Villingen-Schwenningen Subventionen und mehr: Was ist uns die Kultur in Villingen-Schwenningen wert?

Heimatcheck, Teil eins: Ehrenamtliche Helfer sorgen bei den freien Kulturträgern für günstige Eintrittspreise. Villingen-Schwenningen legt viel Wert auf preisgünstige Karten für Schüler, Studenten und Familien.

Mittwochabend Ballett im Theater am Ring, Donnerstag ein Meisterkonzert im Franziskaner, am Samstag bietet der Jazzclub ein tolles Konzert, der Folk-Club holt einen bekannten Singer-Songwriter nach Villingen: Kulturinteressierte kommen in der Doppelstadt in allen Bereichen auf ihre Kosten. Aber was kostet die Kultur? Können sich die Bürger die vielfältigen Veranstaltungen überhaupt noch leisten?

Die Stadt Villingen-Schwenningen bietet ganz verschiedene Tarife – Priorität hat es für Kulturamtsleiter An-dreas Dobmeier, vor allem jungen Menschen den Zugang zur Musik und zum Theater zu ermöglichen. Um dies zu gewährleisten, ist die Gestaltung der Eintrittspreise sehr moderat gehalten. In den letzten Jahren gab es keine Preiserhöhung und auch in der kommenden Saison bleiben die Preise stabil, so Dobmeier.

Subventionen der Stadt


Die Stadt Villingen-Schwenningen subventioniere jede Eintrittskarte mit durchschnittlich 30 Euro pro Besucher. Dieser Zuschuss errechne sich aus den Umlagen der Betriebskosten und der Abschreibungen der Veranstaltungsstätten sowie der Personalkosten. Die Programmkosten für Theater und Konzerte, also der Aufwand für Gastspiele der Ensembles und Orchester, tragen sich weitgehend aus den Einnahmen des Kartenverkaufs, erläutert Andreas Dobmeier.

Einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben in der Doppelstadt leisten die freien Kulturträger. Sie kalkulieren ihre Eintrittspreise auf der Basis der Einnahmen, des städtischen Zuschusses, der Mitgliedsbeiträge und Spenden. „Ein wichtiger Faktor, um die Eintrittspreise erschwinglich zu halten, ist natürlich das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder“, so Rainer Horn vom Jazzclub Villingen. Sie stellen das Programm zusammen, kümmern sich um Werbung, stehen hinter der Theke und verkaufen Eintrittskarten.

Freundschaftspreise können helfen


Der Jazzclub verlangt 14 Euro Eintritt, Mitglieder, Schüler und Studenten bezahlen zwölf Euro. Man wolle gerade den vielen Stammbesuchern moderate Preise bieten. Durch die guten Kontakte, die die freien Kulturträger zu vielen Bands haben, kommen diese manchmal auch zu Freundschaftspreisen und helfen so mit, die Preise auf einem bezahlbaren Niveau zu halten. „Wobei es schon traurig ist, wenn wir den Bands nicht mehr bezahlen können, die Musiker leben ja davon“, meint Rainer Horn.

Ehrenamtlicher Einsatz für das Guckloch-Kino in Villingen: Dörte Rothenhäusler, Hans Engelhard und Katharina Klippstein (von links).
Ehrenamtlicher Einsatz für das Guckloch-Kino in Villingen: Dörte Rothenhäusler, Hans Engelhard und Katharina Klippstein (von links). | Bild: Jochen Hahne

Beim Folk-Club zahlt der Besucher 15 Euro, in Ausnahmefällen steigt der Eintritt mal auf 20 oder 25 Euro. „Das hängt halt von der Band ab, die Krüger Brothers kommen aus reiner Freundschaft noch zu uns. Trotzdem liegt die Gage da auf einem Niveau, dass wir mit dem Eintritt hochgehen müssen“, berichtet Kilian Schmidt vom Folk-Club. Es gebe aber zahlreiche Ermässigungen, so zahlen Mitglieder nur die Hälfte bei einem Jahresbeitrag von mindestens 50 Euro und Schüler und Studenten bezahlen auch die Hälfte. Die Bands werden beim Folk-Club prozentual an den Einnahmen beteiligt, aber selbst das sei seit Jahren ein Minusgeschäft, rechnet Schmidt vor und zählt die festen Ausgaben auf: Werbung, Technik, Catering und Hotel für die Künstler und die Gema-Kosten.

Wenn der Folk-Club kostendeckend arbeiten würde, müsste das Ticket generell 25 Euro kosten: „Aber das zahlen die Zuschauer nicht mehr.“ Der städtische Zuschuß von 2800 Euro helfe dem Club, reiche aber natürlich nicht ansatzweise aus. Der Verein lebe daher wesentlich von Sponsoren und Spenden sowie Mitgliedsbeiträgen.

Beim Kommunalen Kino Guckloch kostet ein Kinoabend fünf Euro, Mitglieder bezahlen vier Euro, Schüler und Studenten 3,50 Euro. Beim Jugendkino liegen die Eintrittspreise bei drei Euro, beim Kinderkino bei zwei Euro. „Damit liegen wir erheblich unter den Preisen der gewerblichen Kinobetreiber. Allerdings haben die natürlich bequemere Stühle als wir in der Scheuer“, erklärt Kilian Schmidt, der auch beim Guckloch aktiv ist. Das Kino könne mit diesen Eintrittspreisen ganz gut kalkulieren, was an den im Vergleich zur Musikbranche viel niedrigeren Durchschnittskosten und der erheblich besseren Zuschuss-Situation liege: Das Kino erhält auch Landesmittel. Aber auch hier wäre ein Kino-Betrieb ohne die Ehrenamtlichen nicht machbar.

 

Preise in Villingen-Schwenningen

Eine reguläre Karte im Franziskaner-Konzerthaus beziehungsweise im Theater am Ring in der ersten Kategorie kostet für Topevents (Meisterkonzert): 39 Euro; Musical/Oper: 36 Euro; Komödie: 29 Euro; Ballett/Tanz: 36 Euro; Schüler/Jugendtheater: Gruppe 5 Euro, Einzelkarte 12 Euro; Auftaktkonzert: Gruppe 4 Euro, Einzelkarte 10 Euro; Familienkonzert: Gruppe 4 Euro, Kinder 5 Euro; Kleinkunst (Theater im Capitol): 18 Euro; Kernmacherei: 10 Euro.

Schüler, Auszubildende, Studenten, Bundesfreiwilligen- und sonstige Freiwilligendienste sowie Erwerbslose erhalten eine Ermäßigung von 50 Prozent auf die Eintrittspreise.

Bei den Meisterkonzerten bietet das Amt für Kultur einen sehr schönen Familientarif an: Besucht ein Erwachsener zum Normalpreis eine Veranstaltung, zahlt jedes begleitende Kind 5 Euro Eintritt. Für alle Veranstaltungen im Franziskaner und im Theater am Ring gibt es Last-Minute-Tickets: Dadurch erhalten Schüler, Auszubildende, Studenten, Bundesfreiwillige und andere Freiwillige sowie Erwerbslose 15 Minuten vor Beginn den besten verfügbaren Platz für 5 Euro. Sparen können Kulturfreunde auch durch Fest- und Wahlabos mit Rabatten zwischen 15 und 35 Prozent auf den regulären Kartenpreis.

Ihre Meinung ist uns wichtig
☀ Einzigartige Sonnenstücke vom See ☀
Neu aus diesem Ressort
Schwarzwald-Baar
Wolfach
Schwarzwald-Baar
Schwarzwald-Baar
Villingen-Schwenningen
Schwarzwald-Baar
Die besten Themen