Niedereschach Insolvenzverwalter: Keine Stellenstreichung bei Touratech

Potenzielle Investoren zeigen großes Interesse. Insolvenzverwalter Dirk Pehl sieht eine gute Chance für eine glückliche Lösung.

Beim insolventen Hersteller für Motorrad-Zubehör Touratech sieht es derzeit nach einem glücklichen Ende aus. Das geht aus einer Pressemitteilung des Büros Schultze und Braun hervor. Demnach herrscht großes Interesse bei Investoren. "Reges Interesse macht mich zuversichtlich, dass eine gute Lösung gelingen wird", sagt der vom Amtsgericht Villingen-Schwenningen bestellte Insolvenzverwalter Dirk Pehl. Das Insolvenzverfahren ist am 1. November wie geplant eröffnet worden.

Mehr als ein Dutzend Interessenten haben Angebote für Touratech abgegeben, heißt es in der Mitteilung. "Wir arbeiten nun daran, möglichst schnell konkrete und finale Angebote zu erhalten, um für das Unternehmen eine gute Lösung zu finden und den Mitarbeitern wieder Sicherheit zu geben", sagt Insolvenzverwalter Pehl.

Trotz der Eröffnung des Insolvenzverfahrens werde der Geschäftsbetrieb wie bisher weitergehen. Alle Bestellungen werden bearbeitet und ausgeliefert. Zudem habe ein Großkunde Touratech einen Auftrag über mehrere Millionen Euro über die kommenden drei Jahre erteilt. "Das ist ein großer Vertrauensbeweis und zeigt, dass auch die Kunden an Touratech glauben", sagt Dirk Pehl.

Daraus ergebe sich auch eine gute Nachricht für die rund 400 Mitarbeiter. Aufgrund der Auftragslage seien keine Stellenstreichungen geplant. Stattdessen wurden während der vorläufigen Insolvenz neue Mitarbeiter gesucht. In den nächsten Tagen soll bei Touratech zudem erstmals ein Betriebsrat gewählt werden.

Insolvenzverwalter Dirk Pehl werde für Touratech an der internationalen Ausstellung für Motorräder und Motorradzubehör in Mailand teilnehmen und das Unternehmen wie gewohnt als Aussteller vor Ort sein. "Es geht darum, Vertrauen zu schaffen und transparent zu sein. Deshalb ist es mir wichtig, persönlich anwesend zu sein, um mit unseren Geschäftspartnern und Kunden im Gespräch zu bleiben."

Touratech, mit 400 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber in Niedereschach, hatte im August den Insolvenzantrag gestellt. Ursache der Insolvenz sei die verspätete Umsetzung des Neubaus, der aufgrund einer erhöhten Nachfrage notwendig war. Die damit verbundenen Schwierigkeiten seitens Logistik und Fertigung sowie die in erheblichem Umfang entstandenen Produktions- und Lieferausfälle hatten schließlich zur Insolvenz geführt.

Das neue Logistikzentrum, das aus aus drei Hallen besteht, beherbergt ein modernes Hochregallager, Kommissionierung, Werkstatt, Verwaltung, den Touratech-Shop samt Bistro sowie die zuvor in der ehemaligen Tennishalle untergebrachten Büros für Vertrieb, Marketing und Produktmanagement. Es wurde im August 2016 nach einer sechseinhalbmonatigen Bauzeit in Betrieb genommen und Ende Oktober 2016 mit einem großen Festakt, bei dem auch Landrat Sven Hinterseh und Bürgermeister Martin Ragg anwesend waren, eingeweiht.

In den Neubau an der Dauchinger Straße mit rund 20 000 Quadratmetern Fläche, der schräg gegenüber des bisherigen Touratech-Standorts in Niedereschach entstand, investierte das Unternehmen mehr als zehn Millionen Euro.

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