Löffingen Das schnelle Internet kommt

Ein Lösungsweg für drei Löffinger Stadtteile. Das Konzept basiert auf Richtfunk-Technik.

Nachdem sie jahrelang sogenannte „weiße Flecken“ auf der Landkarte des schnellen Internets waren, erhalten die Löffinger Stadtteile Dittishausen, Reiselfingen und Unadingen jetzt Zugang zu einer leistungsfähigen Breitband-Lösung.

Das technische Konzept dazu basiert auf Richtfunk-Technik und beinhaltet ein Grundversorgungspaket, das eine Datenübertragungsrate von mindestens zwei Megabit pro Sekunde (Mbit/s) garantiert. Ebenfalls mit im Paket ist eine Doppel-Flatrate für einen Monatspreis von 34,55 Euro. Der Löffinger Gemeinderat gab grünes Licht für das auf einer Ausschreibung basierende Angebot der Overturn Technologies GmbH. Das Unternehmen hatte die wirtschaftlich günstigste Offerte abgegeben.

Der Gemeinderat will die jetzt gefundene Lösung ausdrücklich als Brückentechnologie für einen Zeitraum von rund zehn Jahren verstanden wissen. Schrittweise – zunächst mit der Verlegung von Leerrohren – soll daher in den kommenden Jahren die Etablierung eines umfassenden Glasfasernetzes vorangetrieben werden. Die Umsetzung des schnellen Internets in den drei Löffinger Stadtteilen schlägt mit insgesamt rund 90 800 Euro zu Buche (Dittishausen 22 100 Euro, Reiselfingen 45 600 Euro, Unadingen 23 100 Euro), für die Hälfte der Kosten kommt das Land in Form von Fördermitteln auf. Entsprechend musste sich die Ausschreibung an von Förderrichtlinien gesetzte Vorgaben halten.

Marcus Müller von der Firma Fiberstrategy GmbH – das Unternehmen ist für die Stadt beratend unter anderem bei der Vorbereitung der Ausschreibungen in Sachen „schnelles Internet“ tätig – skizzierte bei der Sitzung die Kernstücke der Ausschreibung und des Angebots der Overturn Technologies GmbH. Die Kernanforderung, die die Ausschreibung auf Basis von Förderrichtlinien des Landes stellen musste, war: Die jeweils vorgeschlagene technische Lösung muss eine Datenübertragungsrate von mindestens zwei Mbit/s garantieren. Auf welchem Weg das jeweilige Konzept diese Zielgröße erreiche, spiele letztlich keine Rolle, der Ausschreibende könne darauf keinen Einfluss nehmen, erläuterte Keller. Das von Overturn Technologies vorgeschlagene und jetzt zur Umsetzung freigegebene Konzept ist Richtfunk-basiert, es werden in den jeweiligen Versorgungsgebieten Funkmastenerrichtet. Ans beziehungsweise ins Haus kommt der schnelle Anschluss über eine Empfangsantenne am Äußeren des Gebäudes und von dort via Kabel ins Gebäudeinnere.

Alles gut und schön, kam Kritik aus den Besucherreihen, aber gerade die Unadinger Bevölkerung habe doch bei der Bedarfsabfrage mit großer Mehrheit für eine kabelgebundene Lösung votiert und eine Funklösung abgelehnt. Ob es nicht besser wäre, die Richtfunklösung fallen zu lassen und statt dessen sofort in die Arbeiten zur Errichtung eines Glasfasernetzes einzusteigen, regten einige Besucher der Gemeinderatssitzung aus Unadingen an. Das hieße, erläuterten Marcus Keller, Bürgermeister Brugger und Stadtbaumeister Thomas Rosenstiel, zunächst Leerrohre zu verlegen – geschätzter Kostenpunkt zirka 600 000 Euro. Ob sich dann tatsächlich ein Anbieter findet, der unter Wirtschaftlichkeitsaspekten bereit sei, die Leerrohre mit Glasfaserstrukturen zu füllen, stehe in den Sternen. Im besten Fall würden nochmals mindestens fünf Jahre ins Land ziehen, bevor die Glasfaser-Infrastruktur stehe. Lutz Dierks von der Struktur- und Wirtschaftsförderung des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald meinte zu der Diskussion: „Wir wären froh, wenn es überall im Landkreis sechs Mbit/s Übertragungsgeschwindigkeit gäbe.“ Aus den Gemeinderatsfraktionen – darunter Micha Bächle (CDU), Werner Adrion (FDP/FW) und Dieter Köpfler (SPD) – kam die Empfehlung, für das Angebot als eine Brückentechnologie zu stimmen, damit die Breitband-Internetversorgung der drei Stadtteile schnellstmöglich gewährleistet werden kann ohne eine „große Lösung“ in den kommenden Jahren aus den Augen zu lassen.

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