Schwarzwald-Baar-Kreis Selbstbewusster Jazzer-Nachwuchs

Es gibt sie noch, diese jungen Talente, die so unbekümmert und frisch musizieren, dass das Publikum fast schon automatisch mitgerissen wird. Am Samstag war so ein Trio im Villinger Jazzkeller zu hören.

Mit viel Selbstbewusstsein spielten die Akteure im Alter von gerade mal 20 Jahren. Sie machten deutlich, dass es um Nachwuchs im Jazz, der eigene Wege sucht, nicht schlecht bestellt ist.

Die Pianistin Clara Vetter ist derzeit 19 und hat ihr junges Leben ganz dem Klavier gewidmet. Von Kindesbeinen an lernte sie klassisches Klavier und seit etwa fünf Jahren beschäftigt sie sich mit Jazz und Improvision. Preise bei „Jugend jazzt” und ein Platz im Landesjugendjazzorchester sind da schon fast selbstverständlich. Seit mehr als einem Jahr studiert sie an der Stuttgarter Musikhochschule – natürlich Jazz. Ähnlich ist der Werdegang des 18-jährigen Bassisten Jakob Obleser und des 20-jährigen Drummers Thilo Adam. Alle drei sind auf der Suche nach ihrem musikalischen Profil, haben aber bereits erstaunlich viel Eigenständigkeit entwickelt. Das war beim Konzert im Jazzkeller zu hören, wo das Trio ausschließlich eigene Stücke spielte, die zumeist von Clara Vetter geschrieben worden sind. Die Bandleaderin und Komponistin spielt Stücke, die voller Reife und Stimmungswechsel stecken, die spannungsvoll angelegt sind und voller Klangästhetik. Dabei legt sie großen Wert auf Interaktion und kommunikatives Zusammenspiel. Gemeinsam mit Bassist Obleser und Drummer Adam überzeugt Vetter mit einem reifen Triospiel, in dem immer wieder klassische Romantizismen erklingen, aber auch der Respekt vor den großen Pianisten des Jazz hörbar wird.

Die Musik ist gleichzeitig zerbrechlich und ausdrucksstark, eindringlich und emotional überzeugend. Reifes Balladenspiel und rockige Grooves wechseln ohne Brüche und werden zu einem unverbrauchten Klangbild des jungen Trios. Hier steht weniger artistische Rasanz im Vordergrund, sondern das gemeinsame Musiziererlebnis.

Am Ende des Konzerts kommt dann noch Dan Roncari auf die Bühne, der Schwenninger Altsaxofonist, der jetzt ebenfalls Jazzstudent in Stuttgart ist. „Beatrice” heisst der Standard von Sam Rivers, mit dem die jungen Akteure als Quartett überzeugen.

Die Zuhörer im Villinger Jazzkeller zeigten sich freudig überrascht von der erfrischend-eigenständigen Musik des jungen Trios, das hoffentlich ganz am Anfang eines Erfolgskurses ist. (fsc)

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