Schwarzwald-Baar Nachwuchstüftler aus dem Schwarzwald bauen Roboter

Neuntklässer konstruieren anspruchsvolle Maschinen. Sie sind das Ergebnis eines mehrmonatigen Projekts mit großem Lerneffekt.

Auf diese Leistung darf man zurecht stolz sein: Fünf Schüler der neunten Jahrgangsstufe haben jetzt im Landratsamt ihre selbst gebauten Roboter präsentiert. Mit dabei waren Sarah Marie Warmbold und Maurice Broghammer (Zinzendorfschulen) sowie Danny Kratt, David Jung und Dennis Limberger (Bickebergschule). „Wir haben gemeinsam, dass wir alle ein großes Interesse an Technik haben. Deshalb haben wir uns für das Projekt beworben“, erklärte Danny Kratt bei der Projektpräsentation.

Danny Kratt von der Bickebergschule erklärt den Zuschauern die Funktionsweise seines Roboters.
Danny Kratt von der Bickebergschule erklärt den Zuschauern die Funktionsweise seines Roboters. | Bild: Kevin Rodgers

Die Roboter haben sie im Rahmen eines Projektes der Wissenswerkstatt Schwarzwald-Baar in der Ausbildungswerkstatt von Continental in Villingen entwickelt.

Das Projekt war durchaus anspruchsvoll. Zunächst mussten einige Grundlagen des Programmierens erlernt werden. Außerdem haben die fünf Schüler gelernt, wie der Mikrocontroller, also die Steuerung des Roboters, funktioniert und programmiert wird.

Dennis Limberger, Danny Kratt und David Jung demonstrieren ihre Roboter, in die sie ein halbes Jahr Arbeit investiert haben (Bild links, von links). Im Bild rechts lässt Maurice Broghammer seinen Roboter ein 5-Cent-Stück tragen. Nicht im Bild, aber mit beteiligt am Projekt ist Teilnehmerin Sarah Marie Warmbrod von den Zinzendorfschulen in Königsfeld.
Dennis Limberger, Danny Kratt und David Jung demonstrieren ihre Roboter, in die sie ein halbes Jahr Arbeit investiert haben (Bild links, von links). Im Bild rechts lässt Maurice Broghammer seinen Roboter ein 5-Cent-Stück tragen. Nicht im Bild, aber mit beteiligt am Projekt ist Teilnehmerin Sarah Marie Warmbrod von den Zinzendorfschulen in Königsfeld. | Bild: Kevin Rodgers

Orientiert hat sich die Schülergruppe an bereits vorhandenen Plänen für einen Roboter. Diese Pläne wurden jedoch noch einmal grundlegend überarbeitet. „Der Roboter kann mit Hilfe eines Magneten eine Münze anheben, mit seinem Schwenkarm transportieren und an einer anderen Stelle wieder ablegen“, erklärt David Jung. Für den Magnet musste die Gruppe eigens eine Halterung konstruieren. Die Teile für den Roboter kamen aus dem 3-D-Drucker.

„Es war sehr anspruchsvoll, die Teile mit einem CAD-Programm millimetergenau zu entwerfen“, so Jung. Durch das Projekt hätten sie viel gelernt und einen interessanten Einblick in die Industrie bekommen.

Ein halbes Jahr lang war die Gruppe einmal in der Woche in der Ausbildungswerkstatt von Continental zu Gast, um an den Maschinen zu arbeiten.

Fünf identische Roboter haben die Schüler in 6 Monaten gefertigt. Sie können mittels eines Magneten eine Münze hochheben und an einer anderen Stelle wieder ablegen.
Fünf identische Roboter haben die Schüler in 6 Monaten gefertigt. Sie können mittels eines Magneten eine Münze hochheben und an einer anderen Stelle wieder ablegen. | Bild: Kevin Rodgers

Für das Unternehmen, das mit einem Umsatz von 44 Milliarden Euro und 235 000 Mitarbeitern weltweit zu den größten deutschen Automobilzulieferern gehört, war das Projekt nicht ganz uneigennützig, wie Clemens Boog, der Ausbildungsleiter von Continental in Villingen, zugab. „Wir müssen die Methoden unserer Mitarbeitergewinnung ständig überprüfen“, erklärte Boog in seiner Ansprache. Konventionelles Werben um die besten Köpfe reiche heutzutage kaum mehr aus.

Auch einen Seitenhieb auf die Politik konnte sich der Ausbildungsleiter nicht verkneifen. „Wir können nicht auf das Bildungsministerium warten. Deshalb engagieren wir uns selbst.“

Auch Ralph Wurster, der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands Südwestmetall im Bezirk Schwarzwald-Hegau, betonte den Stellenwert dieser Projekte. „Solche Projekte sind eine guter Anfang für den Start in den Beruf. Hier wird nützliches Wissen fernab vom Bildungsplan vermittelt“, sagte Wurster.

Teilnehmer-Vater Andreas Kratt und Ralph Wurster vom Arbeitgeberverband Südwestmetall schauen genau hin, als ihnen Projektleiter Tobias Hermle von Continental und Danny Kratt die Funktionsweise des Roboters erklären (von links). <em>Bilder: Kevin Rodgers</em>
Teilnehmer-Vater Andreas Kratt und Ralph Wurster vom Arbeitgeberverband Südwestmetall schauen genau hin, als ihnen Projektleiter Tobias Hermle von Continental und Danny Kratt die Funktionsweise des Roboters erklären (von links). | Bild: Kevin Rodgers

In diese Kerbe schlug auch Andreas Meßmer, der Leiter des Bildungsbüro Schwarzwald-Baar-Kreis. „Projekte wie das Konstruieren von Robotern sollen die berufliche Orientierung fördern und erleichtern und einen Impuls bei der Berufsfindung geben.“

Bei der Projektpräsentation stand bei den Teilnehmern jedoch die Freude an dem abgeschlossenen Projekt im Vordergrund. Sichtlich stolz zeigten die Schüler ihren Eltern, Großeltern und Gästen ihre Roboter, beantworteten geduldig Fragen und hoben die ein oder andere Münze mit dem Roboterarm in die Luft.

 

Die Wissenswerkstatt

Die Wissenswerkstatt Schwarzwald-Baar ermöglicht Jugendlichen aller Schularten die Teilnahme an Workshops und Projekten und den Besuch von Seminaren und Vorträgen. Getragen wird die Wissenswerkstatt vom Schulamt, der Arbeitsagentur, dem Arbeitgeberverband Südwestmetall, der Beruflichen Bildung und vom Europäischen Sozialfonds. Weitere Projekte finden laufend im gesamten Schwarzwald-Baar-Kreis statt. (kbr)

Infos im Internet:www.wissenswerkstatt-schwarzwald-baar.de

 

 

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