Schonach Wildschweine zerstören Wiesen

Landwirte am Rohrhardsberg ärgern sich über die Schäden, die Wildschweinrotten an ihren Wiesen und Weiden verursachen. Das Forstamt sagt jetzt eine Treib- oder Drückjagd zu.

Den Familien Hettich vom Ramselhof, Fischer vom Erlenhof und Mack vom Ochsenhof am Rohrhardsberg stinkt es – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Wildschweine, die es auf ihre Wiesen und Weiden abgesehen haben, hinterlassen neben enormen Schäden auch ihren Kot, der widerlich stinkt.

Allen Höfen ist eines gemein: Sie haben relativ kleinflächige Wiesen, die im Nebenerwerb bewirtschaftet werden. Und sie werden alle von mehreren Wildschweinrotten regelrecht terrorisiert. „Es sind rund vier bis fünf Hektar betroffen“, beklagt beispielsweise Familie Hettich – ähnliche Größenordnungen erlebt man auf dem Erlenhof und auch die Macks vom Ochsenhof sprechen von einer annähernd gleichen Größenordnung.

„Es geht eigentlich kein Tag vorbei, an dem nicht irgendein Stück Wiese neu umgepflügt ist“, ärgern sich die Landwirte. Was nach den Angaben der Betroffenen dabei am meisten stört: Sie fühlen sich in keiner Weise ernst genommen, sondern regelrecht im Stich gelassen. Seit dem Frühjahr, als einer der Regiejäger eine Sau geschossen hatte und diese wegen zu hoher Verstrahlung entsorgen musste, sei nach ihren Angaben kein Jäger mehr in diesem Teil des Rohrhardsbergs angesessen. Zu schlechtes Büchsenlicht, zu dunkel und ähnliche Ausreden habe man zuhauf gehört, beklagen die drei Nebenerwerbs-Landwirte.

Der „zweite Schnitt“ wird weitgehend unmöglich, da die Wiesen grausam aussehen – die Schwarzkittel leisten da ganze Arbeit auf ihrer intensiven Futtersuche. Mittlerweile sind die Schweine bereits knapp vor dem Ramselhof angekommen, nur 100 Meter entfernt graben sie die Weide um.

So sieht es aus, wenn eine Rotte Wildschweine auf einer Wiese am Rohrhardsberg in Schonach ihr Unwesen treibt. Bild: Hans-Jürgen Kommert
So sieht es aus, wenn eine Rotte Wildschweine auf einer Wiese am Rohrhardsberg in Schonach ihr Unwesen treibt. Bild: Hans-Jürgen Kommert

Die Sorgen der Landwirte sind dem Forstamt bekannt. „Die betroffenen Flächen gehören zum Staatswald“, informiert der zuständige Büroleiter, Hubert Grieshaber von der Forst-Außenstelle Triberg, auf Anfrage unserer Zeitung. Die Jagd werde dort als Regiejagd betrieben, es seien tatsächlich bei recht widrigen Bedingungen einige Sauen geschossen worden, einer der dort zuständigen Jäger sitze regelmäßig an. „Sauen im Ansitz zu schießen, ist wirklich nicht einfach, Schwarzwild ist unglaublich wachsam und sehr schnell“, verteidigt der Forstmann die Jäger.

„Für die Entschädigung ist der Forst zuständig“, klärt Grieshaber weiter auf. Er habe bereits mit Familie Hettich gesprochen, die anderen Höfe hätten bis dato keine Schäden angezeigt. „Wir sind übereingekommen, dass Familie Hettich die Flächen beweiden lässt. Dass ein zweiter Schnitt nicht möglich ist, haben wir eindeutig festgestellt und auch über notwendige Entschädigungszahlen gesprochen“, so der Förster. Auch ein von den Schweinen zerlegtes Getreidefeld werde entschädigt, sobald die Familie Zahlen vorlege.

„Im Frühjahr werden wir eine Maschine über die Felder schicken, momentan macht das keinen Sinn“, so Grieshaber ferner zu den besprochenen Maßnahmen. Zudem sei für den 20. Oktober eine Treib- oder Drückjagd vorgesehen. Treibjagden würden in der Regel in Richtung Jahresende geschoben, wenn die Schonzeiten vorbei sind. Dadurch hoffen die Verantwortlichen, die Rotten teilweise abschießen zu können und den Rest zu vergrämen. „Wir hoffen natürlich, dass am Ende alle zufrieden sind“, betonte Grieshaber. Man wolle weiterhin ein gutes Verhältnis mit den Landwirten haben.

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