Hüfingen Brüder sprechen miteinander – zum ersten Mal über ihre Kunst

Zwei Künstler und Brüder bringen derzeit im Stadtmuseum für Kunst und Geschichte Hüfingen ihre Positionen in einen Dialog zueinander. Peter Kees, geboren 1965 in Bayreuth, und Stefan Kees, geboren 1968 in Bayreuth, haben bisher ihre künstlerischen Positionen getrennt voneinander entwickelt und ausgestellt. Erstmals gibt es von ihnen ein gemeinsames künstlerisches Projekt, ihre Kunst in räumliche Nähe.

Beide Künstler hinterfragen in ihrer individuellen Arbeit grundlegende Aspekte der menschlichen Existenz und Gesellschaft. Da sie als Geschwister ähnlich sozialisiert aufgewachsen sind, ist es nicht nur aus künstlerischer Sichtweise spannend zu beobachten, wie ähnlich und zugleich divergierend sie sich zu Themen positionieren. Sie zeigen in ihrer existentiellen Radikalität Parallelen und antworten konzeptionell unterschiedlich.

Peter Kees versteht sich als Chronist und Vermesser gesellschaftlicher und menschlicher Phänomene. Dabei thematisiert er Grenzerfahrungen kollektiver wie subjektiver Art. Ein fortlaufendes Projekt beschäftigt sich mit der Frage von Freiheit, Glück, Zuflucht und Utopie. Er besetzt jeweils einen Quadratmeter Boden, erklärt ihn zum Arkadischen Hoheitsgebiet und entzieht ihn damit jeglicher nationalen Bindung. Das aus der Antike bekannte Arkadien – Idealzustand von Gesellschaft und Individuum – verortet er damit in der Realität.

Stefan Kees erforscht zum einen die Grenzen der Malerei, in dem er durch Zerreißen fertiger, ungegenständlicher Bilder und anschließende Schichtung des Zerrissenen den Bildträger – neben der Farbe – zum gleichwertigen Teil seiner Malerei erhebt. Zum anderen setzt er sich durch das scheinbare Zerstören seiner Malerei und durch die Neuordnung in einem anderen Kontext mit der Frage von Vergänglichkeit auseinander. In seinen Arbeiten wird Zeit und sicht- und spürbar, Fragen nach dem „Danach“ tauchen auf, ebenso Gedanken darüber, was am Ende bleibt: künstlerisch, materiell und existenziell.

Am Sonntag, 23. Juli, um 15 Uhr werden in einem Künstlergespräch die neu entstandenen Kataloge der beiden Künstler vorgestellt.

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