Löffingen Frischekur für historisches Löffinger Rathaus

Arbeiten für Großprojekt liegen im Zeitrahmen. Moderne Eisenträgerersetzen marode Statik.

Mitten im historischen Stadtkern steht das prächtige Löffinger Rathaus, ein stattliches denkmalgeschütztes Gebäude, das seit Anfang des Jahres umgebaut und grundlegend saniert wird. Der Zahn der Zeit hat dem 185 Jahre alten Gebäude, welches auch als Schulhaus und Markthalle genutzt wurde, ordentlich zugesetzt.

Das Mammutprojekt wird die Stadt Löffingen rund zwei Jahre begleiten. Die Rathaussanierung soll bis Mai 2018 beendet sein. Der Kostenrahmen der Sanierung liegt bei 4,8 Millionen Euro, wobei eine konkrete Aussage derzeit noch nicht möglich ist. Das Architekten-Trio Lukas Gäbele, Dominik Ikic und Tanja Raufer hatte seinem Konzept den Gemeinderat überzeugt, zumal sie das neue Rathaus modern, barrierefreie, energieeffizient und brandschutztechnisch auf dem neuesten Stand bauen wollen, ohne dabei den typischen Charakter dieses geschichtsträchtigen Gebäudes außer Acht zu lassen. Erste Probleme gab es mit der Statik. Statiker Bernd Sättele sprach von einem glücklichen Zufall, dass das Rathaus so lange gehalten habe. Bei vorherigen Umbaumaßnahmen wurden bekanntlich einfach Stützbalken herausgenommen, ohne auf die Statik zu achten.

Nach der Entkernung und Schadstoffentsorgung laufen die Umbauarbeiten auf Hochtouren. „Die Arbeiten liegen im Zeit- und Kostenrahmen“, informiert Bauleiter Udo Brugger vom Stadtbauamt, der die Großbaustelle akribisch überwacht. Der Blick ins Innere des entkernten Rathauses zeugt vor allem auch von der Handwerkskunst der früheren Jahrhunderte.

Derzeit werden mächtige Eisenträger ins Rathaus eingezogen, um die Statik wieder herzustellen. Hierfür wurde sogar das Dach aufgeschnitten, um die schweren Metallträger ins Innere des Gebäudes zu bekommen und den ganzen Materialfluss zu gewährleisten. "Diese Metallträger werden später nicht mehr sichtbar sein", erklärt Brugger.

Sichtbar wird dagegen das imposante Holzrad sein, welches vom ehemaligen Kornmarkt die Kornsäcke hoch hinauf unter das Dach zog. Mächtig gearbeitet wurde schon im Keller. Dies ist auch notwendig, um die Fundamente vor eindringendem Wasser zu schützen. Der Schacht des Aufzugs ist bereits bis in Höhe des Erdgeschosses betoniert. Nicht nur das Niveau musste hier entsprechend tiefer gelegt werden, sondern auch das Fundament verstärkt werden, wie bei der Fluchttreppe.

Im Erdgeschoss wird derzeit der Boden auf ein einheitliches Niveau gebracht. Wie Bauleiter Udo Brugger weiter erklärt, sei die Holzkonstruktion im Dachgeschoss sandgestrahlt worden und präsentiere sich nun wie im Neuzustand. Brugger ist begeistert von der „tollen Ingenieurs- und Handwerkerarbeiten, welche vor so vielen Jahren geleistet wurde“.

Ersatz-Rathaus

Die Stadtverwaltung ist bis zur Fertigstellung des historischen Rathauses im ehemaligen Gebäude der Firma Studer-Revox an der Talstraße 7 untergebracht. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr, sowie Montag und Dienstag von 14 bis 16 Uhr und Donnerstag von 14 bis 18 Uhr. Die Trauungen finden in der Städtischen Galerie oder im Saal der Tourist-Information statt. (pb)

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