Löffingen Matthias Wider führt durch die Geschichte der Wutachschlucht

Schwarzwaldverein auf einem literarischen Spaziergang mit dem Löffinger Heimatforscher.

„Können wir noch romantisch sein?“ Diese Frage stellte Mathias Wider, Dozent für Geschichte und Didaktik, an die Wanderfreunde des Schwarzwaldvereins Löffingen. Sie hatten sich beim bundesweiten Tag des Wanderns zu einem literarischen Spaziergang durch die Wutachschlucht eingefunden. Der Löffinger Heimatforscher führt regelmäßig die Gäste auf den Spuren des Großbürgertums zurück ins 19. Jahrhundert, um ausgewählte Plätze zu besuchen. Wutach, Burgruine Boll, ehemaliges Bad Boll, Badhofkapelle mit Quelle oder Tannegger Wasserfall sind die Ziele.

Man wanderte nicht wie früher, als die Damen des Großbürgertums mit Reifrock und Sonnenschirmchen, die Herren mit Gehrock und gesteiftem Hemd unterwegs waren, sondern ganz bequem mit Wanderhose und Wanderschuhen, doch das Gefühl der damaligen Sommerfrischler schwappte schnell auf die heutige Wandergruppe über.

Vor allem durch die zeitgenössischen Reiseberichte und Gedichte von Joseph von Eichendorff, Ludwig Tieck, Ida Wylie und Samuel Pletscher vermittelte der Geschichtsexperte den romantischen Blick der Natur, Kultur und Landschaft in der Wutachschlucht. So führte Wider auch nach Bad Boll ins einstige luxuriöse Kurbad mit dem Forellenreichtum. Geradezu plastisch konnte man die „feine Herrschaft“ aus dem Londoner „Fishing Club“ spüren. Er erläuterte aber auch, was heute von der glanzvollen Epoche und dem geschichtsträchtigen Ort geblieben ist, an dem einst Nietzsche oder Sir Winston Churchill die Heilkraft der Quelle genossen haben. Heute erinnert nur noch die unter Denkmalschutz stehende Kapelle an diesen bekannten Kurort. Die einstige Kuranlage ist verschwunden.

Geblieben sind zeitgenössische Reiseberichte und Gedichte, die einen Einblick in die romantische Natur- und Landschaftswahrnehmung von einst auf solchen literarischen Spaziergängen widergeben, die in den Tourist-Infos buchbar sind.

Einen Blick in die Geschichte von damals zeigt auch der kleine Führer von Matthias Wider „Das ehemalige Bad Boll in der Wutachschlucht“.

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