Donaueschingen Drei Mundelfinger im legendären Schlamm von Wacken

Alle schwärmen vom weltgrößten Heavy-Metal-Festival. Musik bei Veranstaltung in Schleswig-Holstein ist zweitrangig. Es zählt die einzigartige Stimmung

Mundelfingen – "W:O:A" – drei Buchstaben, ein Abenteuer in Heavy-Metal und ein Ereignis, das man sein Leben lang nicht mehr vergisst. Der Mundelfinger Martin Springindschmitten beschreibt das Wacken Open Air am nördlichsten Zipfel der Republik als ein unvergessliches Erlebnis, das auch während der 28. Ausgabe nichts von seiner Faszination verloren hat und alles, was er bereits darüber hörte, bei Weitem übertraf. „Einmal live dabei zu sein, wenn an drei Tagen über 100 vornehmlich Heavy Metal Bands aus Deutschland und der gesamten Welt auf mindestens sieben Bühnen auftreten und die Aura eines Festivals mitzuerleben, das einst in kleinsten Dimensionen entstand, ist etwas, das man nicht mehr vergisst."

Dabei war es eher ein Zufall, dass Springindschmitten zum Festival kam, für das seit Jahren alle Eintrittskarten bereits zehn Monate im Voraus vergriffen sind. Denn Wacken ist ein Lebensgefühl, Wacken ist Kult und eint alle Fans und Besucher, deren Herkunft so heterogen ist wie die Herkunft der Festivalbands. Springindschmitten erfuhr vom freien Platz beim Festival beim Pfingstturnier des Sportvereins. Dietmar Schnottalla war es aus beruflichen Gründen nicht möglich, zum Festival zu gehen. So übernahm er kurzerhand die Eintrittskarte und machte sich gemeinsam mit Reinhold Welte und Claus Merz Anfang August mit dem Wohnwagen auf den Trip ins schleswig-holsteinische Wacken.

860 Kilometer Fahrt standen bevor und je näher sie ihrem Ziel kamen, desto mehr Autofahrern begegneten sie, die nur ein Ziel hatten – Wacken. Was sich auf den Straßen bereits andeutete, manifestierte sich bereits kurz nach dem Eintreffen in Wacken. Die Fans sind eine große, friedliche Familie. Im Straßenverkehr erkennen sie sich an den typischen W:O:A-Logos auf ihren Fahrzeugen. Doch was sich den drei Mundelfingern nach zehn Stunden Autofahrt einen Tag vor Festivalbeginn bot, überstieg jegliche Erwartungen. Auf einer Fläche, die in ihren Dimensionen der kompletten Gemarkung von Döggingen, Hausen vor Wald und Mundelfingen entspricht, trafen die Gäste mit ihren Fahrzeugen in ganzen Rudeln ein. Manche – so schien es – hatten ihren halben Hausstand mitgebracht. Die drei aus Mundelfingen bevorzugten eine eher spartanische Ausstattung. 75 000 Menschen waren es bis zum Festivalstart am Donnerstag. „Wir suchten uns einen Platz auf dem Festivalgelände und verstanden uns auf Anhieb mit unseren Nachbarn.“

Martin Springindschmitten bezeichnet die Stimmung nach der Ankunft als symbolisch für das gesamte Festival. „Es war faszinierend mitzuerleben, wie trotz der Menschenmenge alles friedlich abgelaufen ist. Die Organisation erschien nahezu perfekt. Kein wie sonst von Open-Air-Konzerten bekanntes übliches Schubsen und Gedränge vor den Bühnen. Wer zuerst da war, hatte auch einen vorderen Platz. Dazu kamen über 150 bis 200 Verpflegungsstände mit einem abwechslungsreichen kulinarischen Angebot, das den Gusto von jedermann traf.“

Martin Springindschmitten, Claus Merz und Reinhold Welte kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. „Wir fühlten uns wie ein Teil einer riesigen Familie“, bemerkt Springindschmitten. Musik gab es auch, wobei die im Grunde genommen gar nicht so vorrangig war. „Wir standen bei den Hauptgigs von Status Quo oder Europe zuvorderst an der Bühne. Das Kribbeln, das einen überfällt, 10 000 Fans hinter sich zu wissen, die den selben Gig verfolgen, ist einzigartig“, beschreibt Springindschmitten einen unvergesslichen Moment.

„Die meisten von den Dutzenden anderen Bands, die wir hörten, kannten wir nicht. Doch Stimmung kam bei allen auf. Es waren einige dabei, die uns in Erinnerung bleiben.“ Nach drei Tagen und 14 Stunden Heimfahrt auf Grund der zahlreichen Staus endete für die drei Mundlfinger ihr erstes Wacken Open Air 2017. „Wenn sich einmal wieder die Gelegenheit ergibt, gehen wir gerne noch einmal hin“, bemerkt Springindschmitten.

Wacken und das Festival

Wacken ist eine Gemeinde in Schleswig-Holstein, die auf einer Fläche von 7,1 Quadratkilometern knapp 2000 Einwohner erzählt. Touristische Attraktion und bekanntestes Ereignis ist das Wacken Open Air, das in der ersten Augustwoche jährlich über 75 000 Menschen magnetisch anzieht. Es gilt als eines der größen Heavy-Metal-Festivals weltweit. Einzigartig sein dürfte auch, wie sich die heimische Bevölkerung mit dem Festival identifiziert. Im Vorfeld der Verasntaltung engagiert sich nahezu jeder Haushalt auf seine eigne Weise dabei. (bom)

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