Schramberg Trial-Radfahrer beeindruckt mit Stunts

Vor der historischen Kulisse der Burg Hohenschramberg führt Max Schrom auf seinem sogenannten Trial-Rad einen Stunt nach dem anderen aus. Was zunächst nur einige Burgbesucher bestaunen konnten, ist nun auf YouTube zu sehen.

Die Burgruine Hohenschramberg hat schon so manches in ihrer gut 500-jährigen Geschichte erlebt. Aber die Kunststücke, die Max Schrom aus Bammental bei Heidelberg jetzt auf ihren Mauern vollführt hat, waren sicher einmalig.



„Du stehst oben auf der Mauer, ich flieg‘ die Drohne von dort heran. Wenn Eduard das Okay gibt, springst du los“, gibt Christian Hammer Regieanweisungen. Für einen Videofilm mit Stunts auf dem Trial-Rad haben sich der 26-jährige Student Schrom und sein Freund Christian Hammer die Ruine Hohenschramberg als Kulisse ausgesucht. Hammer stammt aus Hornberg und wusste, was für „eine geile Location“ die Burg hoch über der Stadt ist. Auch eine Drehgenehmigung haben die beiden von der Stadtverwaltung bekommen. „Das ist sonst gar nicht so einfach“, weiß Schrom.

Während Hammer und sein Kameraassistent Eduard Eisemann den Oktokopter – ein Modellhubschrauber mit acht Rotoren – startklar machen, hüpft Schrom eben mal locker mit dem Rad auf ein vielleicht einen halben Meter breites Mäuerle. Dass es daneben etwa acht Meter senkrecht in die Tiefe geht – was soll's? Ein paar Burgbesuchern bleibt der Atem stocken.

Aber Schrom weiß was er macht, er ist Inhaber von zwei skurrilen Weltrekorden mit dem Trial-Bike: Er schaffte die meisten Hinterradsprünge in Serie auf dem Mountainbike und erzielte die schnellste Zeit beim Überwinden von neun Ölfässern. Er tritt in Samstagabendshows im Fernsehen auf und seine Videos im Internet werden hunderttausendfach angeklickt.



Das brachte Sponsoren auf den Plan, und so trägt Schrom das Logo eines Energydrink-Herstellers auf dem Helm. „Mit dem Sport allein ist nicht viel Geld zu verdienen“, bekennt der Maschinenbaustudent, „aber mit Showauftritten wie bei Kai Pflaume kann man auf sich aufmerksam machen.“ Ganz wichtig sind auch die Filmchen im Internet: „Da sind die Sponsoren natürlich glücklich …“ In einigen Wochen soll dann auch das Video von der Hohenschramberg auf Youtube stehen.

Der Oktokopter surrt in der Luft, kleine Hochleistungs-Elektromotoren treiben die acht Luftschrauben an. „Über GPS und Sensoren fliegt der ganz ruhig und bleibt immer waagrecht“, erklärt Hammer, der sich auf Luftaufnahmen mit der kleinen Drohne spezialisiert hat. Unten an dem Oktokopter hängt eine Kamera, deren Bilder Assistent Eisemann auf einem Monitor am Rand des Geschehens beobachtet.

Über die Fernsteuerung bringt Hammer das Fluggerät in die richtige Position. Eisemann ruft „Go!“ und Schrom hüpft auf dem Hinterrad von der obersten Mauer einen Absatz in die Tiefe, überspringt einen Spalt und landet wohlbehalten auf dem Burgweg.

Für seine akrobatischen Kunststücke trainiert Schrom hart. Konzentration und Koordination sind die Voraussetzung, aber auch Krafttraining betreibt er intensiv. „Ich mache das seit meinem fünften Lebensjahr“, erzählt er, „bei manchen Sachen weiß ich gar nicht, wie ich das mache, das geht intuitiv.“

„Wir machen das noch mal mit einer anderen Einstellung“, ruft Hammer. Schrom hüpft mit seinem Bike den Burgweg wieder hoch, und rauf aufs Mäuerle. Die Drohne kreist, Eisemann ruft „Go!“, und erneut kommt der Radakrobat das Mäuerle herunter. Aus sicherer Entfernung spenden die Zuschauer spontan Beifall. Während sich Regisseur Hammer und sein Assistent die letzten Bilder anschauen, probiert Schrom auf die vordere Burgmauer zu springen.

Nach einem kurzen Blick voraus, bricht er ab. „Nee, lieber nicht.“ Vor ihm geht es etwa 20 Meter in die Tiefe. „Danke“, ruft ein Zuschauer, „mir war schon ganz schlecht.“ Und ein anderer bemerkt: “Sonst hätten wir noch einen Krankenwagen rufen müssen.“ Max Schrom kontert trocken: „Den hätte es dann nicht mehr gebraucht.“

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