Schwarzwald-Baar Widerspruch gegen eine Neuorganisation des Polizeipräsidiums Tuttlingen

Bei der Amtseinführung des neuen Polizeipräsidenten warnen Staatsanwaltschaft und Personalvertreter vor Standortverlagerungen oder gar einer Auflösung des Präsidiums

Rund vier Monate nach seinem Start als Chef des Polizeipräsidiums Tuttlingen hat Gerhard Regele am Montag nun auch seine offizielle Amtseinführung erhalten. Vertreter der Region bereiteten Regele einen freundlichen Empfang in einem Saal der Tuttlinger Feuerwehr: Das Präsidiumsgebäude war dafür zu klein.

Regele sei ein Mensch, der eine eigene Meinung habe und dazu stehe, "ohne eine Sekunde Zweifel an seiner Loyalität zu lassen", lobte Staatssekretär Martin Jäger vom Innenministerium. Er hob die Dimensionen der Behörde hervor, der Regele nun vorsteht: Die Zuständigkeit erstrecke sich über 4317 Quadratkilometer, das sei fast doppelt so groß wie das Saarland. 1450 Mitarbeiter leisteten hier "in allen Bereichen eine hervorragende Arbeit" für die Sicherheit von rund 790 000 Einwohnern.

Das Tauziehen um eine eventuelle Verlagerung des Präsidiumssitzes ins Oberzentrum Villingen-Schwenningen (wobei auch Rottweil schon Interesse angemeldet hat), spielte deutlich in den Festakt hinein. Auslöser ist die laufende Evaluierung der Polizeireform durch das Land. Tuttlingens Oberbürgermeister Michael Beck sagte, die Polizei so "noch nie so umworben gewesen wie heute". Am Ende des Bewertungsverfahrens werde sich das Land aber "sicher richtig entscheiden", so, wie sich schon im Rahmen der Reformumsetzung "richtig entschieden" habe – für Tuttlingen. Die Stadt habe schon die Baugenehmigung für eine Erweiterung des Präsidiumsgebäudes erteilt.

Ebenso wie Beck lobte auch der Tuttlinger Landrat Stefan Bär die umgängliche Art Regeles: "Die Chemie passt". Bär betonte zur Standortdebatte: Man werde in der Region weiter gut zusammenarbeiten, "egal wie die Entscheidung ausfällt."

Sehr deutlich wurde der Leitende Oberstaatsanwalt Joachim Dittrich aus Rottweil, der sich auch auf seine Kollegen in Konstanz und Hechingen berief: "Wir sehen durchaus Verbesserungsbedarf" bei der Polizeireform, "aber es besteht keine Notwendigkeit, an der räumlichen Zuordnung irgend etwas zu ändern." Ins selbe Horn stieß Werner Scholz, Vize-Vorsitzender des Personalrates: "Es wäre schön, wenn man die betroffenen Beschäftigten nun etwas zur Ruhe kommen ließe." Scholz stellte Regele ein positives Zwischenzeugnis aus: "Die Zusammenarbeit ist auf gutem Weg".

Und Regele selbst? Er forderte angesichts von wachsenden Aggressionen gegen Polizeibeamte, dass die Polizei von Gesetzgeber und Justiz besser geschützt werden müsse. Zudem brauche die Polizei bessere rechtliche und finanzielle Grundlagen für ihre Arbeit. Zur Standortfrage hielt er sich zurück: "Ende März wird das Evaluierungsergebnis verkündet – lassen wir uns einfach überraschen." Eins stehe dagegen schon fest: "Es macht Spaß, Polizeipräsident in Tuttlingen zu sein."

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