Schwarzwald-Baar Perspektiven für den Ringzug

Es rentiert sich, den Ringzug künftig bis nach St. Georgen fahren zu lassen und zudem neue Haltepunkte zwischen dem Villinger und dem St. Georgener Bahnhof einzurichten. So lautet wie kurz berichtet das Fazit einer Studie, in der ein Schweizer Fachbüro das Potenzial eines Ausbaus des Ringzugangebotes untersucht hat. Doch worum geht es im Detail?

  • Ausgangslage: Das Fachbüro SMA aus Zürich hat auf Initiative der Stadt St. Georgen und im Auftrag des Landratsamts dargestellt, ob und unter welchen Bedingungen der Ringzug bis nach St.Georgen und eventuell Sommerau udn Triberg verlängert werden könnte. Dabei sollten auch mögliche neue Haltepunkte berücksichtigt werden.
  • Mögliches Betriebskonzept: Die Experten haben fünf verschiedene Varianten für einen veränderten Ringzug-Betrieb berücksichtigt und dabei das günstigste Szenario mit drei Ringzug-Verbindungen herausgepickt. Demnach würden Ringzüge aus Richtung Geisingen über Rottweil bis nach Villingen fahren und in Villingen geteilt (geflügelt) werden: Der eine Zugteil würde nach St. Georgen/Triberg weiterfahren und der andere nach Bräunlingen. Umgekehrt würden Ringzüge aus St. Georgen/Triberg beziehungsweise Bräunlingen nach Villingen fahren, dort zusammengeführt und die restliche Linie nach Rottweil und dann hinunter nach Geisingen fortführen.

Das hätte laut SMA-Vertreter Georges Rey bei seiner Präsentation im Kreistagsausschuss für Verwaltung, Wirtschaft und Gesundheit unter anderem den Vorteil, dass man aus Richtung St. Georgen mit nur einmal umsteigen (in Rottweil) bis nach Stuttgart durchfahren könnte. Ebenso wäre mit einmaligem Umstieg (in Villingen) die Fahrt bis nach Freiburg möglich – dank der künftigen Breisgau-S-Bahn, die bis nach Villingen fahren wird. Nicht zuletzt gebe es auch Richtung St. Georgen/Triberg auch einen Ringzug-Anschluss bis nach Bräunlingen. Zudem bliebe die bisherige Direktverbindung von Bräunlingen nach Rottweil erhalten.

  • Neue Haltepunkte: Um das Passagierpotenzial entlang des möglichen neuen Ringzugastes auch gut zu nutzen, empfiehlt SMA weitere Haltepunkte. In Villingen-West wäre ein Halt an der Kreuzung der Bahngleise mit der Richthofenstraße besonders vielversprechend, zumal dieser Standort durch Stadtbuslinien bedient würde und wenige Gehminuten von den früheren Kasernengeländen entfernt liegt, die etwa zu Wohngebieten werden sollen. Ferner sieht die Studie ein interessantes Fahrgastpotenzial im Bereich St. Georgen-Peterzell-Ort oder auch -Peterzell-Schoren: An einem dieser Punkte wäre ein neuer Ringzughalt auch denkbar. In Schoren wäre eine Busverbindung Richtung Königsfeld vorzusehen.
  • Buskonzepte: Richtig lohnend wäre eine Ringzug-Verlängerung nur in Verbindung mit Buskonzepten, die das Umland mit dem Schienennahverkehr besser vernetzen. Hierzu müssten die bisherigen Buslinien zum Teil anders geführt werden.
  • Infrastrukturbedarf: Im Bahnhof Villingen müsste ein neues Signal gebaut werden, zudem bräuchten die neuen Haltepunkte in Villingen-West sowie bei St. Georgen-Peterzell jeweils zwei neue Bahnsteigkanten.
  • Weitere Varianten: Sowohl eine Verlängerung bis Sommerau als auch nach Triberg würde sich laut SMA nicht rentieren. Der Raum Triberg würde mehr durch ein angepasstes und erweitertes Busangebot profitieren.
  • Perspektive: Die Studie soll nun Grundlage sein für Gespräche des Landkreises mit dem Land. Denn dieses entscheidet letztlich über mögliche neue Angebote im Schienennahverkehr.

 

Fahrplan-Anpassungen

Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember gibt es einige Anpassungen im dem bisherigen Netz des Ringzugs. Betroffen sind laut Ringzug-Zweckverband verschiedene morgendliche Abfahrten, wobei sich die Änderungen im Bereich einiger Minuten bewegen. Zudem wird der bisherige Verkehrshalt Brigachtal-Klengen nun in einen Bedarfshalt umgewandelt. Der Ringzug hält also nicht mehr automatisch. Wer aussteigen will, muss zuvor die Haltewunschtasten im Türbereich der Fahrzeuge drücken. Wer einsteigen will, muss sich am Bahnsteig dem Lokführer bemerkbar machen. Neu ist zudem, dass zwischen Rottweil und Blumberg-Zollhaus nun werktags um 7.16 Uhr neu der Ringzug 88029 durchgängig fährt. Zudem wurden die Abfahrtszeiten von Immendingen nach Blumberg-Zollhaus und zurück angepasst. Dabei wurde zwischen Mai und Oktober um 16.54 Uhr ein Abbringer von der Museumsbahn in Blumberg-Zollhaus nach Immendingen eingerichtet.

Infos unter: www.Ringzug.de

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