Immendingen Intelligente Autos in Immendingen: Wir zeigen, wie Daimler im neuen Prüfzentrum an der Zukunft arbeitet

Autofahren ohne das Lenkrad zu berühren, automatische Vollbremsungen vor Hindernissen auf der Straße und Ausweichmanöver in gefährlichen Verkehrssituationen: Ist das Zukunftsmusik? Nein. Wir zeigen Ihnen, wie die intelligenten Autos der Daimler AG schon heute in das Fahrgeschehen eingreifen können, oder sogar ganz die Kontrolle übernehmen.

Die Daimler AG hat am Donnerstag vier weitere Testbereiche im 200 Millionen Euro teuren Prüf- und Technologiezentrum in Immendingen offiziell in Betrieb genommen. Bei der Eröffnung demonstrierten die Entwickler innovative Technologien aus den Bereichen Fahrassistenzsysteme und autonomes Fahren. Auf der frisch eingeweihten Bertha-Fläche (nach Bertha Benz) testet der Automobilkonzern seine Entwicklungen im Bereich des autonomen Fahrens.
 

Bei einer Demonstration fährt ein Auto mit 70 Stundenkilometern auf einen Zick-Zack-Kurs zu. Der Fahrer streckt die Hände aus dem Dachfenster. Doch sein Auto hält nicht vor dem Hindernis an, es überfährt auch nicht die aufgestellten Pylonen, vielmehr navigiert der Mercedes sicher und Zentimeter genau durch die kurvige Strecke, ohne an Geschwindigkeit zu verlieren. Das Auto erkennt dabei die Hindernisse und errechnet den optimalen Fahrweg.
 

Im zweiten Testlauf sollen die Testautos querenden Verkehr erkennen und entsprechend darauf reagieren. Zwei Testwagen nähern sich einer aufgemalten Kreuzung. Ein Auto nähert sich von rechts ebenfalls diesem Bereich. DaFs erste Testauto fährt einfach durch, obwohl es bereits knapp ist. Auto Nummer zwei bremst vollständig ab, da sich das Hindernis nun auf der Kreuzung befindet. Alles funktioniert automatisch. In beiden Testfahrzeugen hat ein Computer die Situation berechnet und entsprechend reagiert. Der aktive Kreuzungsassistent funktioniert bis 70 Stundenkilometer. Der Quer-Verkehr darf halb so schnell sein.



Ganz ähnlich funktioniert das auch mit Menschen, die auf der Fahrbahn stehen. Das Auto erkennt stehende und mittlerweile auch sich bewegende Personen und leitet eine automatische Notbremsung ein. Das System funktioniert laut Daimler bis 70 Stundenkilometer und ist in allen neuen Autos serienmäßig installiert.
 

Die vierte Vorführung simuliert fließenden Verkehr. Ein Auto fährt langsam mit 40 Kilometer pro Stunde voraus. Zwei Testautos nähern sich mit hoher Geschwindigkeit. Während das voranfahrende Testauto ausschert und mit gleichbleibendem Tempo überholt, wird das Testauto dahinter automatisch abgebremst, wenn der Fahrer das langsame Fahrzeug zu spät erkennt.
 

Eine echte Innovation ist die automatische Notbremsung vor einem Stauende. Eingeführt wurde die Technik mit der E-Klasse im vergangenen Jahr. Laut Daimler hat noch kein Wettbewerber ein ähnliches System entwickelt. Ist der Fahrer abgelenkt und das Auto nähert sich einem Stauende, überprüfen die Sensoren, ob ein Ausweichtraum zur Verfügung steht. Ist das nicht der Fall, wird das Auto abgebremst. Bis 100 Stundenkilometer funktioniert das System unfallvermeidend, bei 140 Stundenkilometer wird die Aufprallgeschwindigkeit erheblich reduziert.

 
 

"Hier entsteht die Zukunft der der Mobilität", ist sich Ola Källenius, Vorstandsmitglied der Daimler AG, sicher. In Zukunft werde Immendingen ein wichtiger Hightech-Standort sein. 2018 soll die Anlage vollständig in Betrieb gehen. Schon in naher Zukunft könnten Autos auf den Markt kommen, die vollautomatisch funktionieren. Als Beispiel nennt Källenius Robotertaxis.

Bild: Jens Fröhlich

 

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Die Fahrvorführungen auf der neuen Bertha-Testfläche auf dem Daimler Prüf- und Technologiezentrum in Immendingen können Sie sich im folgenden Video anschauen.

Die wichtigsten Szenen der Eröffnungsreden von Ola Källenius, Vorstandsmitglied der Daimler AG und Nicole Hoffmeister-Kraut, Landesministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau haben wir für Sie im folgenden Videobeitrag zusammengefasst.

 

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