Geisingen Mehr Komfort beim Friedhofsbesuch in Geisingen

Geisinger Räte legen künftige Gestaltung fest. Mehr geschützte Ortezur inneren Einkehr.

Höhere Aufenthaltsqualität für die Besucher und mehr Rückzugsmöglichkeiten zur inneren Einkehr – Die langfristigen Weichen für die Gestaltung des Geisinger Friedhofs hat der Technische Ausschuss des Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung gestellt. Grundlage für die Entscheidung des Gremiums bildeten drei Gestaltungsvorschläge des Konstanzer Planungsbüros Eberhard & Partner Landschaftsarchitekten, von denen sich die Ausschussmitglieder inspirieren ließen.

Noch prägnanter als heute schon soll künftig die Walburgiskapelle ins optische Zentrum des Friedhofs rücken und vor dem Kirchlein eine größere Versammlungsfläche geschaffen werden. Die Grabflächen sollen weniger eng als bisher angelegt werden und der Friedhof mehr begrünte Rückzugsräume bieten. Die Erweiterungsfläche, auf der Urnengräber auch in anonymer und teilanonymer Form sowie eine Urnenwand ihren Platz finden sollen, soll lediglich mit einem seitlichen Fußweg erschlossen und ansonsten als ausgeprägte, begrünte und baumbestandene Ruhezone angelegt werden. Das garagengroße Betriebsgebäude und eine WC-Anlage sollen ihren Platz auf dem bestehenden Parkplatz finden, der dann einige Stellplätze verliert.

Anders als in den drei Entwürfen vorgeschlagen, soll sich am äußeren Zuschnitt der heutigen Friedhofsfläche nichts ändern. Von einer Erweiterung um die jetzige Parkfläche, einhergehend mit einer Verlagerung der Parkplätze und einer entsprechenden Verkleinerung der Gräberfläche im Bereich der Urnenwand, nahmen die Stadträte Abstand. Die Friedhofsmauer zur Erweiterungsfläche wird, wie schon länger vorgesehen und vom Denkmalschutz abgesegnet, mit einem Durchbruch versehen, bleibt ansonsten aber erhalten. Die Grabflächen werden nicht ganz oder teilweise in Kreisform angelegt, sondern folgen in Grundzügen der wie Stadtrat Thomas Uhrig es ausdrückte „historisch korrekten, an einem Achteck orientierten“ Anordnung. Die Versorgungspunkte mit Wasserzapfstellen, Gießkannenhalterungen und Abfallbehältern sollen dezentral, in regelmäßigem Abstand eingerichtet werden und damit von jedem Bereich des Friedhofs aus gut und auf kurzem Weg erreichbar sein.

Neben Uhrig plädierten auch Hubert Seger (CDU) und Volker Fromm (SPD) dafür, die Friedhofsfläche weniger eng mit Grabflächen zu belegen als in den drei Entwürfen von Eberhard & Partner vorgesehen. Die Planer gingen von einem langfristigen Bedarf von rund 720 Grabstätten aus, Uhrig rechnete vor, dass der jetzige Bestand von rund 400 Plätzen auch längerfristig ausreichen werde. Das wiederum, so Uhrig und Fromm, schaffe Möglichkeiten für großzügiger angelegte „Freiräume“ und Grünflächen. Paul Haug (FW/FDP) erinnerte an die mit dem Haus Wartenberg vertraglich festgehaltenen Vorgaben für die optische Abgrenzung der Erweiterungsfläche vom Pflegeheim. Bürgermeister Walter Hengstler zeigte sich überzeugt, dass die Planungen ausreichenden Sichtschutz gewährleisten werden.

In den Haushaltsentwurf für das Jahr 2018 aufgenommen werden, beschloss der Technische Ausschuss, die Kosten für die Sanierung der Walburgiskapelle einschließlich der Friedhofsmauer und des Mauerdurchbruchs und der freigelegten Epitaphe sowie die Bepflanzung der Erweiterungsfläche. Ob und in welchem Umfang diese Maßnahmen Eingang in den Etat finden, werden die Haushaltsberatungen zeigen.

Sanierungsfall

Mit rund 545 000 Euro Kosten ist für die Sanierung von Walburgiskapelle und Friedhosmauer zu rechnen, geht aus der aktualisierten Kostenaufstellung hervor, die Architekt Thomas Kreuzer dem Technischen Ausschuss präsentierte. Die im Vergleich zur Berechnung von vor einem Jahr rund 20 000 Euro Mehrkosten seien den zwischenzeitlichen Preissteigerungen geschuldet. Größter Kostenbatzen sind die Schäden im Dachbereich der Kapelle. Sie erfordern eine aufwändige Ertüchtigung des Dachstuhls und eine komplette Neueindeckung des Daches. Der Sanierungsbedarf sei akut, betonte Kreuzer. Lange sei die Sicherheit des Gebäudes nicht mehr gewährleistet. Es drohe eine Sperrung der Walburgiskapelle für den Publikumsverkehr. (tom)

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