Mönchweiler Bürgerinitiative enttäuscht nach Straßenbegehung

Lärm an Bundesstraße reicht nicht für SchutzmaßnahmenBürger und Verwaltung wollen nicht aufgebenHoffnung ruht auf neuer Lärmkartierung in diesem Jahr

Ein Mix aus Enttäuschung und der klaren Ansage, "nicht klein beigeben zu wollen", herrschte am Montagabend bei der Bürgerinitiative Pro Mönchweiler und Bürgermeister Rudolf Fluck. Nachmittags hatte man sich mit dem Beauftragten der Landesregierung für Lärmschutz, dem Abgeordneten Thomas Marwein (Grüne), sowie der Abgeordneten des Wahlkreises Martina Braun (Grüne) und dem Bundestagskandidaten Volker Goertz (Grüne) getroffen. Das Gespräch brachte allerdings nicht das Ergebnis, das man sich in Mönchweiler erhofft hatte.

  • Rundgang: Bei einem Rundgang zu den Brennpunkten des Lärms und der Verkehrsbelastung in Mönchweiler, der B33 und der Hindenburgstraße, verschaffte sich der Lärmschutzbeauftragte, der auf Vermittlung von Martina Braun nach Mönchweiler gekommen war, einen bildlichen Eindruck von der Situation. Zahlen zur Verkehrsbelastung standen ihm zuvor bereits aus verschiedenen Quellen wie dem Lärmaktionsplan aber auch vom Bund zur Verfügung.
  • Zahlenwerk: Genau diese Zahlen waren es dann auch, die den Mönchweilern schließlich Kopfzerbrechen bereiteten. Die Verkehrsbelastung der Bundesstraße wurde im Jahr 2012 durch den Bund kartiert und ausgewertet. Bei den damaligen Zahlen kam man beim Bund zum Ergebnis, dass diese nicht für aktive Lärmschutzmaßnahmen entlang der B33, wie beispielsweise eine Lärmschutzwand, ausreichen. Allenfalls passive Maßnahmen wie Lärmschutzfenster für die unmittelbaren Anwohner stehen aufgrund dieser Zahlen zur Disposition. Dass bei der Erstellung des Lärmaktionsplans der Gemeinde durch ein Fachbüro kurz darauf bereits wesentlich höhere Zahlen festgestellt wurden, ist aus Sicht des Bundes unerheblich.
  • Meinungen: "Der Bund trägt dem Lärmschutz mit seinem Gesetzeswerk nur unzureichend Rechnung", erklärte Thomas Marwein und sagte weiter: "Die Handlungsmöglichkeiten des Landes sind mangels Zuständigkeit für die B33 praktisch nicht vorhanden." Auf der Bundesstraße sei bereits jetzt Tempo 70 mit dem Hinweis Lärmschutz angeordnet. "Man kann nur hoffen, dass sich die Verkehrsteilnehmer daran halten. Allenfalls die Schilder könnten auf beiden Seiten rund 200 Meter früher aufgestellt werden", regte der Lärmschutzbeauftragte an. Bürgermeister Rudolf Fluck hatte "aufgrund der Aktenlage" eine solche Auskunft befürchtet. Er geht aber davon aus, dass der Lückenschluss der B523 und das große Möbelhaus Lutz für Mönchweiler weiter steigende Fahrzeugzahlen bringen werden. Wichtig sei weiter, dass es beim Lärmschutz nicht um einzelne Personen, sondern um die ganze Gemeinde gehe. "Wir dürfen uns nicht ins Boxhorn jagen lassen und müssen beim Bund weiter vorstellig werden. Aufgeben gibt es nicht", machte der Bürgermeister klar.
  • Pro Mönchweiler: Für die Bürgerinitiative fasste deren stellvertretender Vorsitzender Berthold Käfer den Nachmittag zusammen: "Ich bin total enttäuscht vom heutigen Tag. Es ist total frustrierend, dass wir aufgrund der Gesetzeslage trotz der sehr hohen Zahl von 15 000 Fahrzeugen kein Anspruch auf eine Lärmschutzwand haben." Auch Gemeinderat Rolf Daschner zeigt sich sehr enttäuscht: "Man weiß von den kumulativen Effekten des Lärms. Dass die Lärmaktionsplanung, die wir für viel Geld betrieben haben, bei der Bundesstraße noch keinerlei Resultat zeigt, ist frustrierend." Pascal Polaczek, früher Vorsitzende von Pro Mönchweiler und jetzt Gemeinderat, betonte: "Wir werden auf keinen Fall klein beigeben. Der Gesetzgeber hinkt den Erkenntnissen zu den gesundheitlichen Folgen der Lärmbelastung klar hinterher oder ignoriert das sogar."
  • Hindenburgstraße: Die Hindenburgstraße als Landesstraße (L181) sei eine ganz andere Geschichte als die Bundesstraße, weil hier das Landratsamt zuständig sei, berichteten die Teilnehmer der Runde. Hier sei man vergleichsweise bereits wirklich weit. Aktuelle Messungen haben Fahrzeug- und Fußgängerzahlen ergeben, die sowohl Fußgängerquerungen als auch andere verkehrsberuhigende Maßnahmen rechtfertigen. Bereits in diesem Jahr werden beispielsweise zwei Fußgängerquerungen gebaut. Ob es darüber hinaus eine Temporeduzierung geben wird, steht noch nicht fest.
  • Hoffnung: Im laufenden Jahr werde eine neue Lärmkartierung auch für die B33 durch den Bund erfolgen, teilte Thomas Marwein mit. Diese werde etwa Ende des Jahres vorliegen. Die mittlerweile gestiegenen Fahrzeugzahlen könnten dann Lärmschutzmaßnahmen ermöglichen.

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