Rottweil 950 Meter: Rottweil bekommt die wahrscheinlich längste Fußgänger-Hängebrücke der Welt

Weiterer Superlativ in Rottweil: Eine Hängebrücke von beinahe einem Kilometer Länge soll künftig den 246 Meter hohen Aufzugstestturm von Rottweil mit der Innenstadt von Rottweil und deren historischen Kern verbinden.

Dies teilte die Stadtverwaltung dem Gemeinderat am Mittwoch in nichtöffentlicher Sitzung mit. Am Donnerstag gab es eine Pressekonferenz, auf der Oberbürgermeister Ralf Broß, der private Investor Günter Eberhardt von der Eberhardt Bewehrungsbau GmbH und der zuständige Projektentwickler Martin Kathrein von der KTS Innovations GmbH die Öffentlichkeit über Details informierten.

Die Hängebrücke ist danach für Fußgänger gedacht und soll eine Distanz von insgesamt rund 950 Metern haben und zugleich das tief eingeschnittene Neckartal überwinden, das bislang den Testturm für Aufzüge von ThyssenKrupp von der Stadt trennt. Der Testturm ist das höchste Gebäude des Landes, darauf soll im Frühjahr die höchste Aussichtsplattform Deutschlands errichtet werden.
Der Verlauf der Hängebrücke ist auf dieser Karte als gelbe Linie zu erkennen.
Der Verlauf der Hängebrücke ist auf dieser Karte als gelbe Linie zu erkennen.


Das Geländer wird etwa 1,35 Meter hoch sein, man will den freien Blick auf die Umgebung belassen, keinen Käfig bauen, auch wenn im Netz schon viel diskutiert wird, ob das dann nicht eine Aufforderung für Suizidgefährdete sein wird. Immerhin: Die Brücke wird nur tagsüber begehbar sein und bei Windstärke acht automatisch geschlossen. Und wenn es nach dem Wunsch der Stadtverwaltung und des Investors geht, im Herbst 2017 fertig sein.

In der folgenden Animation läßt sich die Brücke schon einmal virtuell bestaunen

 
"Das Projekt schlägt im wahrsten Sinne des Wortes die Brücke zur Stadt", so OB Ralf Broß. Die Brücke zwischen dem Standort des Testturms im Industrie- und Gewerbegebiet Berner Feld und der Innenstadt wird künftig Menschen zu einem Spaziergang zwischen Zukunft und Historie einladen. „Stellen Sie sich vor, Sie betreten die Brücke an der Stadtmauer, unter Ihnen der Verlauf des idyllischen Neckars. Über Ihnen thront Ihr Ziel, der Turm. Sie lassen sich im Panoramaaufzug am Turm auf die Plattform beamen, genießen den herrlichen Rundumblick und kehren über die Hängebrücke in die Stadt zurück und in derselben ein. Das sind doch tolle Aussichten!“ Die Stadt erhofft sich von der Brücke eine zusätzliche Attraktivität für die Bürger, für Besucher, Touristen und Ausflügler und soll auch der Innenstadt mit ihren Museen, Cafés, Hotels und Geschäften zusätzliche Impulse geben.

Projektbeschreibung Hängebrücke Rottweil

„Die Brücke stellt eine direkte Verbindung zwischen dem Stadtzentrum und der neuen Aussichtsplattform (Thyssen-Krupp Aufzugs-Testturm) her und soll als Hängebrücke ausgeführt werden, welche eine uneingeschränkte, ganzjährige Begehung ermöglicht“, so Projektentwickler Martin Kathrein von der KTS Innovations GmbH, einer Spezialistin für Hängebrücken aus Österreich, die für den Bau zuständig sein wird.

Der Startpunkt in der historischen Innenstadt befindet sich im Bereich des Bockshofs. Die geplante Trasse führt parallel zur Eisenbahnstrecke auf den Hangrücken an der Duttenhoferstraße, wo sich auch die Mittelstation der Brücke befindet. Die Mittelstation dient als zusätzlicher Aus- bzw. Einstieg in die Brückenanlage. Ab der Mittelstation ist die Überspannung des Neckartales angedacht. Das Ziel der Brücke ist das Berner Feld nahe dem Testturm.

Die Gesamtlänge dieser Brücke beträgt 950 Meter, laut Pressemitteilung der Stadt wäre es die "wahrscheinlich längste Fußgänger-Hängebrücke der Welt". „Durch die immense Länge ist es notwendig, mehrere Spannfelder einzuplanen. Der Boden der Brückenanlage wird aus Gitterrosten bestehen. Dieser wird maximal 40 Meter über dem Gelände verlaufen“, erklärt Projektentwickler Kathrein. Eine Beleuchtung der Brücke ist geplant, sodass diese auch bei nächtlichen Verhältnissen begangen werden kann. Weiter ist auch eine Videoüberwachung der gesamten Brückenanlage angedacht.

Finanziert wird der Turm von der Eberhardt Bewehrungsbau GmbH. Inhaber Günter Eberhardt ist in der Stadt kein Unbekannter: Seine Firma zeichnet für die Stahlarbeiten beim Rohbau des Testturms verantwortlich. Auch bei weiteren Projekten wie dem Neubau der Kreissparkasse oder des Landratsamtes war seine Firma beteiligt. Überregional war Eberhardt aber beispielsweise auch beim Bau des Tiergartentunnels in Berlin oder beim Bau der Thermen in Meersburg und Überlingen aktiv. „Wir wollen eine Brücke in der Natur nicht gegen die Natur verwirklichen und die Menschen in die Natur führen. Die Stadt erschließt sich so das Neckartal auf eine besondere Art und Weise“, erklärt Eberhardt seine Vision. Eberhardt sieht sich weniger als klassischer Investor, sondern als Ideenverwirklicher für herausfordernde Projekte: „Mich reizt die Aufgabe, gerade schwierige und gewagte Projekte durch gut überlegtes Handeln zu realisieren und dabei immer wieder neue Maßstäben zu setzen.“

Broß, Kathrein und Eberhardt sind sich sicher: „Die geplante Brückenanlage wird ein Alleinstellungsmerkmal für die gesamte Region und im Zusammenspiel mit Turm und historischer Innenstadt entscheidend dazu beitragen, Rottweil als Tourismusdestination mit Magnetwirkung zu positionieren.“

Nachfolgend sehen Sie Instagram-Bilder des Rottweiler Testturms
 

Ihre Meinung ist uns wichtig
Mehr zum Thema
Thyssen-Krupp Aufzug-Testturm in Rottweil: Thyssen-Krupp hat in Rottweil den höchsten Turm Baden-Württembergs gebaut. Das Bauwerk ist sogar höher als der Stuttgarter Fernsehturm (216 Meter). In dem Gebäude will ThyssenKrupp Aufzüge für 600 Meter hohe Wolkenkratzer testen. 300 Tage haben die Arbeiter am Thyssen-Krupp-Testturm durchgearbeitet, 7200 Stunden lang. Nun steht er im Rohbau und ragt 244 Meter in die Höhe. Im SÜDKURIER Themenpaket finden sie alle Artikel, Bilder und Videos rund um den Testturm.
Historische Momente
Neu aus diesem Ressort
Rottweil
Rottweil
Rottweil
Rottweil
Rottweil
Rottweil
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren