Niedereschach Fahne des Schabenhausener Radfahrvereins nach 70 Jahren wieder aufgetaucht

Das frühere Vereinsbanner ist bei einem Antiquitätenhändler entdeckt worden - jetzt wird es im Fischbacher Heimatmuseum ausgestellt.

Auf wundersame und nicht mehr nachvollziehbare Weise wieder aufgetaucht ist nun nach über 70 Jahren bei einem Antiquitätenhändler in Gunningen die Vereinsfahne des 1905 in Schabenhausen gegründeten und infolge des Zweiten Weltkrieges 1939 aufgelösten Radfahrervereins Radlerlust Schabenhausen. Nun hat die auf Schabenhausen bezogen erinnerungs- und geschichtsträchtige Vereinsfahne einen Platz im Heimatmuseum der Gesamtgemeinde in Fischbach gefunden.

Schabenhausens Ortsvorsteher Alfred Irion übergab die schmucke Fahne nun dem Leiter des Museums und Vorsitzenden des Geschichts- und Heimatvereins, Hans Otto Wagner, der die Fahne als weiteren "Schatz" im Museum betrachtet. Dass die Radler-Vereinsfahne in Gunningen wieder aufgetaucht ist, erfuhr Irion von einem früheren Arbeitskollegen. Für den Ortsvorsteher war klar, dass man die Fahne wieder nach Schabenhausen zurückholen sollte, was nun auch gelang.

Wie und auf welchen Wegen die Fahne bei dem Antiquitätenhändler gelandet ist, wäre sicher interessant zu erfahren, ließ sich aber nicht klären, wie Irion bei der Übergabe im Heimatmuseum berichtete. Fakt ist laut Schabenhausener Geschichtsbuch, dass der Verein am 15. November 1905 gegründet wurde und stolze 43 Gründungsmitglieder zählte. Jedes Mitglied hatte damals eine Aufnahmegebühr von einer Mark zu entrichten. Der monatliche Mitgliedsbeitrag betrug 20 Pfennig.

Immer von April bis Oktober des Jahres führte der Verein Radtouren durch und nahm auch an auswärtigen Radfahrkorsos und Rennen teil. Dass die damaligen Radler dabei recht erfolgreich waren, beweisen gewonnene Medaillen und Siegerpokale, darunter sogar der Wanderpokal in Form eines riesigen Trinkhorns des damaligen Radfahrerverbandes Schwarzwald. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden die meisten Mitglieder des Vereins zur Wehrmacht eingezogen, mehrere kehrten nicht mehr von der Front zurück und nach dem Krieg wurde der Verein nicht wieder neu belebt.

Im Vereinslokal im Gasthaus "Krone" stand damals der Vereinsschrank, in dem rund 40 mit Goldfransen verzierte Schärpen in den Vereinsfarben Rot-Gelb aufbewahrt wurden. In dem Schrank befand sich auch die Vereinsfahne mit 25 bis 30 Vereinsbändern geschmückt. Nach dem Zweiten Weltkrieg soll der Schrank von der "Krone" ins Rathaus gebracht worden sein, wo er auf dem Speicher aufbewahrt wurde und sich einige Jahre befand.

Nachforschungen über den Verbleib der Vereinssachen des Radfahrervereins Schabenhausen blieben erfolglos. Umso erfreulicher sei es nun, so Irion, dass wenigstens die Vereinsfahne wieder aufgetaucht sei. Im Vereinszimmer des Heimatmuseums wird diese nun als Teil der Schabenhauser Ortsgeschichte einen Platz bekommen, wie Hans Otto Wagner betont. Ihm ist es ohnehin wichtig, dass das Heimatmuseum in Fischbach als gemeinsames Museum der gesamten Gemeinde noch mehr wahrgenommen wird.

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