Schwarzwald-Baar-Kreis Übergriffe in Flüchtlingsheimen

Vortrag über die Lage von geflohenen Christen und Jesiden

In deutschen Flüchtlingsunterkünften kommt es immer wieder zu Übergriffen von Moslems auf christliche und jesidische Mitbewohner: Das prangert die deutsche Sektion der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) an. Sie hat in Zusammenarbeit mit der Aktion für verfolgte Christen und Notleidende und dem Zentralrat Orientalischer Christen in Deutschland bundesweit etwa 800 Fälle dokumentiert. Unter dem Vortragstitel "Dem IS-Terror entronnen und jetzt bedroht im Flüchtlingsheim" präsentierte das ehemalige geschäftsführende Vorstandsmitglied der IGFM, Karl Hafen, die Ergebnisse jetzt im Villinger Landratsamt.

Die Konflikte reichten von verbalen Auseinandersetzungen bis zu tätlichen Übergriffen, so Hafen. Da die überwiegende Mehrheit der nach Deutschland gekommenen Asylbewerber muslimisch sei, sei die Lage der christlichen und jesidischen Flüchtlinge schwierig. "Von der Politik wird das Thema totgeschwiegen und unter den Teppich gekehrt", so Hafen. Er räumte jedoch auch ein, dass die Zahl der dokumentierten Fälle nahezu marginal sei, wenn man sie auf die Gesamtheit der Heime und Anzahl der Asylbewerber bezieht.

Die dokumentierten Fälle weisen eine große Bandbreite auf. Demnach würden Nichtmoslems als "Schweinefleischfresser" oder "Ungläubige" beschimpft oder es werde ihnen das Tragen eines Kreuzes untersagt. Zu Auseinandersetzungen komme es unter anderem in gemeinschaftlich genutzten Küchen, da Nichtmoslems als unrein angesehen würden. Weitere Probleme gebe es durch manche Sicherheitsleute sowie Dolmetscher beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) – etwa, wenn Securitykräfte mit muslimischem Hintergrund rekrutiert würden. Zudem gebe es Fälle, dass Dolmetscher, die selbst Moslems seien, bei Anhörungen von Christen und Jesiden zu Asylanträgen bewusst falsch übersetzten. Prozentual gesehen würden Christen und Jesiden auch öfter abgeschoben als Moslems, so Hafen.

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