Schonach Wolfgang Förtsch erhält das Bundesverdienstkreuz

Bekannt ist der Schonacher für „Betteltouren“ für das Gemeinwohl, denn der Geehrte unterstützt viele Vereine und Institutionen, beispielsweise die Katharinenhöhe und den Weltcup der Nordischen Kombinierer. Der langjährige CDU-Fraktionsvorsitzende setzt sich auch für die Klaus-Ringwald-Stiftung ein.

Seit 1982 ist Wolfgang Förtsch in Schonach beheimatet. Damals begann für den gelernten Dreher und Industriemeister ein Aufstieg, wie er heute vielleicht nicht mehr möglich wäre. Nun, rund 35 Jahre später, wurde ihm das Verdienstkreuz am Bande verliehen.

Der langjährige CDU-Fraktionsvorsitzende, Mitorganisator beim Weltcup in der Nordischen Kombination und stellvertretende Vorsitzende des Skiclubs, wurde in großem Rahmen in besonderer Weise für sein Engagement geehrt, das nicht nur die Gemeinde betraf. Unter anderem waren zahlreiche Gemeinderats-Weggefährten, Bürgermeister der Nachbargemeinden Triberg und Schönwald sowie der St. Georgener Altbürgermeister Wolfgang Schergel nebst Gattin Sybille sowie Landrat Sven Hinterseh und die Landtagsabgeordneten Martina Braun und Karl Rombach anwesend.

Auch der langjährige „Hoffotograf“ Navigo der Burger Industriewerke, die unter Führung Förtschs von einer kriselnden 80-Mann-Firma zu einem führenden Unternehmen der Branche mit nahezu 300 Mitarbeitern heranwuchs, hatte sich aus Bremerhaven ins winterliche Schonach aufgemacht und hielt vielerlei Szenen fotografisch fest. Selbst aus Ruhpolding und aus den Niederlanden waren Freunde des Mannes aus Oberfranken angereist – und einige hatte man ihm bewusst verschwiegen.

Dazu hatten sich viele Vertreter von Vereinen eingefunden – und natürlich auch der Leiter der Katharinenhöhe, Stephan Maier. Für diese Einrichtung war sich der Geehrte niemals zu schade, „betteln zu gehen“. Und er werde dies weiterhin tun, betonte er. Neben der Klinik war unter weiteren auch die Klaus-Ringwald-Stiftung ein Nutznießer dieser „Bettele“. Sein Engagement, vor allem auch für den Nachwuchs der jungen Skispringer, Langläufer und Kombinierer, sei legendär. Stets habe er dafür gesorgt, dass es den jungen Athleten bei Wettkämpfen in Schonach besonders gut ging.

Und der Weltcup, der zum dritten Mal Ende März als Finale in Schonach stattfinden wird, sei ohne sein Engagement in diesem Umfang und dieser speziellen Machart kaum denkbar gewesen. „Wolfgang Förtsch hat sich in vielfältiger Weise für die Mitbürger eingesetzt und um das Gemeinwohl mehr als verdient gemacht“, freute sich Bürgermeister Jörg Frey über die Auszeichnung.

Das Verdienstkreuz wurde dem Träger von der Staatssekretärin des Ministeriums für Ländlichen Raum, Friedlinde Gurr-Hirsch, überreicht. Die Laudatorin würdigte in ihrer Rede das überreiche Engagement, das Förtsch seit seiner Ankunft in Schonach gezeigt hatte. In vielen Vereinen und Institutionen habe er seine Spuren hinterlassen, auch in der Gemeinde, stellte sie fest.

„Als ich die zahlreichen Dinge gelesen habe, die Sie bewirkt haben, hat mich schon ein leises Frösteln überfallen“, gab sie offen zu. Auf Initiative der Gemeinde Schonach sei das Ansinnen an den Bundespräsidenten heran getragen worden und so habe ihm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. „Es ist heute dein Tag“, versprach Bürgermeister Jörg Frey. Doch ein wenig war es auch der Tag seiner Frau Sigrid, ohne die er sicher vieles nicht hätte tun können, sie habe ihm immer den Rücken gestärkt, so der Ordensprätendent, wie der Empfänger in der offiziellen Lesart genannt wird. In seiner Erwiderung dankte Förtsch seiner ganzen Familie dafür, dass sie Verständnis fanden für seine vielfältigen Aktivitäten, die ihn weit über Schonach hinaus bekannt und beliebt gemacht hatten. Er habe nach seiner Ankunft im Skidorf einfach „etwas machen müssen“, um nicht isoliert zu sein, daher habe er sich im Vereinsleben eingebracht. Schon nach kurzer Zeit wurde der Oberfranke auch Geschäftsführer der Burger Industriewerke. Von Beginn an suchte er in verschiedenen Vereinen Kontakt zu Schonach, wie er sagte. Er habe schon mit seinen Betteltouren begonnen, bekannte er. Und er sei niemals auf taube Ohren gestoßen. „Und ich werde weiterhin betteln und Geld sammeln, wo immer ich eine Notwendigkeit erkenne“, bestätigte er dieses Engagement.

„Und ich danke meiner geliebten Frau, dass sie mir nun schon 45 Jahre lang immer den Rücken gestärkt hat, selbst wenn manchmal die Fetzen flogen“, gab der „Oberfränkische Sturkopf“ zu. Doch der Geehrte bettelt nicht nur für den Skiclub und Vereine, stellten Frey und auch Landrat Sven Hinterseh fest. Ein weiteres Kapitel habe er mit der Unterstützung von Wojtek Czyz und dessen Mission „Sailing4Handicaps“ aufgeschlagen. Hinterseh hatte ihn auch als Organisator der BIW-Jubilarfeiern in Erinnerung. „Ich habe sehr schnell erkannt, da steht einer, der weiß, was es heißt, die Ärmel hochzukrempeln und anzupacken“, räumte er ein. Wenn er an Schonach denke, geschehe das stets mit gewissen Assoziationen – dazu gehöre auch ein Wolfgang Förtsch als einer, der stets bereit sei, Verantwortung zu übernehmen. Er riet ihm aber auch, nun ein wenig auf sich selbst zu schauen – aber dennoch der sympathische Botschafter des Schwarzwalds zu bleiben, den er kennen und schätzen gelernt habe.

Neben der musikalischen Umrahmung durch den Musikverein Kurkapelle Schonach, zu dem er ein sehr persönliches Verhältnis habe, warteten zwei Überraschungen auf Wolfgang Förtsch. Zum einen sei er ein Freund des Tenors Jochen Rothermel, der ebenfalls im Auditorium saß. Zwar nicht live, doch von einem Tonträger wurde von ihm die Arie „Nessun Dorma“ aus der Oper „Turandot“ von Giacomo Puccini eingespielt. Den krönenden Abschluss erhielt er aber durch seine Enkel Emilia, Luis, Jannis und Noah: den Orden „Allerliebster Opa der Welt“.

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