Petrolli (CDU). Werbung auf den Bussen seien Einnahmen für die Unternehmer und zudem für Firmen eine Möglichkeit, sich zu präsentieren.

Der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen auf ein komplettes Werbeverbot auf den Linienbussen wurde dann mehrheitlich abgelehnt.

Gestrichen wurde zudem das ursprünglich geplante Verbot von Werbung für Automarken und Fahrschulen (die von manchen als möglicherweise direkte Konkurrenz zum öffentlichen Nahverkehr gesehen wurden) auf den Linienbussen.

Nahverkehrsplan

Der jetzige Nahverkehrsplan hat einen Vorgänger: Dieser stammte noch von 1999 und umfasste beispielsweise die Einführung eines integralen Taktfahrplans im Schienenpersonennahverkehr, die Einführung des Ringzugs, die Etablierung des Rufbus-Systems und die Einführung des Tarifverbunds. Dieser Plan wurde bis 2015 fast vollumfänglich abgearbeitet. Danach wurde die jetzige Fortschreibung des Nahverkehrsplanes in Auftrag gegeben.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Adventskalender - weil Vorfreude die schönste Freude ist
Neu aus diesem Ressort
Schwarzwald-Baar
Schwarzwald-Baar
Schwarzwald-Baar
Schwarzwald-Baar-Kreis
Schwarzwald-Baar-Kreis
Schwarzwald-Baar
Die besten Themen
Kommentare (2)
    Jetzt kommentieren