Hüfingen Künstlerin macht Hexenverfolgung zum Thema

Die Ausstellung „Die Farbe Weiß“ im Hüfinger Kunstpunkt befasst sich mit einem düsteren Kapitel der Hüfinger Geschichte.

Der Galeristin Karin Seitz geht es in ihrer eigenen Ausstellung „Die Farbe Weiß – es war ein regnerischer Sommer 1631“ weit mehr als nur um Kunst. Dabei thematisiert sie die Hexenverfolgung und schlägt damit ein düsteres Kapitel der Hüfinger Geschichte auf. Rund 30 Bilder und Objekte hat die Künstlerin zu diesem Thema geschaffen, die in ihrer Galerie Kunstpunkt bis zum 21. Juli zu sehen sind (wir berichteten). Bei den intensiven Recherchen zu diesem dunklen Kapitel stieß Karin Seitz auf eine Begebenheit, die sie sehr beschäftigte, zumal ihre Familie auch davon betroffen ist.

Im Jahr 1631 kostete eine gut eingefädelte Intrige sieben unschuldige Frauen das Leben. Innerhalb weniger Tage wurden sie als „Hexen“ verurteilt und gestanden unter Folter das, was man hören wollte. Darauf hin wurden sie geköpft und verbrannt. Unter den sieben Frauen war auch Anna Gressin, die Frau des Fürsprechers Mattheus Schafbuch, der damals als Ratsschreiber der Stadt Hüfingen tätig war. Karin Seitz' (geborene Schafbuch) großer Wunsch ist die öffentliche Rehabilitation der sieben Frauen und des ein Jahr später hingerichteten Notars Tinctorius. Die unschuldigen Bürger, die man „eines Pakts mit dem Teufel“ bezichtigte, um sie loszuwerden, sind bis heute im Sinne von Anklage und Verurteilung schuldig gesprochen. Mit einer Unterschriftenliste in der Galerie und auch in der Hüfinger Stadtkirche möchte Karin Seitz die öffentliche Rehabilitation durchsetzen. Rund 75 Hüfinger haben bereits unterschrieben.

Pfarrer Manuel Grimm ging sogar noch einen Schritt weiter und hängte zwei Bilder von Karin Seitz zu diesem Thema im Beichtstuhl auf. Damit man die Werke besser sehen kann, wurden die Türen am Beichtstuhl ausgehängt. Die Bilder im abstrakten Stil zeigen tiefe Wunden und Narben, die grob zugenäht sind.


Ausstellung

Die Ausstellung „Die Farbe Weiß – es war ein regnerischer Sommer 1631“ ist noch bis zum 21. Juli geöffnet. Nach der anschließenden Sommerpause im Kunstpunkt stellt Karin Seitz Werke des bekannten Künstlers Paul Revellio aus. Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag 10 bis 12 Uhr und 14.30 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr. (gal)

Infos im Internet:

www.kunst-punkt.blogspot.com

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