St. Georgen Leute tauschen in Villingen noch immer D-Mark um

Vortrag zum 60-jährigen Bestehen der Deutschen Bundesbank. Villinger Standort einer von bundesweit 35 Filialstellen

Villingen-Schwenningen (spr) In der Villinger Filiale der Deutschen Bundesbank werden auch immer noch D-Mark-Bestände umgetauscht. "Es kommen immer noch Leute, die D-Mark, meist auch Nachlässen, umtauschen", sagte der Präsident der baden-württembergischen Hauptverwaltung in Stuttgart, Bernhard Sibold, anlässlich eines Vortrags im Landratsamt zum 60-jährigen Bestehen der Deutschen Bundesbank.

"Die Geschichte der Bundesbank ist auch Teil der deutschen Geschichte", fasste der Erste Landesbeamte, Joachim Gwinner in seinem Grußwort zusammen. Mit der Bundesbank verbinde den Kreis seit deren Neubau neben dem Landratsamt seit rund 20 Jahren eine gut nachbarschaftliche Beziehung.

Sibold ließ die vergangenen Jahrzehnte Revue passieren, in denen die Deutsche Bundesbank als Dachorganisation die gemeinsame Bankpolitik bestimmt. Ihren Ursprung hat die heutige Bundesbank bereits 1947, als in den Besatzungszonen der Siegermächte zunächst Landeszentralbanken errichtet und von diesen ein Jahr später, mit der Einführung der D-Mark, die Bank Deutscher Länder gegründet wurde. Damals wie heute, so Sibold, sei die Sicherung der Preisstabilität ein klares Bekenntnis gewesen. 1957 schließlich war die Geburtsstunde der Deutschen Bundesbank.

Bernhard Sibold gab den rund 50 Zuhörern vorwiegend aus dem Geschäftskundenbereich der Bundesbank, einen Einblick hinter die streng bewachten Tresortüren, in denen die Goldreserven der Bundesrepublik lagern. "Aktuell beläuft sich der Goldschatz, den die Bundesbank verwaltet, auf 3400 Tonnen. Die Hälfte davon lagert im Tresor der Bundesbank in Frankfurt. Die andere Hälfte lagert in New York beziehungsweise in London, um im Notfall beliehen oder veräußert werden zu können."

Der Präsident der baden-württembergischen Hauptverwaltung ging in seiner Ansprache zudem auf die Wiedervereinigung und die Euro-Einführung ein. Und damit verbunden auch eine Strukturreform der Bedeutung der Bundesbank. "Aus der Alleinverantwortung für die D-Mark wurde eine Mitverantwortung für den Euro." Die Auswirkungen waren hart. Das Haupt- und Zweigstellennetz wurde gestrafft. Von einst 200 gibt es heute noch 35 Haupt- und Filialstellen.

Eine davon ist in Villingen-Schwenningen. Das moderne Gebäude liegt zwischen Landratsamt und Bundesstraße. Rund 50 Mitarbeiter verwalten dort kurz gesagt das Geld, das in der Region in Umlauf ist. "Die Hauptaufgabe unserer Filiale ist der Bargeldverkehr", erläutert Filialleiter Helmut Amann. "Das heißt, wir sind in einer bestimmten Region zuständig für die Ver- und Entsorgung mit Bargeld."

Auch der Austausch von Geldscheinen, die nicht mehr den Qualitätsansprüchen der Bundesbank entsprechen, ist Aufgabe der Bundesbankfiliale in VS-Villingen. "Am schlechtesten behandeln die Leute die kleinen Euroscheine. Der Fünf-Euro-Schein beispielsweise hat eine Lebensdauer von nur einem Jahr", so Amann. Wie er sagt, wird derzeit in neue, moderne Geldverarbeitungsmaschinen investiert. Damit können statt bislang 20 künftig 33 Geldscheine gezählt werden – pro Sekunde.

Info: Wenngleich der bargeldlose Zahlungsverkehr europaweit zunimmt, so hat die deutsche Bundesbank nach wie vor ihre Daseinsberechtigung. "Die Deutschen sind, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, bargeldaffin", sagt Filialleiter Helmut Amann. In der Filiale in VS-Villingen können auch D-Mark-Bestände in Euro umtauschen lassen. "Es kommen immer noch Leute, die D-Mark, meist auch Nachlässen, umtauschen." (spr)

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