Königsfeld Vernissage im Kunstraum: Lore Will zeigt ihre schönsten Werke

Die Königsfelderin präsentiert ihre Kunst jetzt in der Heimatgemeinde. Die Ausstellung war ein Wunsch des Kunstvereins. Für beide Seiten ist es eine große Ehre.

Der Verein Kunstkultur Königsfeld eröffnete am Sonntag die bislang 16. Kunstausstellung im Kunstraum in der Gartenstraße. Sie steht unter dem Titel "Malerei und Grafik 1985 – 2017" der einheimischen Künstlerin Lore Will. Vorsitzender Manfred Molicki begrüßte zahlreiche Besucher aus Nah und Fern.

Dass die Künstlerin dem Wunsch des Vereins nachgekommen sei, bedeute für ihn eine Ehre, hob der Vorsitzende hervor. Würde der Verein alle an ihn herangetragenen Wünsche von Künstlern berücksichtigen, wäre der Kunstraum für die nächsten 15 Jahre ausgebucht, freute sich Molicki über die Wertschätzung des Vereins. Kunsthistorikerin Ingeborg Kottmann verglich bei ihrer Einführung Lore Will mit der 1970 verstorbenen deutschen Malerin Ida Kerkovius. Auch bei Will sei es das Motiv, Farben und Gefühle in ihren Werken zum Ausdruck zu bringen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stünde die Landschaft, und zwar zuerst die hinter ihrem Haus am Ortsrand von Königsfeld. Dies zeige sich in vielen Bildern. Obwohl sie in Serie male, wandle sich die Landschaft im Verlauf des Jahres mit verschiedenen Ansichten und Horizonten. Begonnen mit Aquarell-Bildern sei später Dispersionsfarbe hinzugekommen.

Die Malerei und Grafik habe sich Will selbst beigebracht. Ein Professor habe sie einmal mit den Worten "Gehen sie ihren Weg weiter, wir können ihnen nichts Neues lernen" geadelt. Ein größeres Kompliment könne man nicht erhalten, bekräftigte Kottmann. Die Neugier auf Neues und andere Kulturen habe Will nach Afrika, Südafrika und Indien geführt. Diese Reisen fänden in ihren Bildern ihren Niederschlag, die sich nicht immer einem bestimmten Ort zuordnen lassen. In erster Linie gehe es der Künstlerin um das Einfangen der Atmosphäre. Personen hätten erst später Eingang in ihr Werk gefunden. Auch hier handle es um Farbe, Empfindungen und Formen und weniger um das reale Abbild. Bei Will stehe die Malerei im Mittelpunkt, aber sie bleibe von den über die Grafik hinzugewonnenen Stilmitteln nicht unbeeinflusst. Für Tusche-Zeichnungen nehme sie Chinatusche und dann werde gewischt. So entstünden schlanke Linien wie in der Serie "ungarische Töpfe" zu sehen. Ebenso fänden die Katastrophen dieser Welt wie der Krieg in Aleppo oder Überschwemmungen sich in ihren Bildern mit den Themen Enthausung und Zerstörung wider, schilderte die Kunsthistorikerin.

Lore Will sagte, sie danke dem Verein Kunstkultur, in diesen Räumen ausstellen zu dürfen. Vor allem Andreas Wiertz, der für sie die Vorauswahl übernommen habe. Sie sei jeden Samstag vor Ort und beantworte gerne Frage.

Zur Künstlerin

Die Malerin Lore Will wurde 1945 in Königsfeld geboren und wuchs mit sieben Geschwistern auf. Sie erlernte in Freiburg den Beruf der Goldschmiedin. In der Zeit von 1979 bis 1984 wanderte sie nach Südafrika aus. Nach ihrer Rückkehr in den Kurort richtete sie sich eine Goldschmiedewerkstatt und ein Atelier ein und wagte den Schritt in die Selbständigkeit. Ihre Ausstellung "Malerei und Grafik 1985 – 2017" dauert bis zum 30. Juli. Besichtigt werden kann sie während der Öffnungszeiten am Samstag und Sonntag jeweils von 15 Uhr bis 17 Uhr sowie auf telefonische Anfrage unter 07725/3925.

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